Beeren: So gesund sind Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren

Beeren: So gesund sind Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren
Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren sind lecker und gesund © Yevgeniya Shal - Fotolia

Blaubeeren und Heidelbeeren stecken voller Nährstoffe

Blaubeeren und Heidelbeeren gehören zu den Beerenfrüchten, die von Juli bis September frisch auf den Tisch kommen, ob selbst gepflückt oder bequem im dem Supermarkt erworben. Den Rest des Jahres kann man sie auch gefroren oder in fertigen Produkten vom Joghurtpüree über Marmeladen und Gelees bis hin zum Heidelbeertee genießen.

Blaubeeren und Heidelbeeren sind besonders gesund: Schon 4 x 100 g in der Woche versorgen den Körper mit einer guten Portion Nährstoffe. Die Beeren enthalten viele Antioxidantien wie Vitamin C und Betakarotin, Substanzen, die die freien Radikalen, die unsere Zellen zerstören können, einfangen. Sie enthalten außerdem Pektine, die Cholesterin im Darm binden, sowie Gerbstoffe, die Entzündungen hemmen und Bakterien abtöten. Die kleinen Blauen aus dem Wald können sogar noch mehr: Sie sind meistens länger in der Sonne und kleiner, haben auf Grund ihrer Größe weniger Wasser, aber mehr Zellulose. Daher sind sie noch vitamin- und nährstoffreicher.

Doch Vorsicht beim Verzehr direkt vom Strauch! An den Waldblaubeeren könnten die Eier des Fuchsbandwurms haften. Der Fuchs scheidet sie mit dem Kot aus. Die Eier sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, aber für den menschlichen Organismus gefährlich. Sie werden im menschlichen Darm zu Larven, die sich zur Leber durchfressen und diese nachhaltig schädigen. Deshalb sollten die gepflückten Waldblaubeeren immer über 60 °C erhitzt werden, erst das tötet die Eier ab.

Das Blau der Beeren ist übrigens Garant für ihre Vermehrung. Es lockt die Vögel an, die dann den Samen der Pflanze verteilen. Allerdings ist der blaue Farbstoff sehr intensiv und kann Zunge, Lippen und Hände färben. Mit Zitronensäure in Wasser lässt er sich leicht abwaschen. Schwieriger wird es bei Heidelbeerflecken. Sie sollte man, wie Rotweinflecken, mit Salz bestreuen und dann gründlich auswaschen.

Was kann man aus Heidelbeeren machen?

In der Küche sind die blauen Beeren vielseitig einsetzbar, ob zur Heidelbeersoße gekocht oder zum Heidelbeersekt gekeltert. So kann man die Heidelbeeren auch außerhalb der Saison jederzeit genießen, ob verarbeitet, eingekocht oder aus der Tiefkühltheke.

Johannisbeeren haben einen hohen Fruchtsäure-Gehalt

Es gibt schwarze, rote und weiße Johannisbeeren. Die Johannisbeere ist nach dem Johannistag, dem 24. Juni benannt, da man um diese Zeit die ersten Beeren ernten kann. Die Rote Johannisbeere ist in fast ganz Europa verbreitet. Wild kommt sie nur in Belgien, Holland, Frankreich, Deutschland und Italien vor. Sie ist sehr selten in Auwäldern, Schluchten, Gebüschen und an Bachläufen zu finden. Sie bevorzugt nassen, tonigen Boden. Rote Johannisbeeren sind sehr wertvoll, sie enthalten wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamin C, sekundäre Pflanzenstoffe, Kalium und Eisen. Durch ihren hohen Fruchtsäure-Gehalt wirken sie leicht abführend.

Johannisbeeren werden meist roh gegessen und zu Säften und Marmelade verarbeitet. Außerdem schmecken die roten Kleinen besonders gut im Müsli, mit Zucker und Milch oder als Zutat im Kuchen. Der Träubleskuchen beispielsweise ist eine herrliche schwäbische Spezialität mit Johannisbeeren und Baiser. Zur längeren Aufbewahrung kann man die Beeren auch gut Einfrieren. Dazu die Beeren vorsichtig vom Stängel entfernen, in Tüten abpacken und gefrieren.

Stachelbeeren: Voller Zink und Kalium

Klein, rund, knackig, manchmal sauer, manchmal süß. Viele kennen Stachelbeeren aus dem eigenen Garten, seltener findet man sie am Obststand. Die Meinungen über die kleine Beere sind geteilt: Die einen finden sie einfach nur sauer und stören sich an den kleinen Haaren auf der Frucht, die andern finden sie lecker und saftig.

Entgegen ihrem sauren Ruf enthalten reife Stachelbeeren viel Fruchtzucker. Aus diesem Grund sind sie hervorragende Energielieferanten. Zudem speichern die Früchte viel Vitamin C und wichtige Spurenelemente wie das immunstärkende Zink und Silizium, das für stabile Gefäße sorgt. Ihr hoher Kaliumgehalt ist für die leicht entwässernde und Harn treibende Wirkung verantwortlich.

Die vielen Ballaststoffe reinigen den Darm. Ihr leicht säuerlicher Geschmack beruht hauptsächlich auf Apfel- und Zitronensäure, die verdauungsfördernd und Appetit anregend wirken. Man kann also sagen, dass die Stachelbeere den Körper kräftig aufräumt.

Die Stachelbeere ist die einzige heimische Beerenart, die sowohl reif als auch grün und unreif geerntet werden kann. Grün gepflückt halten die Beeren länger. Die frühen Früchtchen eignen sich sehr gut zum Kochen. Vor allem für Konfitüre und Kompott werden sie gern verwendet. Die Früchte enthalten viel Pektin, ein Ballaststoff, der für die Stabilität und den Wasserhaushalt der Beere sorgt. In Kombination mit Zucker und Erwärmung ist er ein Verdickungsmittel - und sorgt dafür, dass die Stachelbeere gut geliert. Beim Konfitüremachen kann man bei der Stachelbeere daher mit dem Gelierzucker sparen.

Auch als Saft sind Stachelbeeren sehr köstlich und gesund. Die aus ihr gewonnenen Säfte kann man noch weiter veredeln zu Wein oder Likör. Die Stachelbeere ist außerdem eine beliebte Kuchenfrucht, aufgekocht mit Puddingpulver ergeben die Früchte z.B. eine frisch-fruchtige Kuchenfüllung, besonders für Mürbeteig. Mit einer Sahne-Baiserhaube wird daraus eine wahre Delikatesse. Wer die Früchte lieber roh verzehrt, sollte auf reife Früchte zurückgreifen. Im Kühlschrank halten sie sich problemlos bis zu einer Woche. Ansonsten kann man sie auch einfrieren.

Wussten Sie schon, dass die Erdbeere nicht zu den Beeren sondern zu den Sammelnussfrüchten gehört? Auch Himbeeren und Brombeeren sind keine Beeren, sondern zählen zu den Sammelsteinfrüchten. Aus botanischer Sicht werden Beerenfrüchte in Schließfrüchte und Sammelfrüchte unterteilt. Als echte Beeren gelten da nur die Schließfrüchte. Demnach gehören beispielsweise Bananen, Auberginen, Datteln und Melonen zu der Familie der Beeren. Ebenso zählen Gemüsearten wie Gurke, Tomate und Kürbis zu den Beerenfrüchten.

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