Corona-Lockdown sorgt jetzt für eine massive Pommes-Krise

Eine Portion Pommes-Frites in einer Papiertüte am Sonntag (03.02.2008) in Mainz. Foto: Frank May +++(c) dpa - Report+++
Wegen des Corona-Lockdowns werden gerade viel weniger Pommes gegessen als sonst. © picture-alliance/ dpa, Frank May

Lager sind voll mit Tausenden Tonnen Pommes-Kartoffeln

Die Maßnahmen im Corona-Lockdown haben auch unseren Pommes-Konsum rapide sinken lassen – denn viele Kantinen und Großküchen, die viel Pommes zubereiten, sind seit Wochen geschlossen, stattdessen kochen die Menschen zu Hause. Und genau das führt jetzt zu einer Krise für die Kartoffelbauern: Die Lager sind voll mit Tausenden Tonnen Kartoffeln, die eigentlich zu Pommes verarbeitet werden sollen, für die es gerade aber keine Abnehmer gibt. Bald schon werden sie keimen und müssen dann vernichtet werden.

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Veredelungskartoffeln eignen sich nicht für Supermarkt-Kunden

Die Kartoffellager sind voll
Die Kartoffellager sind voll, aber die speziellen Kartoffeln finden keine Abnehmer. © picture alliance

Landwirt Paul Freiherr von Boeselager aus Swisttal bei Bonn etwa ist spezialisiert auf die sogenannten Veredelungskartoffeln, aus denen Pommes oder Chips hergestellt werden. Durch die Corona-Krise ist der Verkauf massiv ins Stocken geraten: "Die aktuelle Situation bedeutet für uns eine existenzielle Krise", erklärt Boeselager im Gespräch mit ntv.

Er hat kaum noch Abnehmer für seine Kartoffeln, denn an Supermärkte verkaufen Bauern diese spezielle Kartoffelsorte kaum. Veredelungskartoffeln sind besonders groß, weiß und mehlig und damit perfekt für Pommes – als Speisekartoffeln für den Supermarkt-Kunden eignen sie sich aber nicht.

Gerade werden viel weniger Pommes gegessen als sonst

Restaurants, Kantinen und Großküchen, die viel Pommes herstellen und deshalb die hauptsächlichen Abnehmer sind, waren wegen der Corona-Maßnahmen jetzt wochenlang geschlossen. Auch Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Volksfeste, bei denen üblicherweise Pommes verkauft werden, gibt es derzeit nicht. Es werden also viel weniger Pommes gegessen als sonst. 

„Der Markt ist total zusammengebrochen“, sagt auch Hans-Heinrich Wortmann vom Landschaftsverband Ruhr-Lippe. Großhändler können die Kartoffeln nicht mehr absetzen, die Bauern werden sie also nicht los: „Die Bauern sitzen auf einem Berg von mindestens 350.000 Tonnen“, sagt Bauernpräsident Joachim Rukwied im Interview mit dem „Tagesspiegel“.

Finanzieller Schaden ist laut Bauernverband riesig

Doch ewig lagern lassen sich die im Herbst geernteten Veredelungskartoffeln auch nicht, schon bald werden sie anfangen zu keimen und müssen dann vernichtet werden. Der Bauernverband rechnet in diesem Jahr wegen mangelnder staatlicher Hilfen mit bis zu 40 Millionen Euro Schaden.

Auch die Pommes-Industrie in Belgien hat schon Alarm geschlagen und die Kartoffelbauern alle Belgier dazu aufgerufen, ab jetzt doppelt so viele Pommes zu essen wie sonst. Wie dramatisch die Lage auch dort ist, lesen Sie hier.

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Unser Lieblingsgericht: Echte belgische Pommes 02:41

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