Gummibärchen, Schokolade & Co.

Süchtig nach Süßigkeiten: Wie viel pro Tag ist okay?

Haribo - Gummibärchen
Die Gummibärchen von Branchenriese Haribo sind längst Kult für Süßigkeitenfans. © deutsche presse agentur

Süßigkeiten: Ab wann ist ein bisschen mehr zu viel?

Vor genau 100 Jahren gründete Hans Riegel in einem Hinterhof in Bonn die Marke „Haribo“. Heute ist das bunte Fruchtgummi für Süßigkeitenfans gar nicht mehr wegzudenken – neben Schokolade, Keksen und Co., versteht sich. Bei den einen stellt sich der Jieper auf Süßes bei Stress ein, bei den anderen bei Langeweile. Was aber, wenn Süßigkeiten die Regel statt die Ausnahme sind? Ab wann ist ein bisschen mehr zu viel? Und kann man tatsächlich süchtig nach Süßigkeiten werden? RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder schätzt ein.

Zucker kann süchtig machen

Viele kennen das Gefühl, unterzuckert zu sein. Das ist der Moment, in dem alles in einem zu schreien scheint: „Ich brauche Schokolade – oder Gummibärchen. Und zwar sofort!“ Wann aber hört das normale Verlangen auf und wann beginnt die Sucht?

Fakt ist: Zucker kann süchtig machen – genauso wie andere Genussmittel wie Alkohol oder Nikotin auch. Laut einer Studie der Princeton Universität, welche die Forscher im Jahr 2016 an Ratten durchführten, zieht ein regelmäßiger Zuckerkonsum Veränderungen im Gehirn nach sich – ähnlich wie bei der Kokainabhängigkeit. Denn auch Zucker stimuliert das Belohnungszentrum so sehr, dass es zum Verlust der Selbstkontrolle und zur Abhängigkeit führen kann.

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Zuckerkonsum löst Glücksgefühle aus

„Ein Grund dafür ist, dass Zucker den Serotonin- und Dopaminspiegel erhöht. Diese beiden Botenstoffe sorgen für Glücksgefühle und Zufriedenheit und werden natürlicher Weise bei Erfolgserlebnissen ausgeschüttet“, erklärt Rieder. Irgendwann gewöhne sich unser Körper an die positiven Gefühle infolge des Süßigkeitenkonsums und wolle diese nicht mehr missen.

„Zudem schießt Zucker direkt ins Blut, während langkettige Kohlenhydrate, die in Vollkornprodukten, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten stecken, langsam ins Blut abgegeben werden“, erklärt die Ernährungsexpertin. „Und je schneller der Blutzuckerspiegel ansteigt, desto mehr Insulin schüttet unser Körper aus.“ Dies habe zur Folge, dass der Zucker schnell aus dem Blut in die Zellen geschleust werde und ebenso rasant, wie er angestiegen sei, wieder abfalle. „Der Körper ist innerhalb kurzer Zeit wieder unterzuckert. Einige Menschen reagieren folglich gereizt, können sich schlechter konzentrieren oder sind nervös. Allen gemeinsam ist aber, dass sich Heißhunger auf noch mehr Süßes einstelle“, fasst Rieder die Folgen eines hohen Zuckerkonsums zusammen.

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Was passiert, wenn wir über lange Zeit zu viele Süßigkeiten essen?

Fakt ist: Essen wir zu viel Zucker in Form von Schokolade, Weingummi, Keksen und Co., riskieren wir nicht nur Übergewicht und fördern die Entstehung von Karies. Wer über Monate und Jahre hinweg täglich zu viel Zucker zu sich nimmt, erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Typ 2 Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauferkrankungen. Auch chronische Entzündungen können die Folge sein, die letztlich auch die Gehirnleistung beeinträchtigen können.

„Viele Menschen denken, dass nur Fett dick macht. Doch auch Zucker wird in Fett umgewandelt – wenn wir mehr davon zu uns nehmen, als unser Körper verbrennt“, erklärt Rieder.

Wie viel Zucker ist okay?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 25 Gramm Zucker pro Tag – das entspricht etwa sechs Teelöffeln. Was dabei oft vergessen wird: Es gibt kaum ein Lebensmittel, das keinen Zucker enthält – das gilt vor allem für Fertigprodukte. Etwa 80 Prozent aller Lebensmittel enthalten Zucker – auch solche, von denen man es nicht unbedingt erwarten würde.

100 Gramm Gummibärchen bestehen mit 47 Gramm Zucker beispielsweise knapp zur Hälfte aus Zucker. Zudem bestehen Gummibärchen aus Gelatine, die wiederum aus Schweineschwarten gewonnen wird. In einer 200-Gramm-Tüte stecken 49 Stückchen Würfelzucker. Eine Tüte "Nimm 2" (300 g) kommt auf 72 Stück Würfelzucker. Aber auch 100 ml Tomatenketchup enthalten zehn Stücke Würfelzucker – und damit 30 Gramm Zucker.

„Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist eine Portion Süßes beziehungsweise ein Extra pro Tag in Ordnung. Das kann eine Handvoll Gummibärchen, ein Riegel Schokolade oder mal eine Portion Chips oder Pommes sein. Wenn es mal zwei oder drei Extras pro Tag sind, ist das auch kein Weltuntergang“, so Rieder. Wichtig sei, dass die Gesamtbilanz stimme. „Wenn dafür dann mal an einem Tag komplett auf Süßes verzichtet wird und die Ernährung ansonsten ausgewogen ist, ist auch das eine oder andere Extra mehr kein Problem“, fasst die Expertin zusammen.

5 Tipps, mit denen Sie von Süßigkeiten los kommen

Regelmäßig essen!

Essen Sie sich am besten an drei Haupt-Mahlzeiten satt und verzichten Sie auf Snacks zwischendurch. Das hilft dem Körper dabei, den Blutzucker konstant zu halten und beugt Heißhungerattacken vor.

Frühstücken Sie!

Das Frühstück wird immer noch unterschätzt. Dabei ist es so wichtig – nicht nur für einen guten Start, sondern für den gesamten Tag. Ein Frühstück mit Proteinen, Fett und Früchten ist ideal. Das perfekte Frühstück ist beispielsweise ein Müsli mit fettarmem Joghurt und einer Banane. Das sättigt langanhaltend.

Speisen nicht mit Salz, sondern Gewürzen würzen

Gewürze wie Koriander, Zimt, Muskat, Nelke und Kardamom süßen auf natürliche Weise das Essen und verringern das Verlangen nach weiteren Süßigkeiten.

Regelmäßig trinken!

Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 1,5 – 2 Liter Wasser. Oft wird Durst mit Hunger verwechselt. Verspüren Sie also Hunger, trinken Sie erst einmal ein großes Glas Wasser und warten 5 – 10 Minuten ab.

Runter von der Couch!

Bewegung lenkt von der Versuchung ab, löst Spannungen, bringt neue Energie und stoppt die Lust auf Zuckerhaltiges. Und wer sich gerade mühsam die ein oder andere Kalorie abtrainiert hat, verspürt automatisch weniger Lust, sie sich mit nur einem Schokoriegel wieder auf die Hüften zu laden. Stattdessen werden Glückshormone freigesetzt.

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