Rhabarber: Alle Infos über das fruchtig-saure Gemüse

Frischer Rhabarber
Die frisch geschnitten Stangen des Rhabarbers © Silvia Bogdanski

Rhabarber - ein säuerlich-erfrischender Frühjahrsgenuss

Sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr die Felder verwöhnen, können Sie sich auf das erste frische Gemüse des Jahres freuen: Der Rhabarber ist eine Vitaminbombe mit striktem Terminkalender, wenn es um die Ernte geht.

Allgemeines über Rhabarber

Rhabarber begeistert mit seinem säuerlich-frischen Geschmack, der ihn so pfiffig in Desserts und Kompott-Kreationen wirken lässt. Er lässt sich schnell sowie unkompliziert verarbeiten und schmeckt köstlich in Kuchen, Konfitüren, als Saft und Sirup oder als Kompott zu Eis oder Joghurt. Die grün-roten Stangen sind von April bis Juni überall erhältlich und lassen sich gut einfrieren oder einmachen. Rhabarber ist zudem voller Vitamine und Mineralstoffe.

Geschichte und Herkunft von Rhabarber

Der Rhabarber stammt ursprünglich aus Asien, wo er bereits vor mehr als 5000 Jahren für seine Wirksamkeit bekannt war. Im alten China wurde Rhabarber als Heilpflanze bei Verdauungsschwäche, als Aphrodisiakum, bei der Pest und gegen Fieber eingesetzt. Erst im 18. Jahrhundert kam der Rhabarber nach Europa, wo er in Oxfordshire von einem Apotheker angebaut wurde. In Deutschland wurde Rhabarber erstmals 1840 in der Nähe von Hamburg angepflanzt und verbreitete sich von dort aus über die Hamburger Märkte in Norddeutschland und erst später im Rest des Landes. Heute ist er sehr beliebt und wird in immer mehr Regionen angepflanzt.

Sorten und Geschmack von Rhabarber

Rhabarber ist bei Gärtnern nicht ohne Grund so beliebt: Er benötigt nur wenig Pflege und ist leicht zu kultivieren. Allerdings sollten Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Rhabarber umpflanzen, da er die Erde stark auslaugt. Nach dem Umsetzen kann er einfach mit neuen Nährstoffen versorgt werden. Sie haben zudem die Wahl zwischen mehr als 50 essbaren Rhabarbersorten. Holsteiner Blut, Holsteiner Edelblut und Goliath sind die bekanntesten Rhabarbersorten in Deutschland.

Das Holsteiner Blut hat rote Stängel, rötliche, faserige Haut und grünes, säuerliches Fleisch. Das Holsteiner Edelblut hat eine durchgängig rote Stielhaut und rotes Fleisch. Der milde Geschmack dieser Sorte macht sie zu einer der qualitativ besten, auch wenn ihre Ernte generell etwas geringer ausfällt. Goliath ist die größte Rhabarbersorte in Deutschland - seine kräftigen, rötlichen Stiele werden bis zu 90 Zentimeter lang. Sein Geschmack ist leicht säuerlich und verhältnismäßig mild. Allgemein gilt jedoch die Regel: Je grüner die Stange, umso saurer ihr Geschmack.

Rhabarber-Saison

Wie bei allen saisonalen Lebensmitteln ist auch der Beginn der Rhabarber-Saison vom Wetter abhängig. In der Regel hat Rhabarber jedoch von April bis Juni Saison. Wenn der Rhabarber seine typisch grünlich-rote Farbe entwickelt hat und seine Stiele mindestens 25 Zentimeter lang sind, können Sie ihn ernten. Er ist reif, wenn die Rhabarberstangen nicht mehr gewellt, sondern glatt sind. Um sich bis zur Ernte im nächsten Jahr zu regenerieren, bekommt der Rhabarber ab Ende Juni eine Ruhepause. Der Stichtag ist immer der 24. Juni, der Johannistag, da spät geerntete Stängel zu viel Oxalsäure enthalten, die vielen Menschen nicht bekommt. Nun ist auch die beste Zeit, um den Rhabarber zu düngen.

