Lebensmittelkennzeichnung wird Pflicht

Lebensmittelkennzeichnung wird Pflicht
© dpa, A3464 Rainer Jensen

Bei der Lebensmittelkennzeichnung müssen die absoluten Zahlen auf die Verpackung

Für klare und gut lesbare Kennzeichnungen auf den Verpackungen soll es möglichst von kommendem Jahr an EU-weit einheitliche Vorschriften geben.

Im Ausschuss für Gesundheit und Umwelt des Europaparlaments nahm das Projekt am Dienstag (16.03.10) in Brüssel eine wichtige Hürde - damit dürfte auch das Plenum im Mai Ja sagen. Künftig wird die Kennzeichnung für alle Lebensmittel Pflicht. Dann müssen neben den Kalorien auch der Fettanteil, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker und Salz in absoluten Grammangaben angegeben werden", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Ob die Kalorienangabe auch pro Portion und in Relation zum täglichen Tagesbedarf aufgedruckt sein muss, werde noch verhandelt, so die CSU-Politikerin. Sie persönlich sei dafür. "So kann der Käufer sein Kalorien-Konto besser einschätzen", sagte Aigner.

Bei Fleisch, Früchten und Milchprodukten soll zusätzlich die Herkunft angegeben werden. Ein besonderer Hinweis ist für gentechnisch veränderte oder mit Nanopartikeln behandelte Nahrungsmittel vorgesehen. Alkoholische Getränke sollen gesondert geregelt werden.

Abfuhr für Lebensmittel-Ampel

Der Vorsitzende des Ausschusses, Jo Leinen (SPD), sprach von einem "guten Tag für die europäischen Verbraucher. Nachdem es in den USA schon seit langem eine umfassende Kennzeichnung von Lebensmitteln gibt, wird mit diesem Kennzeichnungssystem auch die Europäische Union auf den neuesten Stand der Verbraucherinformation gebracht."

Bei der geplanten EU-Verordnung geht es auch um Angaben des Haltbarkeitsdatums oder Herstellers oder ob es sich um ein Imitat handelt, etwa Käse aus Pflanzenstoffen.

Klar rotes Licht erhielt die ursprünglich geplante 'Ampelkennzeichnung' - trotz erneuter jüngster Forderungen von Ärzten und Verbraucherschützern sie einzuführen. Mit ihr hätten zum Beispiel besonders süße und fetthaltige Speisen einen roten Punkt, gesunde Ware einen grünen Punkt erhalten.

Aigner verwies auf die Schwierigkeiten der simplen Farbeinteilung angesichts der zahlreichen Nährstoffe: "Auch die meisten Verbraucher wissen, dass eine so pauschale Farb-Einteilung nicht funktioniert. Danach müsste Bio-Apfelsaft aufgrund des Fruchtzuckers rot gekennzeichnet werden, Diät-Cola aber grün."

Auf der folgenden Seite finden Sie Informationen über die Lebensmittel-Ampel, wie sie beispielsweise von Foodwatch gefordert wurde. Bisher hat die Lebensmittel-Lobby aber offenbar die stärkeren Argumente.

So funktioniert die Lebensmittel-Ampel: Das Produkt wird mit farblichen Punkten gekennzeichnet: Und zwar mit Grün, Gelb, Rot. Die Kategorien sind: Fett, Salz, Zucker und gesättigte Fette.

Schokolade beispielsweise enthält viel Fett, Zucker und damit Kalorien. Das sind ganz klar rote Punkte. Einen grünen würde es für Salz geben – klar, Salz ist nicht enthalten. Dieses durchaus köstliche Produkt muss jetzt aber nicht für immer verbannt werden, darum geht es nicht.

Vielmehr soll bewusster eingekauft und bewusster gegessen werden. Rot bedeutet eben nicht – Stopp: Dieses Produkt ist Gift. Sondern, dass Rot für den hohen Anteil eines Nährstoffes steht, den man nicht in großen Mengen essen sollte. Die Kennzeichnung hat auch Einfluss auf das Produktangebot der Hersteller. Denn diese verbessern ihre Rezepturen, um weniger rote Punkte zu bekommen. Eine feine Sache für den Verbraucher.

Empfehlung

Rezept der Woche

Scharfe Hühnerflügelpfanne "Dapoer Sriwidi"

Scharfe Hühnerflügelpfanne "Dapoer Sriwidi"

Benutzerbild von Antareja
Rezept von Antareja
vom 03.04.2021
20 Min
mittel-schwer
günstig
(2)