Chinakohl: Alles, was Sie über den gesunden Kohl wissen müssen

Nützliche Tipps zu Chinakohl
Chinakohl schmeckt zum Beispiel als Salat richtig gut. © picture alliance / XAMAX, Xamax

Chinakohl - bekömmlicher Vertreter aus der Kohlfamilie

Der Chinakohl wurde auch in den deutschen Küchen vermutlich durch die beliebten Chinarestaurants bekannt. Er stammt von einer Kohlsorte ab, die in China als weißer Kohl bezeichnet wird. Ein anderer Name für das Gemüse bedeutet so viel wie "Zahn des weißen Drachens". Seine vielen Vorzüge für die Ernährung, die gesundheitsfördernde Wirkung und seine vielseitige Verwendbarkeit machten den milden Kohl auch in Deutschland schnell beliebt.

Geschichte und Herkunft von Chinakohl

Chinakohl gehört erst seit einigen Jahrzehnten in Deutschland zum Standardgemüse in Gemüsegärten und Supermärkten. Er stammt ursprünglich aus dem Norden Chinas und breitete sich rasch im ganzen asiatischen Raum aus. Dort zählt er bereits seit Jahrhunderten zu den am meisten angebauten und verwendeten Gemüsesorten. Mittlerweile wird Chinakohl allerdings weltweit angebaut. Vermutlich ist er durch eine Kreuzung aus zwei anderen Kohlsorten entstanden. Für Chinakohl typisch sind die breiten weißen Blattrippen, an den Spitzen sind diese leicht kraus oder wellig.

Sorten und Geschmack von Chinakohl

Chinakohl (Brassica rapa var. pekinensis) wird manchmal mit dem chinesischen Kohl Pak Choi (Brassica rapa var. chinensis) verwechselt. Dieser bildet meist keinen festen Kopf. Chinakohl dagegen ist durch hellgrüne Blätter und große, kompakte Köpfe gekennzeichnet. Beide Arten sind allerdings eng verwandt, denn beide sind Unterarten der Rübe Brassica rapa. Für den Eigenanbau gibt es mehrere Sorten, die sich vom handelsüblichen Chinakohl in Form und Farbe unterscheiden. Chinakohl besitzt nur ein äußerst zartes, dezentes Kohlaroma. Er hat einen frischen, milden und knackigen Geschmack.

Saison und Einkauf von Chinakohl

Die Hauptsaison für Chinakohl ist zwischen Juni und Dezember. Weil er aber auch in großen Mengen, zum Beispiel in den Niederlanden, im Gewächshaus angebaut wird, ist er ganzjährig erhältlich. Beim Einkauf sollten die Blätter hellgrün und frisch und die breiten Blattrippen schön weiß aussehen. Eine helle Schnittstelle am Strunk ist ebenfalls ein Zeichen für Frische. Da die Kohlstauden meist von Hand geerntet und sorgfältig abgepackt werden, hat man außer den äußeren Blättern kaum Abfall. Ein kleiner Kopf reicht meistens für vier Portionen.

Chinakohl-Anbau im Garten

Zum Anbau von Chinakohl im Garten gibt es unterschiedliche Sorten, auch für die frühe und mittelfrühe Kultur. Sie können ihn entweder vorziehen und auspflanzen oder direkt an Ort und Stelle aussäen. Dann müssen die kleinen Pflanzen auf den richtigen Abstand von ungefähr 40 cm verzogen werden. Bei geringeren Abständen werden die Kohlköpfe kleiner und zarter. Sie schmecken zwar ebenso lecker, können aber nicht so gut gelagert werden wie große, feste Köpfe. Weil die Pflanze schnell wächst, benötigt sie einen gut gedüngten Boden. Die Vorkultur sollte wegen der möglichen Übertragung von Kohlkrankheiten nicht aus anderen Kohlpflanzen beziehungsweise Kreuzblütlern bestehen. Chinakohl benötigt zur idealen Entwicklung eine windgeschützte Lage und ein mildes Klima.

