Hefezopf

Rezept: Hefezopf
oder wie man ein Uroma Rezept rettet
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oder wie man ein Uroma Rezept rettet
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Zutaten für
4
Personen
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ZUTATEN
1 kg
Mehl
200 Gramm
Zucker
200 Gramm
Butter
500 ml
Milch
2 Stück
Eier
1 Stück
Eigelb
15 Gramm
Salz
1 Stück
Hefewürfel
Biozitronenabrieb
REZEPTINFOS
Schwierigkeitsgrad
leicht
Zubereitungszeit
keine Angabe
Preiskategorie
€ €
veröffentlicht am
03.05.2017
Angaben pro 100 g
kJ (kcal)
979 (234)
Eiweiß
6,1 g
Kohlenhydrate
49,5 g
Fett
0,9 g
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REZEPT-KATEGORIEN
TIPP!

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ZUBEREITUNG
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Die Geschichte der Rezeptrekonstruktion
1
Eigentich wollte ich nur das Hefezopfrezept einstellen, aber dann kamen die Teile, wie üblich zu Ostern inflationär. Über die Feiertage habe ich dann den Rezepte Ordner meiner Mutter noch einmal durchgesehen und festgestellt, dass nur noch zwei gut leserliche vorhanden sind. Der Rest ist eine Zumutung. Damit meine Tochter, für die ich das Kochbuch hier erstelle, später auch mal eine Ahnung hat, was auch bei mir so alles schief ging und was ich lernen und herausfinden musste hier und heute die Geschichte des Hefezopfrezeptes
2
Meine Oma, von der die Rezepte sind verstarb als ich 10 war. Meine Mutter verstarb, da war ich 22. Tatsächlich war meine verehrte Mutter ein Kind ihrer Zeit. Der Geschmacksverstärker regierte in der Küche, die Tütensoße war groß in Mode und Suppenwürfel das Allheilmittel. Ich habe bei meiner Mutter nie schlecht gegessen, aber warum war es bei Oma noch besser? Bei diversen Besuchen saß dann meine Mutter nach drängen von mir und meinem Vater mit der Schwiegermutter in der Küche und hat mit ihr gekocht oder gebacken was wir unbedingt so auch zu Hause essen wollten - also der Anschauungsunterricht fehlte mir schon mal. Aus Gründen der Sparsamkeit wurden auch alte Belege gewendet und dort nur die Zutaten notiert, den Rest hatte meine Mutter ja gesehen oder sich gemerkt oder es war dann einfach Platzmangel. Später kam dann noch das Kaloriensparen dazu und es wurden Mengen gestrichen oder runtergerechnet. Unterm Strich hat sich das aber nie gelohnt, weil der Zopf hier sicher keinen Fettbelag benötigt, die runtegestrichenen waren aber nur mit Fettbelag essbar .... na wer hat jetzt was gespart
3
Also hatte ich mit 22 diese Zettel, etwas kocherfahrung aber backen war so gar nicht mein Ding. Rührkuchen habe ich so gerade nach Rezept hinbekommen. Hefeteig war mir zwar aus der Bäckerei bekannt, aber eben in fertigem Zustand. Heute genügt ein Blick auf die Zutaten und ich weiß was ich vor mir habe. Damals war es für mich einfach nur das was ich auf dem Zettel vorfand, eine Bauanleitung für einen Teig mit Hefe. Der erste Versuch ging dann auch exakt mit den genannten Zutaten in genau der Menge vor sich. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass der Teig elastisch sein sollte, oder, dass die Flüssigkeitsmenge von der feuchte des Mehls abhängig ist und kann Mehl überhaupt feucht sein, das staubt doch. Nun gut ich erzeugte einen netten Brei, der sich sehen lassen konnte. Kochbücher waren zu dieser Zeit der einzige Zugang zu meinem fehlenden Wissen, aber mir zu teuer, so wurde die Stadtbibliothek zu meinem besten Freund. Manchmal lag auch ein entsprechendes Buch vor.
4
Was es alleine über den richtigen Umgang mit Hefe alles zu wissen gab. Dampferl herrstellen und das mit nicht zu heißer Flüssigkeit sonst ist die Hefe tot und mit Mehl und Zucker füttern, ich hatte das alles in kalter Form zusammengerührt Dann der Hinweis auf die Flüssigkeitszufuhr, die Ruhezzeiten und schlußendlich ein Bild von einem Hefeteig wie er aussehen sollte
5
Mit dem neu angeschafften Basiswissen kam dann der nächste Versuch zumindest der Teig war gelungen. Jetzt kam nur noch die Herausforderung den Ofen zu überlisten, mal war der Teig nicht durch, dann der Zopf angbrannt, je nachdem welches Kochbuch ich gerade in die Finger bekam. Ich habe ich es dann doch geschafft und einige Rezepte sind auch zwischenzeitlich von mir aus der Erinnerung an den Geschmack erstellt worden, weil kochen und backen musste ich lernen, schmecken konnnte ich schon immer gut
Die Zubereitung
Das Dampferl
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Den Würfel Hefe in eine Schüssel bröckeln, etwas von dem Zucker und dem Mehl darübergeben und mit höchstens handwarmer Milch übergießen und verrühren. Stehen lassen bis sich blasen bilden, dann ist alles gut mit der Hefe
Der Hefeteig
7
Alle Zutaten bis auf die Milch in eine Rührschüssel geben, ebenso kommt hier jetzt das Dampferl dazu und eine Kleinigkeit von der Milch. Während des Rührens Milch zugeben bis ein glatter, elastischer Teig entstanden ist, der nicht am Schüsselrand klebt. Diesen Teig an einem warmen Ort so lange gut abgedeckt ruhen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat
8
Den Teig dann auf einer entsprechenden Unterlage (heute muss eine Silikonmatte nicht mehr zwingend bemehlt werden, kann aber) gut per Hand durchkneten
9
Den Teig in mindestens drei gleich große Teile schneiden und weiterkneten, dann zu langen gleich großen Rollen formen und verflechten
10
Auf ein Backblech legen und nochmals bis zur gewünschten Größe gehen lassen
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Den Zopf mit dem Eigelb bestreichen
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Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen und ungefähr 50 Minuten backen, Stäbchenprobe
13
Nach der Hälfte der Backzeit den Zopf mit Alufolie abdecken sonst wird das Eigelb schwarz
14
Aus dem Ofen bergen, abkühlen lassen und genießen
15
Guten Hunger!

