Petersilie: Das müssen Sie über das beliebte Küchenkraut wissen

Petersilie ist ein häufig verwendetes Küchenkraut
Die aromatische Petersilie ist in deutschen Küchen sehr beliebt © picture-alliance / ZB, Hans Wiedl

Petersilie - ein unverzichtbarer Bestandteil der guten Küche

Petersilie zählt in Deutschland zu den am häufigsten verwendeten Küchenkräutern und gedeiht hervorragend im hiesigen Klima. Sie ist in vielen Hausgärten zu finden, in Pflanzkästen sowie in Kräutertöpfen auf der Fensterbank. Die dekorativen Blättchen der aromatischen Pflanze erfreuen zum einen das Auge und bereichern zum anderen als frische Komponente zahlreiche Speisen. Auch wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wird die Petersilie als Nahrungsergänzung und in der Pflanzenheilkunde geschätzt.

Geschichte und Herkunft von Petersilie

Die Urform der Petersilie stammt aus dem Mittelmeerraum. Ihr botanischer Name Petrosellinum crispum (Petros = Fels) deutet darauf hin, dass sie bevorzugt auf felsigem Untergrund wuchs. Während das Kraut im antiken Griechenland zu frisch duftenden Kränzen gewunden wurde, kultivierten es die Römer und verwendeten es zusätzlich als Küchen- und Heilkraut. Karl der Große befahl in seiner Landgüterverordnung von 812 den Anbau von Petersilie als Küchenkraut. Heute ist Petersilie weltweit beliebt und findet auf vielerlei Art Verwendung.

Sorten und Geschmack von Petersilie

Die Petersilie gehört wie Fenchel, Liebstöckel und Kümmel zu den Doldenblütlern. In der Küche werden zwei Arten der Pflanze verwendet: die Blattpetersilie und die Wurzelpetersilie. Letztere besitzt eine starke Pfahlwurzel. Ihr Aroma verleiht im Bouquet garni der Gemüsebrühe ihren typischen Geschmack. Petersilie wird in zwei Variationen kultiviert: Glatte Petersilie besitzt ein kräftigeres Aroma, die Blätter der krausen Petersilie bleiben hingegen länger knackig und sind besonders dekorativ. Der Geschmack des Krautes lässt sich als frisch-würzig beschreiben, mit leichten Anklängen an das milde ätherische Aroma von weißem Pfeffer.

Petersilie: Saison und Einkauf

Petersilie wird das ganze Jahr über frisch aus dem Freiland importiert oder ist aus dem Gewächshaus erhältlich. Küchenfertig gehackte Petersilie gibt es auch als Tiefkühlware. So hat man immer einen Vorrat zur Hand, muss aber Einschränkungen beim Aroma hinnehmen. Auch die getrocknete Petersilie, die in beinahe jedem Gewürzregal im Handel zu finden ist, kann an das Aroma des frischen Krautes nicht heranreichen. Dekorative Akzente auf dem Teller setzt aber auch das getrocknete Würzkraut.

Lagerung von Petersilie

Das frische Kraut lässt sich ohne Qualitätseinbußen nicht lange lagern. Es hält sich am besten feucht eingeschlagen im Gemüsefach des Kühlschranks. Eher ungünstig ist es, ein zusammengebundenes Kräutersträußchen wie einen Blumenstrauß in eine kleine Vase zu stellen. Dabei passiert es leicht, dass die zusammengedrückten zarten Blätter zu faulen beginnen. Die beste Lagerung des frischen Krauts ist jedoch die Pflege der ganzen Pflanze. Petersilie zu pflanzen, ist auch auf kleinem Raum möglich. Im Frühjahr gibt es beim Gärtner oder auf dem Markt kleine Töpfchen mit glatter und krauser Petersilie. Ins Kräuterbeet ausgepflanzt und eventuell etwas vereinzelt, fühlt sie sich an nicht zu sonnigen Stellen in lockerem, feuchtem Boden besonders wohl. Wenn Sie Petersilie anbauen, bringt sie oft sogar noch im zweiten Jahr Erträge. Auch im Kräutertopf auf der Fensterbank können Sie Petersilie ernten.

Zubereitung und Haltbarmachen von Petersilie

Je nachdem wie Sie das Kraut verwenden wollen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, es zu konservieren. Zur Tiefkühlkonservierung wird die getrocknete und gehackte Petersilie flach auf einem glatten Küchenbrett oder einem Teller zunächst vorgefroren. Danach, in kleinen Einheiten verpackt, bleibt sie streufähig. Für eine Suppe können Sie Petersilie einfrieren, indem Sie in einer Eiswürfelschale das gehackte Würzkraut mit etwas Wasser mischen. Der kleine Eiswürfel kommt dann direkt in die fertige Suppe. Auch in Form von Kräuterbutter hält sich Petersilie im Gefrierfach eine Weile. Weitere Möglichkeiten sind die Zubereitung als Pesto, das sich im Kühlschrank einige Monate aufbewahren lässt, und die wenig bekannte Konservierung mit Salz als Petersilienpaste.

Nährwerte von Petersilie

Petersilie ist sehr gesund, denn sie enthält unter anderem die Vitamine A, Folsäure, Niacin, B6, K und viel Vitamin C sowie die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Phosphor, Zink und Mangan. Damit ist sie eine ebenso nahrhafte wie geschmackvolle Ergänzung zur normalen Kost. Petersilie stärkt zudem das Immunsystem und unterstützt die Arbeit der Verdauungsorgane sowie die Leber. Sie hat zusätzlich eine harntreibende und blutreinigende Wirkung. Außerdem soll Petersilie die Potenz fördern. In der Pflanzenheilkunde wird sie bei Blasen- und Nierenproblemen, Verdauungsstörungen und Mundgeruch eingesetzt. Äußerlich angewandt soll sie auch die Folgen von Insektenstichen lindern.

Besonderheiten und No-Gos bei Petersilie

- Möglich, aber nicht empfehlenswert ist es, Petersilie zu trocknen, da sie dann ihr typisches Aroma verliert

- Schwangere sollten Petersilie nur in Maßen genießen, weil sie wehenfördernd wirken kann

- Wer unter Nierenproblemen und Herzrhythmusstörungen leidet, sollte auf die Petersilienwurzel verzichten

- Gründlich gekaute Petersilie soll Knoblauchatem entgegenwirken

- Ein Tee oder eine Abkochung aus Petersilienblättern kann Pflanzen gegen Blattläuse stärken

Zubereitungstipps und klassische Rezepte für Petersilie

Petersilie ist eine wichtige Zutat bei vielen Speisen sowie Hauptbestandteil verschiedener Rezepte. Das Bouquet garni, das für viele Suppen verwendet wird, enthält beispielsweise Wurzel und Grün des Krauts, die hessische (Kasseler und Frankfurter) Grüne Soße ist ohne Petersilie undenkbar. Reichlich glatte Petersilie gehört auch in ein nordafrikanisches oder französisches Taboulé. Krause Petersilie wird für die klassische Vinaigrette benötigt und natürlich zur Dekoration kalter Platten.

Den meisten Rezepten ist gemeinsam, dass die zarten Blättchen der Petersilie in kalten und warmen Gerichten roh verwendet werden. In warmen Gerichten, mit Ausnahme des Bouquets garni, gibt man sie erst kurz vor dem Servieren hinzu, weil sie schnell Farbe und Aroma verliert.

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