Lagerung von Chinakohl

Feste Köpfe können im nicht zu warmen Keller oder im Kühlschrank feucht eingeschlagen mehrere Wochen gelagert werden. Chinakohl aus eigenem Anbau kann auch im Winter bei geringen Frosttemperaturen noch im Beet bleiben und dann direkt zur Verarbeitung geerntet werden. Angeschnittene Kohlköpfe halten sich im Kühlschrank gut eine Woche, wenn Sie die Schnittfläche mit Folie abdecken. Zur Zubereitung von japanisch eingelegtem Kohl oder dem traditionellen koreanischen Kimchi muss man Chinakohl schneiden und einsalzen. Nach dem Würzen setzt die Milchsäuregärung ein, die, ähnlich wie beim Sauerkraut, die Kohlblätter haltbar macht.

Zubereitung und Haltbarmachen von Chinakohl

Vor der Zubereitung wird der Kohl gründlich geputzt. Meistens müssen die äußeren Blätter entfernt werden. Anschließend schneidet man ihn in Streifen. Die Zubereitungsmöglichkeiten in der Küche sind vielfältig: Chinakohl kann zwar auch roh als Salat verzehrt werden, seinen vollen Geschmack entfaltet er allerdings eher in unterschiedlichen Gemüse- und Wok-Gerichten. Für Eilige ist auch die kurze Garzeit von Vorteil. Chinakohl sollte immer so gegart werden, dass er noch ein wenig knackig ist. Das bereits vorbereitete Gemüse können Sie gut haltbar machen, indem Sie es nach kurzem Blanchieren einfrieren. Auch fertige Chinakohlgerichte wie Suppen und Aufläufe eignen sich zum Einfrieren.

Nährwerte von Chinakohl

Chinakohl ist sehr gesund: Er versorgt den Körper mit vielen Mineralstoffen und Vitaminen. So hat Chinakohl Nährwerte wie Vitamine A und C sowie Folsäure und ß-Carotin in großen Mengen. Außerdem beinhaltet er viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen, die für den Aufbau von Knochen und Muskeln sowie für den Sauerstofftransport im Blut wichtig sind. Chinakohl hat Kalorien, die kaum nennenswert sind, daher können Sie mit gutem Gewissen so viel davon verzehren, wie Sie möchten!

Besonderheiten bei Chinakohl

Chinakohl ist, wenn er mit wenig Fett zubereitet wird, leicht verdaulich. Er wird beispielsweise in Rezepten für leichte Schonkost verwendet. Deshalb lohnt sich, auch wenn Sie sonst mit Verdauungsbeschwerden auf Blattkohl reagieren sollten, ein Versuch mit Chinakohl. So kommen Sie in den Genuss der Senfölglykoside, die auch als Glucosinolate bezeichnet werden. Beim Zerschneiden, Kauen oder sanften Kochen entsteht daraus die Substanz Sulforaphan, die antibakterielle Eigenschaften besitzt. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass dieser sekundäre Pflanzenstoff einigen Krebserkrankungen vorbeugen kann.

Zubereitungstipps und klassische Rezepte für Chinakohl

Man kann Chinakohl roh essen. Fein geschnitten als Salat ist er sogar besonders gesund. Ein Schinken-, Lachs- oder Käsebrot schmeckt frisch und lecker, wenn es zusätzlich mit einem kleinen Chinakohlblatt belegt ist. Damit er seine volle Wirkung für die Gesundheit entfaltet, sollte der Kohl gut gekaut werden. Chinakohlblätter können auch für die bekannten Kohlauflauf- oder Kohlrouladen-Rezepte verwendet werden - außerdem natürlich für fast alle asiatischen Pfannengerichte. Bevor Sie die Chinakohl-Blätter in Streifen schneiden, halbieren und vierteln Sie den kompletten Kopf am besten in Längsrichtung. Am leichtesten lässt der Kohl sich waschen, wenn Sie ihn gleich nach dem Kleinschneiden kurz durchspülen. Wenn Sie Chinakohl kochen oder dünsten, dann lassen Sie ihn nur ganz kurz auf dem Herd, damit er noch knackig bleibt.

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