Allerlei: Was sonst in keine Rubrik passt

Brief an die Nicht-Veganer

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Text von Bea Kälin
https://www.beasbevegan.ch/lyrik/

Liebe Nicht-Veganer,
Das süsse Schweinchen auf dem Bild (Anm. Samyka: kann hier ja leider nicht gepostet werden), wird keine Chance auf ein schönes und freies Leben haben, wenn ihr weiterhin seine Körperteile essen wollt.
Gerade erst geboren, wird es die Hölle auf Erden durchwandern, eine Hölle von der ihr euch kaum eine Vorstellung macht - oder machen wollt!
So wie Milliarden von anderen Tieren, wird es nie das Tageslicht sehen, nie seine Mutter kennen lernen und niemals eine liebevolle Zuwendung von einem Menschen erfahren. Nur Schmerz und Qual werden seine stetigen Begleiter sein bis zum Tage seiner Hinrichtung.
Nicht einmal der schlimmste Verbrecher muss ein derart elendiges Leben fristen, wie unsere tierischen Mitbewohner, die niemandem etwas angetan haben. Sie sind die friedvollsten und sanftesten Wesen, und dies wird schamlos ausgenutzt, damit ihr Fleisch essen könnt.
Kann es wirklich sein, dass all die Bilder und Videos, die klar das Tierleid dokumentieren euch nicht innerlich berühren? Ist es tatsächlich so, dass wir Tierrechtsaktivisten an versteinerten Seelen rütteln? Ich kann das einfach nicht glauben! Was geht in euch vor, wenn ihr strikt behauptet, ihr könntet nicht auf tierische Produkte verzichten, weil sie euch so gut schmecken? Sticht da nicht manchmal etwas im Herzen?
Was würdet ihr der Kuh sagen, der man gerade ihr Kind weggenommen hat, damit ihr die Milch trinken könnt, die nicht für euch bestimmt ist? Was erklärt ihr dem Kälbchen, das wochenlang nach seiner Mutter ruft? Was sagt ihr dem Kücken, das eben geschreddert wird, weil es als Junge wertlos für die Eierindustrie ist? Würdet ihr sagen: "Sorry, ich weiß du leidest und stirbst, aber es ist mir egal, denn ich liebe den Geschmack von Eiern, Milch und Fleisch"?
Manchmal wünsch ich mir wirklich, ihr müsstet ein Schlachthaus besuchen, müsstet Zeuge dieser unfassbaren Brutalität sein, die jeden Tag Sekunde für Sekunde stattfindet auch an sogenannten Bio-Tieren.
Da ich euch dazu nicht zwingen kann, bleibt mir nur, euch in Wort und Bild darauf aufmerksam zu machen, was ihr nicht wahrhaben wollt.
Noch könnt ihr euch hinter einer Mehrheit verstecken, noch seid ihr vermeintlich auf der "richtigen Seite". Die richtige Seite jedoch ist meines Erachtens nach dort, wo keine Versklavung, keine Verstümmelung, keine Gewalt und kein Töten stattfindet.
Abschließend kann ich euch nur noch bitten, eure Herzen zu öffnen, eurer inneren Stimme zu lauschen, die schon längst weiß, dass es moralisch verwerflich ist, was der Mensch den Tieren antut.

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Benutzerbild von emari
   emari
@samyka:
Du schreibst: "Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass du wirklich eine solche Einstellung hast,
(Quelle: www.kochbar.de
Ja, Uschi, da hast Du recht, Umwelt und Tierschutzthemen sind mir wirklich ein Anliegen!
Und daher erinnere ich hier heute alle österreichischen KB User an das bei uns in Österreich momentan laufende Tierschutzvolksbegehren, dass bisher noch nicht die erforderliche Anzahl an Unterschriften bekommen hat!
Bis 29. Juni kann man auf jedem Gemeindeamt unterschreiben, geht aber auch mittels Handy-Signatur bequem von zu Hause aus ...
Die Chance auf bessere Gesetze für den Schutz unserer Nutztiere sollte uns doch zumindestens eine Unterschrift wert sein !!!
Ich hoffe, es gibt viele Menschen die diese Möglichkeit nutzen ...
lg von emari
Benutzerbild von Samyka
   Samyka
Danke für das Aufmerksam machen auf das Tierschutzvolksbegehren!!!
LG Uschi
   Luena1111
@ Lenka,
das mit dem Hund finde ich krass, hast du so gar keine Beziehung zu dem Tier gehabt?

