Von diesen Light-Produkten lassen Sie lieber die Finger!

Von diesen Light-Produkten lassen Sie lieber die Finger!
Was bringen Light-Produkte? © picture-alliance / dpa, Alexander Rüsche

Sind Light-Produkte wirklich kalorienarm?

Viele Mensche, die auf ihr Gewicht achten oder abnehmen wollen, greifen zu Light-Produkten. Aber leider versprechen zuckerfreie oder fettarme Lebensmittel oft mehr als sie halten. Manchmal bewirken sie sogar das Gegenteil und machen dick. 

Lieber auf "normale" Lebensmittel zurückgreifen

Laut Umfragen kauft jeder vierte Deutsche regelmäßig Light-Produkte. Die Angabe weniger oder gar kein Zucker und weniger Fett auf Produkten klingen einfach zu verlockend - und die Menschen greifen im Supermarkt beherzt zu. Aber eignen sich leichte Lebensmittel tatsächlich, um abzunehmen?

Generell zählen zu den Light-Produkten Lebensmittel, bei denen der Fett- und/oder Zuckergehalt oder aber der gesamte Kaloriengehalt um mindestens 30 Prozent vermindert ist. Zum Beispiel Chips, Kekse, Kakaopulver, Eis und Wurst- und Käsesorten.

Viele Markenprodukte gibt es mittlerweile auch in der leichten Variante. Und auch die meisten Discounter sind mit eigenen Light-Produktmarken auf den Zug aufgesprungen. Vor allem übergewichtige Menschen erhoffen sich durch diese Lebensmittel Unterstützung im Kampf gegen die überflüssigen Kilos.

Dass genau diese Diätprodukte oft das Gegenteil bewirken und eher dick machen, erklärt Ernährungsberaterin Sinaida Metz so: Wenn wir etwas Süßes essen, aber die entsprechenden Kalorien fehlen, wird der Stoffwechsel nicht aktiv. Alles, was wir soeben gegessen haben, wird sofort in Fett umgewandelt. Unser Körper kann nämlich die künstlichen Süßstoffe nicht zurodnen. Im Endeffekt verbrennen wir weniger und nehmen noch zu. Die Diätlebensmittel tricksen unseren Körper aus! Und das kann sogar zu Diabetes führen. Die gute Nachricht: Ganz auf Süßes muss keiner verzichten. Man sollte jedoch die Süßstoffe meiden und dafür lieber ab und zu mal etwas mit richtigem Zucker essen.

Wichtig: Nichts verbieten, umso eher kommt der Heißhunger, aber natürlich eine gewisse Menge auch nicht überschreiten. 

Zu diesen Alternativen können Sie greifen

Fettreduzierte Wurst und Käse haben in der Regel keinen negativen Beigeschmack. In der Wurst wird fettes Fleisch durch mageres ersetzt. Dem Geschmack tut dies meist keinen Abbruch. Stattdessen lässt sich durch sie kräftig Fett sparen. Dies gilt vor allem für ohnehin fettarme Sorten wie Geflügelwurst oder Schinken. Auch mit fettarmem Käse lassen sich viele Fettkalorien sparen. Zudem wirkt sich das reduzierte Milchfett günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus. Einziger Nachteil: Fettreduzierter Schnittkäse hat oftmals eine leicht gummiartige Konsistenz. Ansonsten eignet er sich aber bestens für eine bewusste, fettarme Ernährung.

Statt Diät-Limonaden, die mit Süßstoffen gesüßt sind, eignet sich sogenanntes Infused Water. Dafür einfach frisches Obst, Gemüse oder Kräuter ins Wasser geben. Es schmeckt fruchtig und erfrischend – und ist im Vergleich zu Light-Limos viel gesünder.

Generell aber gilt: Greifen Sie nach Möglichkeit täglich auf ohnehin fett- und zuckerarme Lebensmittel zurück. Dazu zählen Wasser, Obst, Gemüse, Quark, Joghurt oder auch Schinken und Geflügel. Mittlerweile müssen außerdem die Nährwerte der Lebensmittel genau deklariert werden. 

Diese Light-Produkte sind nicht zu empfehlen

Was bedeuten eigentlich Angaben wie "leicht", "fettarm" oder "zuckerfrei"?

Laut Lebensmittelverordnung gewährleistet die Angabe light oder leicht, dass das entsprechende Lebensmittel mindestens 30 Prozent weniger der angegebenen Zutat oder an Gesamtkalorien enthält als herkömmlich. Wird ein Produkt als energiearm bezeichnet, darf es nicht mehr als 40 Kalorien pro 100 Gramm bzw. 20 Kalorien pro 100 Milliliter haben. Die Angabe energiefrei weist darauf hin, dass das Lebensmittel höchstens 4 Kalorien pro 100 Milliliter enthält. Fettarme Lebensmittel dürfen nicht mehr als 3 Gramm Fett pro 100 Gramm oder 1,5 Gramm pro 100 Milliliter enthalten. Fettfreie Lebensmittel enthalten maximal 0,5 Gramm Fett pro 100 Gramm/100 Milliliter. Zuckerarmen Lebensmitteln darf nicht mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm zugesetzt werden. Zuckerfreie Lebensmittel dürfen maximal 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm/Milliliter enthalten.

Nicht zu empfehlen sind folgende Lebensmittel

Das Problematische an fett- und zuckerreduzierten Lebensmitteln sind zum einen die stattdessen verwendeten Zutaten und zum anderen die Tatsache, dass viele einfach mehr dieser Produkte essen. Viele zuckerreduzierten Produkte wie Kuchen und Kekse enthalten statt Zucker in der Regel Fruchtzucker oder Sirup. Diese vermitteln zwar einen gesünderen Eindruck, enthalten aber genauso viel Kalorien wie der herkömmliche Haushaltszucker Saccharose.

Light-Softrinks wie Cola oder Limonade sind mit Süßstoff gesüßt. Sie enthalten daher kaum Kalorien. Ein 0,2 Glas Light-Cola enthält null Kalorien, während die gleich Menge "normaler" Cola mit 84 Kalorien schon merklich ins Gewicht fällt. Allerdings sind Light-Getränke dennoch nicht als Durstlöscher geeignet, weil man sich schnell an den sehr süßen Geschmack gewöhnt. Außerdem kann es bei einem hohen Konsum zu Durchfall und Bauchschmerzen durch die Süßstoffe kommen.

Im Test der Stiftung Warentest haben beispielsweise Butterkekse mit 30% weniger Zucker besonders schlecht abgeschnitten. Zwar enthalten die Kekse tatsächlich weniger Zucker, allerdings wird dieser durch andere Kohlenhydrate wie Invertzuckersirup ersetzt, der auch nicht viel weniger Kalorien hat. So enthalten die zuckerreduzierten Butterkekse nur 4 Prozent weniger Gesamtkalorien als die herkömmlichen.

Zuckerreduziertes Kakaopulver beispielsweise enthält anstelle von Zucker Maltodextrin. Wer aber glaubt, das Kakaopulver habe dadurch weniger Kalorien, irrt gewaltig. Das Gegenteil ist der Fall. Das Pulver hat sogar ein Prozent mehr Kalorien als das Original.