Heilende Kräuter: Minze, Salbei und Majoran

Heilende Kräuter: Minze, Salbei und Majoran
Pfefferminze gehört zu den heilenden Kräutern und ist als Tee sehr beliebt. © LianeM - Fotolia

Besonders beliebt: Tee aus Heilpflanzen

Die Kräuter Minze, Salbei und Majoran haben eins gemeinsam: Sie haben bei bestimmten Beschwerden eine heilende Wirkung. Als Teesorten sind sie besonders beliebt.

Von Minze gibt es unzählige Sorten. Die bekannteste Sorte bei uns ist die Pfefferminze. Sie war Heilpflanze des Jahres 2004 und ist besonders für ihr pfeffrig-scharfes Aroma bekannt. Entdeckt wurde sie 1696 vom englischen Biologen John Ray. Als Heilkraut wirkt Pfefferminze durch ihr ätherisches Öl Menthol in Dampfbädern besonders bei Erkältung und beruhigt verstopfte Atemwege. Außerdem wirkt Pfefferminze krampflösend und fördert die Durchblutung und ist deswegen auch bei Kopfschmerzen und sogar Migräne hilfreich. Bei Insekten- stichen mindert Minze beim Auflegen auf die Haut den Juckreiz, da Menthol kühlt und belebt. Traditionell ist bei uns jedoch Pfefferminze als Tee bekannt und beliebt.

In der Küche wird Minze bei uns nur selten verwendet. Aber ihr unvergleichlicher Geschmack ist nicht zu verachten. In Griechenland und im arabischen Raum ist die Minze als Gewürz sehr beliebt, da sie eine so erfrischende Wirkung hat. Doch auch in Großbritannien verwendet man Minze gerne zum Kochen. Besonders beliebt ist dort Lamm in Minzsoße oder Minze mit Schokolade à la After Eight. Minze passt besonders gut zu Hülsenfrüchten, zum Beispiel zu Erbsensuppe oder -püree. Man kann auch einen Zweig Minze ins Kartoffelwasser geben; das verleiht den Kartoffeln ein besonderes Aroma. Minze harmoniert mit Knoblauch und Petersilie und schmeckt besonders gut als Marinade von Lamm und Huhn. Exotischere Varianten für den Gaumenschmaus sind Minz-Chutneys mit Früchten, wie Äpfeln oder Pfirsichen, abgerundet durch Chili, Zwiebeln und Knoblauch. Wer frische Minze im eigenen Garten oder Kübel ernten möchte, sollte dem Strauch ein halbschattiges Plätzchen geben und ausreichend bewässern. Ein Topf sollte ausreichend groß sein und die Erde muss einmal im Jahr gewechselt werden. Treiben an der Minze Blüten aus, am besten so schnell wie möglich ernten, denn die Blüten rauben der Minze das Aroma.

Der Name Salbei stammt vom lateinischen Wort "salvere", das soviel wie "heilen" bedeutet. Die heilende Wirkung von Salbei bei verschiedensten Krankheiten war schon im alten Ägypten bekannt. Dort verwendete man ihn bei Unfruchtbarkeit und Potenzproblemen. Seine ätherischen Öle sollten sogar gegen das Altern wirken. Im Mittelalter brachten Mönche die Gewürzpflanze über die Alpen zu uns nach Europa. Heute wird Echter Salbei als Küchengewürz und in der Heilkunde verwendet. Salbei wirkt wohltuend bei Halsschmerzen und Husten; entweder in Form von Tee oder Bonbons. Außerdem ist er schweißhemmend und hilft bei Magen-Darm-Beschwerden. Aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung ist er oft in Zahncremes und Mundspülungen enthalten und beugt antibakteriell Zahnfleischentzündungen und Parodontose vor. Ein Bad angereichert mit Salbei bringt den Kreislauf in Schwung und steigert die Konzentrationsfähigkeit.

Zu diesen Gerichten passt Salbei

Doch Salbei ist natürlich nicht nur als Heilpflanze nutzbar, sondern auch in der Küche steuert er ein kräftiges Aroma zu verschiedensten Gerichten bei. Besonders gut passt frischer Salbei zu Fisch oder kräftigen Fleischgerichten. Er sollte jedoch nur sparsam verwendet werden, da er ein sehr starkes Eigenaroma besitzt. Salbeipflanzen brauchen viel Sonne und Wärme und wachsen daher eher im mediterranen Raum Europas. Einige kultivierte Sorten Salbei können aber auch in unseren Gärten gedeihen. Im März, wenn es nicht mehr friert kann die Aussaat beginnen und bevor die ersten blauen, violetten oder roten Blüten austreiben, müssen die frischen Salbeiblätter geerntet werden. Diese können dann als schmackhaftes Gewürz verwendet werden. Wichtig dabei ist, dass sie nicht mit gebraten werden, da sie sonst ihr Aroma verlieren. Also am besten erst zum Schluss in die Pfanne geben.

Majoran stammt aus der Familie der Lippenblütler und seine Wildform stammt ursprünglich aus Kleinasien. Der Legende nach soll die griechische Göttin der Liebe, Aphrodite, ihn als Symbol für Glückseligkeit bezeichnet haben. Daher wurde in Griechenland frisch verheirateten Paaren ein Kranz aus Majoran um den Hals gelegt. Majoran enthält einen hohen Anteil an ätherischen Ölen und wird oft als Heilpflanze verwendet. Bei Säuglingen hilft Majoransalbe gegen Blähungen und Schnupfen, aber auch bei Gelenkschmerzen wie Rheuma oder Verrenkungen wird Majoran oft angewendet. Als Tee unterstützt er die Milchbildung bei Stillenden und hilft bei Blasenerkältung und Muskelkrämpfen.

Majoran hat einen sehr würzigen Geschmack und passt frisch oder getrocknet besonders gut zu Kartoffelgerichten, Suppen, Würsten oder Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen oder Linsen. Außerdem bewirkt Majoran, dass fettige Fleischgerichte leichter verdaulich sind und gilt als das Wurstgewürz schlechthin in der Herstellung von zum Beispiel Leberwurst oder Blutwurst. Daher kommt auch sein Spitzname "Wurstkraut". Schmecken tut Majoran ähnlich wie Thymian. In der Küche verwendet man ihn am besten sparsam, denn auch mitgekocht verliert er sein starkes Aroma nicht. In Deutschland ist er nach der Blattpetersilie die bedeutendste Gewürzpflanze und wird großflächig nördlich des Harzes in Sachsen-Anhalt angebaut. Wer Majoran im eigenen Kräutergarten oder Topf pflanzen will, sollte darauf achten, dass der Boden nicht verkrustet, ihn oft gießen, aber erst, wenn die Erde nicht mehr feucht ist. Majoran braucht etwa fünf Sonnenstunden täglich. Vor der Blütezeit zwischen Juni und September können die Blätter dann geerntet werden.

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