Mit einem Hund lebt man doch zusammen, er ist treu, gehorcht, läuft einem hinterher.
Du scheinst nichts für ihn empfunden zu haben.
LG
Benutzerbild von LenkaF
   LenkaF
Ein sehr guter Text Samyka, danke dafür!
Da kommen bei mir ganz viele Erinnerungen hoch. Ich habe den Großteil meiner Kindheit und Jugend am Land verbracht. Wir haben eine kleine Landwirtschaft gehabt, waren großteils Selbstversorger. Fleisch gab es damals nur 1-2x pro Woche - eigene Tiere wurden geschlachtet. Meine Oma hat mir schon sehr früh beigebracht, wie man ein Tier schnell, effektiv und möglichst schmerzlos tötet. Mit 9-10 Jahren habe ich schon selbst kleinere Tiere geschlachtet, aufgeschlitzt, ausgenommen, gerupft oder gehäutet - Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen... Meine Oma hat immer gesagt: "Lenka, gib den Kaninchen bloß keine Namen und spiele ja nicht mit ihnen - es ist Essen!"
So wurde mich von klein an aufoktroyiert, das Leben und die Bedürfnisse bestimmter Tiere zu ignorieren.
Aber so ganz hat es doch nicht funktioniert. Ich habe mich trotzdem gefragt, wenn ein Hühnerköper ohne Kopf durch den Hof lief, ob dieser doch nicht einen Schmerz spürt oder woher kommt bei den Kaninchen die unglaubliche Kraft, mit der sie zappeln, wenn man sie zum Schlachten aufhängt - wieso tun sie es, wieso lassen sie sich nicht einfach abstechen - sie sind ja "Essen"? Und wieso wird die Sau panisch und schreit, dass man sie durchs ganze Dorf hört, wenn man sie aus dem Kobel holt - die kann ja nicht wissen, dass man sie töten will, ob sie es vielleicht doch spüren kann?
Bei jedem Tier, welches ich geschlachtet habe, habe ich das Gefühl, ein Teil meiner Seele, ein Teil meiner Empathie wäre mitgestorben.
Damals wusste man aber nicht, dass es auch anders geht, Fleisch zu essen, Tiere zu schlachten ...das war "normal".
Ich habe mich auch schon immer gefragt - Hund, Kaninchen, Huhn - wo ist der Unterschied? Ich habe keinen logischen Grund finden können, warum man mit einem Hund kuschelt und das Kaninchen als "Essen" bezeichnet.
Mit 18 Jahren bin ich in ein anderes Dorf umgezogen, habe einen Freund gefunden und habe seine Freunde kennengelernt. Es war dort eine "Tradition" unter den Jugendlichen, 2x im Jahr einen Hund zu essen. Da kein passender Hund gefunden werden konnte, habe ich keine Skrupel gehabt, unseren Hund zu erschießen. Tier wie Tier ...und da er noch sehr jung war, hat das Fleisch wirklich gut geschmeckt.
Es hat noch sehr viele Jahre gebraucht, bis ich das erste mal das Wort "Vegan" überhaupt wahrgenommen habe.
Eigentlich erst, als unser erster Sohn geboren wurde und ein Gendefekt bei im festgestellt wurde, der unter anderem zum höheren Krebsrisiko führt. Dann haben wir nach Wegen gesucht, dieses Risiko möglichst niedrig zu halten. Wir haben enorm viel gelesen und recherchiert - und alle Wege führten uns zur pflanzlichen Kost.
Ich habe angefangen, mich mit diesem Thema etwas tiefer zu beschäftigen und habe das Puzzleteilchen, welches mir seit meiner frühen Kindheit gefehlt hat, gefunden.
Jetzt stehe ich da, setze mich mit meiner Familie für die Gerechtigkeit für ALLE Lebewesen ein und habe dadurch auch meinen seelischen Frieden gefunden und meine körperliche Gesundheit wiedergewonnen.
Jetzt stehe ich da und bedanke mich für diesen wunderbaren Text von Bea Kälin.
Benutzerbild von HOCI
   HOCI
liebe lenka,
weisst du was mir am meisten an deinen bericht gefällt? er ist offen, ehrlich und mit eigenen worten geschrieben. einen text von jemanden gut finden, ihn zu kopieren, ihn den raum werfen & anders denkende beleidigen ist keine grosse leistung.
so wie du hab auch ich hab die erfahrung in meiner kindheit gemacht, meine eltern haben hühner, gänse,kaninchen & auch wachteln gezüchtet um sie später zu schlachten & an freunde und bekannte zu verkaufen. der unterschied ist, ich hab es nie gelernt sie selbst zu schlachten aber ich musste zuschauen wie es gemacht wird, was meiner meinung nach noch schlimmer ist. das ist eine erfahrung die ich nie machen wollte, die mir in meinen kopf hängen geblieben ist. auch die erfahrung das ein karpfen noch in der pfanne springt, das ein hummer in kochendes wasser getan wird & er noch lebt, das ein huhn ohne kopf noch läuft, das eine gans /huhn gedämpft werden muss bevor man es rupfen kann und es verdammt stinkt. ich hab in meiner jungend auch auf einem bauernhof gearbeitet und bei kühen und schweinen dennoch wurden sie zum abdecker gebracht. es mich nicht gehindert fleisch zu essen, auch jetzt nicht.
ich schliesse nicht aus, dass ich mich irgendwann auch dazu entscheiden ohne fleischkonsum auszukommen aber dann wenn ich mich dazu entscheide & nicht weil man mich dazu zwingen will.
was mir noch mehr an deinen beitrag gefällt ist, dass du keinen persönlichen angriff startest gegen die menschen die zu fleisch stehen. einen angenehmen abend & lg tine
Benutzerbild von cockingcool
   cockingcool
@ Samyka