Einkauf von Rhabarber

Egal ob Sie frischen Rhabarber zur Erntezeit auf dem Wochen- oder Bauernmarkt oder in einem Lebensmittelgeschäft einkaufen möchten, mit den folgenden Tipps finden Sie garantiert die frischsten Rhabarberstängel. Zum Zeitpunkt des Einkaufs sollte der Rhabarber frisch und knackig aussehen. Die Blätter sollten fest und straff sein und die Stängel sauber und eine glatte, gerade Struktur besitzen. Stängel, die noch wellig sind, weisen auf unreifen Rhabarber hin und können nicht zum Kochen und Backen verwendet werden, da sie unverträglich sind. Eventuelle Schnittstellen sollten zudem nicht ausgetrocknet sein, sondern saftige Enden haben.

Lagerung von Rhabarber

Bevor Sie das beliebte Gemüse verwenden oder lagern könnten, sollten Sie den Rhabarber putzen. Danach kann er mehrere Tage lang im Gemüsefach eines Kühlschranks aufbewahrt werden. Wenn Sie die Rhabarberstangen zusätzlich in ein feuchtes Tuch einwickeln, bleibt er noch länger frisch und knackig. Aufgrund der enthaltenen Oxalsäure sollten Sie Rhabarber auf keinen Fall in Metallgefäßen oder Alufolie aufbewahren, da diese Säure sonst das Metall angreift und sich damit verbindet.

Es ist daher besser, den Rhabarber in einem Glas- oder Plastikgefäß zu lagern. Anderes Gemüse oder Obst, das Ethylen ausscheidet, wie Äpfel, Birnen oder Bananen, dürfen nicht zusammen mit Rhabarber aufbewahrt werden, da dieser sonst schneller schlecht wird.

Zubereitung und Haltbarmachen von Rhabarber

Zum Haltbarmachen können Sie Rhabarber einfrieren. Er muss zum Einfrieren zwar nicht unbedingt gekocht oder blanchiert werden, doch Sie sollten dies nach dem Auftauen nachholen. In einem Plastikbeutel oder einer Plastikdose kann der Rhabarber übrigens mehrere Monate im Tiefkühlfach verbleiben.

Wenn Sie einen Kuchen mit Rhabarber backen oder leckere Marmelade kochen wollen, ist die richtige Vorbereitung des Gemüses entscheidend. Zunächst sollten Sie den Rhabarber unter fließendem Wasser reinigen. Danach müssen Sie den Rhabarber schälen. Am besten eignen sich dazu ein Gemüseschäler oder ein kleines Messer. Nun wird der Rhabarber gekocht oder blanchiert, um den Gehalt der Oxalsäure zu minimieren. Sobald er etwas abgekühlt ist, können Sie ihn weiterverwenden.

Nährwerte von Rhabarber

Rhabarber ist sehr kalorienarm: Er enthält nur 13 kcal/100 Gramm und eignet sich deshalb perfekt für eine gesunde und kalorienbewusste Ernährung. Apfel-, Zitronen-, Frucht- und Oxalsäuren sorgen für den frischen Geschmack des Gemüses. Zudem hat er eine durstlöschende Wirkung. Rhabarber enthält des Weiteren einige Ballaststoffe wie Pektin und Vitamin K, das blutbildend wirkt. Der hohe Kaliumgehalt von Rhabarber sorgt dafür, dass Nährstoffe durch das Blut in die Zellen des Körpers transportiert werden. Rhabarber weist auch einen besonders hohen Vitamin-C-Gehalt auf - nur 100 Gramm decken bereits ein Drittel des täglichen Bedarfs.

Besonderheiten und No-Gos bei Rhabarber

Menschen, die an Gicht, Nierensteinen, Rheuma oder Arthritis leiden, sollten auf Rhabarber verzichten, da dieser die Leber, Galle und Darmschleimhaut reizen kann. Auch Schwangere, Stillende und Kleinkinder sollten ihren Verzehr stark einschränken oder ganz darauf verzichten, da Rhabarber abführend wirken kann. Vollkommen gesunde Menschen haben beim Verzehr von Rhabarber allerdings nichts zu befürchten, solange sie ihn nicht in zu großen Mengen roh essen.

Zubereitungstipps und klassische Rezepte für Rhabarber

Zu den klassischen Rezepten gehört das Rhabarber-Kompott, bei dem der Rhabarber mit Zucker und etwas Wasser solange gekocht wird, bis er weich ist. Ebenfalls traditionelle und beliebte Rezept sind Rhabarberkuchen mit Baiserhaube, Konfitüren mit Rhabarber, Rhabarber-Streuselkuchen und Rhabarber-Crumble. Außerdem wird er gerne mit Erdbeeren kombiniert.

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