Die wichtigsten türkischen Gewürze

Türkische Gewürze
Am besten schmecken typisch türkische Gewürze, wenn sie frisch aus der Türkei kommen.

Typische Gewürze der türkischen Küche

Viele werden sich fragen: Wieso Gewürze aus der Türkei mitbringen, wenn sie auch bei allen gut sortierten türkischen Läden erhältlich sind? Die Frage lässt sich sehr einfach beantworten: Sie sind frischer, aromatischer, genüsslicher!

Ich gebe zu, ich dachte am Anfang auch, dass diese ganzen Einkäufe unnötig sind. Manchmal musste ich sogar auf den Kauf von neuen Schuhen in der Türkei verzichten, damit meine Mutter einen Behälter voller „Salça“ mitbringen konnte. Aber mittlerweile denke ich: Lieber verzichte ich auf die Schuhe aus der Türkei als auf den kostbaren Vorrat in rot.

So wie der Eiffelturm und die Cathédrale Notre Dame zu den Sehenswürdigkeiten von Paris gehören, so gehören die Gewürze zu den Sehenswürdigkeiten der Türkei, Sehenswürdigkeiten, die man auch fühlen, schmecken und riechen kann. Fast alle Sinne werden von diesen aromatischen Düften betört!

Wer kennt diesen Satz nicht: „Einmal Döner mit viel scharf bitte“. Seine Schärfe erhält der Döner durch Pul Biber. Mit Pul Biber kann man eigentlich allen Gerichten eine scharfe Note verleihen. Übrigens: Wenn Sie Pul Biber zwischen den Finger reiben und diese färben sich rot, so handelt es sich um frische Chiliflocken!

Nane verfeinert den Geschmack von Tzatziki bzw. Cacık. Als Tee wirken die frischen oder auch getrockneten Minzeblätter wahre Wunder bei Bauchschmerzen.

Şehriye sind die I-Tüpfelchen in jedem türkischen Reis und können auch gerne in Suppen hinzugefügt werden.

Und was ist ein leckeres Börek ohne weißen Sesam oben drauf? Quasi ein nackter Börek! Also ist Susam ein Muss für jedes Gewürzregal.

Wer schon mal Kisir (Bulgursalat) gegessen hat, weiß, dass der Granatapfel-Sirup am unverfälschlichen Geschmack beteiligt ist. Der süß-saure Sirup Nar ekşisi sosu ist vom Geschmack her ähnlich, jedoch intensiver als Balsamico.

Ich persönlich würze meine gekochten Eier gerne mit Salz und Kimyon. Auch zum Hummus (Kichererbsenbrei) darf es nicht fehlen. Viele verwenden den gemahlenen Kreuzkümmel (Cumin) zu Fleischspeisen und Frikadellen.

„Her şeye maydanoz olma“ sagt man zu Menschen, die sich immer und überall einmischen. Daher wird die Petersilie (Maydanoz) mit neugierigen Menschen in Verbindung gebracht. Denn auch die Petersilie ist eine vielseitige Pflanze, die zu jedem Gericht oder Salat verwendet werden kann. Kaum aus der türkischen Küche weg zu denken - egal ob frisch, getrocknet, gehackt oder pulverisiert.

Mit Baharat, der osmanischen Gewürzmischung, haben Sie fast alles in einem: Es besteht meistens aus Petersilie, Minze, Paprika, Kreuzkümmel, Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel, Zimt und einer Thymianart. Eignet sich ideal zu gegrilltem Fleisch, passt aber auch hervorragend zu Reis, Gemüse und Kartoffeln.

Çörek otu findet man häufig auf türkischem Fladenbrot und im Schafskäse. Schon die alten Ägypter aßen kein Fladenbrot ohne den berühmt-berüchtigten Schwarzkümmel. Bekannt wurde Çörek otu durch die Aussage des Propheten Mohammeds: „Schwarzkümmel heilt jede Krankheit - außer den Tod“. Auch heute halten die Mediziner sehr viel von dieser Heilpflanze, die unter anderem auch gegen Pollenallergie helfen soll.

Als eine Freundin nachfragte, wieso unser „Kuru Fazülye“ (traditionelles, türkisches Gericht mit weißen Bohnen) so einzigartig schmeckt, antwortete ich, dass dies dem Tomatenmark zu verdanken ist. Als meine Mutter hörte, dass ich ihre „Salça“ einfach nur mit dem Wort Tomatenmark abfertigte, kam wie aus der Pistole geschossen: „Omas Salça lässt sich nicht mit Tomatenmark beschreiben! Weißt du, wieviel Kraft und Liebe sie beim Zubereiten dieser Tomatenmasse investiert hat?“

Ich wusste doch, dass Omas Salça die berühmteste in unserem Dorf ist. Schließlich trägt es ihre Handschrift. Viele Frauen in der Türkei stellen Tomatenmark selber her: Die reifen und in Scheiben geschnittenen Tomaten werden in der Sonne getrocknet und ständig mit viel Geduld und einem riesigen Holzlöffel gerührt. Die Gewürze macht die Salça aus und das Würzen ist Geschmackssache. Meine Oma trifft immer die goldene Mitte: nicht zu scharf und nicht zu stark gewürzt. Es empfiehlt sich wirklich, Salça aus dem Urlaub mitzubringen. Viele ältere Frauen verkaufen sie in Plastikbechern auf einem türkischen Basar. Einfach nach „Ev tipi Salçasi“ fragen und glücklicher Besitzer einer südländischen Besonderheit werden.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Gewürze die türkischen Gerichte dominieren, aber im Gegenteil: Das Gewürz unterstreicht die türkische Küche nur. Denn für die Türken steht der Eigengeschmack der Gemüsesorten immer im Vordergrund. Schließlich ist man sehr stolz auf das frische und in der türkischen Sonne gereifte Gemüse.

Esra Gülbahar

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