Ich bitte höflichst darum

provokante und persönliche Angriffe gegenüber der sich hier einbringenden Kochbar Usern zu unterlassen.

Biggi
Moderator
Benutzerbild von Samyka
   Samyka
Danke für die Info! :)
Benutzerbild von cockingcool
   cockingcool
@samyka

Diese Frage wird die KB Redaktion sicher gerne auf meine bitte hin in den nächsten Tagen beantworten.
Habe die Plauderei dort grade zur Prüfung gemeldet.

Biggi
Moderator
Benutzerbild von Samyka
   Samyka
Warum wurde hier mein Kommentar "Ich habe hier niemanden angegriffen" gelöscht???
Leider mussten wir hier einen Kommentar entfernen.
Benutzerbild von emari
   emari
Uschi, ich glaube dass wir es hier mit einem sehr komplexen Thema zu tun haben!
Du weißt ja, dass auch ich zu den "Fleischessern" gehöre ... aber im gleichen Atemzug gehöre ich auch zu denen, die es unerträglich schlimm finden, dass Tiere so unglaublich leiden müssen.
Tierische Produkte hat die Menschheit jedoch immer schon gegessen und es war Jahrhunderte lang nichts falsches daran...
Erst unsere heutige, gierige Marktwirtschaft hat den Lebensraum der Nutztiere und die Bedingungen bei der Schlachtung so grauenhaft verändert, dass man es mit Recht an den Pranger stellen muß...
Aber letzten Endes ändert es nichts an diesen schlimmen Lebens- und Sterbensbedingungen wenn EINIGE Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen! mindestens 50 % der Weltbevölkerung müßten über einen längeren Zeitraum so handeln, einkaufen und leben, damit die Wirtschaft zum umdenken gezwungen wird, und ich denke wir wissen beide, dass das eine Utopie ist, die wir niemals erreichen werden...

Meine Vision einer besseren Welt ist daher nicht diejenige, dass keiner hier mehr Fleisch und tierische Produkte zu sich nehmen sollte, sondern dass man endlich dazu übergeht, alle Nutztiere Zeit ihres Lebens artgerecht zu halten und sie dann am Ende achtsam, respektvoll und vor allem ohne Leiden zu schlachten...
Dafür sollte man kämpfen und sich einsetzen! Wir dürfen nicht müde werden, die Politik darauf hinzuweisen, dass hier bessere gesetzliche Rahmenbedingungen für diese Lebewesen, die für unser aller Ernährung sorgen, geschaffen werden müssen!!!

Ich glaub nicht daran, dass es genügend Menschen gibt, die dauerhaft zum Vegetarier oder Veganer werden...das wird nicht klappen !
Ich glaube allerdings daran, dass es ein lohnendes Ziel wäre, die Verbraucher (zumindest diejenigen, die am Land leben und somit bessere Möglichkeiten haben) immer wieder darauf hinzuweisen, beim Einkauf dafür zu sorgen, dass man eben nicht die Produkte aus der Massentierhaltung beim Discounter kauft, sondern Produkte vom kleinen Bauern, den man im besten Fall persönlich kennt und von dem man weiß, dass er die Tiere gut behandelt... dann wären wir einen kleinen Schritt weiter...
Möge es gelingen viele Menschen dafür zu gewinnen!
das wünscht sich emari
Benutzerbild von Samyka
   Samyka
Hallo Eva Maria,
du sagst, du findest es unerträglich schlimm, dass Tiere so unglaublich leiden müssen. Warum unterstützt du dann dieses Tierqualsystem, indem du weiterhin tierische Produkte konsumierst (und ich rede hier nicht nur von Fleisch)? Ich frage dich das nicht, um dich anzugreifen, sondern weil ich gerne den Hintergrund deines Handelns besser verstehen möchte.