KOMMENTARE
Hefezopf

Benutzerbild von SuppenGeniesser
   SuppenGeniesser
ich als "Backnull" kann da eh nicht mitreden, aber von dem geilen Hefezopf würde ich gerne ein großes Stück nehmen.....kulinarische Grüße von Peter
Benutzerbild von Dreamcoon
   Dreamcoon
Ein toller Hefezof. Ja die Omis hatten es schon drauf. Schön daß Du das Rezept retten konntest. Und uns allen auch noch freude daran haben läßt. LG Brigitte
Benutzerbild von Paprilotte
   Paprilotte
Solche Rezeptzettel von Oma habe ich auch noch. Bei manchen Zubereitungen habe ich ihr damals über die Schulter guguckt, gestaunt und viel gelernt. Bis heute macht es jedes Mal einfach Spaß, diese Rezepte nachzukochen oder nachzubacken. Ich kann dich echt gut verstehen - diese Handzettel sind echte Schätze!!! Und wie man sieht, alles funktioniert; der Zopf ist dir großartig gelungen! LG, Andrea
Benutzerbild von Kochecke48
   Kochecke48
Na, das ist ja was feines mit Seltenheitswert. Schön beschrieben und für sehr gut befunden. MfG Kochecke48
Benutzerbild von Adefa
   Adefa
Eine sehr schöne Geschichte! Solche Rezept-Zettelchen kenn ich auch noch und muss gestehen, habe auch selber schon so geschrieben in meinem eigenen handgeschriebenen Rezeptbuch. Wo ich dann manchmal selber davor stehe und denke, OK...wie ging das nochmal...aber ist doch schön, wenn man dadurch immer wieder kreativ ist und an Erfahrung reicher. Hauptsache es gibt ein schönes Ergebnis und das ist ja der Fall. GLG

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