Du sagst: „Aber letzten Endes ändert es nichts an diesen schlimmen Lebens- und Sterbensbedingungen wenn EINIGE Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen.“
Das sehe ich anders. Nehmen wir mal den pro Kopf Verbrauch des durchschnittlichen Österreichers her: Jeder Österreicher isst in seinem Leben durchschnittlich 5,9 Tonnen (!!!) Fleisch. Das sind ganze 1287 Tiere pro Kopf! Quelle: https://www.global2000.at/fleischkonsum-%C3%B6sterreich
Wenn man also beispielsweise davon ausgehen würde, dass eine Person sich von Geburt an rein pflanzlich ernähren würde, dann verhindert diese Person das Leid und den Tod von 1287 Tieren. Je später jemand mit einer veganen Ernährung beginnt, umso weniger Tiere sind es dann logischerweise. Aber selbst wenn es nur 1 Tier wäre, halte ich das für durchaus relevant. Denn ich bin der Ansicht, dass JEDES einzelne Leben zählt. Du etwa nicht?

„mindestens 50 % der Weltbevölkerung müßten über einen längeren Zeitraum so handeln…."
Darf ich fragen, woher du diese Zahl nimmst? Gibt es dazu irgendwo etwas nachzulesen, oder ist das eher deine persönliche Vermutung/Vorstellung?
Selbst wenn diese Zahl stimmen würde, halte ich den Denkansatz, der dahinter zu vermuten ist für moralisch zumindest bedenklich. Denn diese Denkweise impliziert die Einstellung: ich allein kann ja ohnehin nichts ändern, also lasse ich es lieber gleich ganz.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass du wirklich eine solche Einstellung hast, denn ich meine, mich an deine Bestrebungen deine Verwendung von Plastik zumindest einzudämmen, erinnern zu können. Und der Grundgedanke dahinter ist ja zumindest ein sehr ähnlicher, wie bei der Vermeidung von tierischen Produkten. Zumindest was den Umwelt-Aspekt anbelangt.

Die Wirtschaft hat bereits zumindest angefangen umzudenken bzw. damit begonnen, sich an den sich verändernden Konsum anzupassen. Das ist ganz eindeutig an dem stetig steigenden Absatz von veganen und vegetarischen „Ersatzprodukten“ zu sehen.

Was verstehst du denn unter einer artgerechten Haltung? Und wie sollte das „Zeit ihres Lebens“ möglich sein, wenn man davon ausgeht, dass z.B. Kühe 20 bis 30 Jahre alt werden können? Und wie soll es möglich sein, ein fühlendes Lebewesen, dass LEBEN möchte, „achtsam, respektvoll und ohne Leiden“ zu tötet???
Ich kenne diese „Vision“, denn ich lese und höre darüber beinahe tagtäglich etwas. Leider lassen die Menschen bei einer solchen Vision sehr viele Dinge außer Acht, welche dieselbe unmöglich machen.
Die Politik wird nichts an diesem System ändern, solange der Konsument seine Gewohnheiten nicht ändert, denn die Politik wird von den verschiedenen Lobbyisten gekauft. Und nicht die Politiker haben die Macht, sondern die Industrie.
Daher lässt sich nur etwas änder, wenn jeder, im Rahmen seiner Möglichkeiten, seine eigene Lebensweise verändert.

Solange es Discounter-Waren gibt, werden diese von den meisten Menschen auch bevorzugt gekauft werden. Daher wird der von dir angesprochene Hinweis – gerade bei Niedrigverdienern – leider absolut nichts bringen.

Auch wenn ich jetzt auf beinahe alles was du geschrieben hast, mit einer zumeist negativen/pessimistischen Argumentation reagiert habe, ist es mir wichtig zu sagen, dass sich diese Negativität nicht auf deine Person, sondern auf die traurige Realität bezieht.

LG Uschi
Benutzerbild von Samyka
   Samyka
Liebe Eva Maria,
vielen Dank für deinen konstruktiven Kommentar, der auch durchblicken lässt, dass du dir schon einige Gedanken zu diesem Thema gemacht hast.
Leider habe ich heute keine Zeit mehr, etwas auf deine Ausführungen zu erwidern und werde vermutlich erst wieder am Wochenende dazu kommen.
LG Uschi