'Öko-Test' prüft Obstsalat to go: Wie gut sind die vermeintlich frischen Obstbecher wirklich?

Zwei Obstsalate total verdorben

Vitaminreich, frisch und lecker: So sollen die Obstsalate to go sein! Und zudem sind sie an fast jeder Ecke zu kaufen. Deswegen greifen viele Deutsche unterwegs zu einer vermeintlich praktischen Vitaminbombe. Aber sind die Obstbecher wirklich so frisch? 'Öko-Test' hat das geprüft. Längst nicht alle konnten überzeugen: Teilweise waren die Obstsalate to go sogar verdorben!

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'Öko-Test' nahm zwölf Obstsalate aus Supermärkten, Kaffeehausketten und Bahnhöfen unter die Lupe und ließ jeweils drei Chargen untersuchen. Geprüft wurden die Salate unter anderem auf Schimmelpilze, die enthaltenden Pestizide, auf Vitamin C und den Geruch sowie den Geschmack am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums. Das Ergebnis: Drei schneiden 'sehr gut' ab, vier Salate erhalten die Note ‚gut‘ und ein Produkt ist 'befriedigend'. So weit so gut. Aber: Zwei Obstsalate konnten nur die Gesamtbewertung 'ausreichend' erreichen und zwei Produkte fallen mit der Gesamtnote 'ungenügend' vollkommen durch. Letztere waren sogar so verdorben, dass die Sensoriker sie gar nicht erst probieren wollten.

Obstsalat to go dreimal so teuer wie selbstgemacht

Billig bedeutet nicht immer schlecht! Das beweist der Obstsalat 'Fresh for You Bunte Obstmischung'. Mit 1,50 Euro für 250 Gramm ist er der günstigste unter den zwölf Bechern - und der beste. Er konnte in allen Kategorien überzeugen und erhält die Bestnote 'sehr gut'. Die darin enthaltenen Obstsorten: Wassermelone, Ananas, Honigmelone, Kiwi und Traube. Angeboten wird er in der Kaufhauskette 'Real'.

Für 2,34 Euro pro 250 Gramm zwar kein Schnäppchen, aber dennoch die Gesamtnote 'sehr gut': Der 'Havita Tutti Frutti', den man bei 'Karstadt' kaufen kann. Darin sind Ananas, Trauben, Cantaloupemelone und Mango enthalten. Auch hier waren die Sensoriker sehr zufrieden: Zwar waren die Gesamtkeimzahl, die Hefen und die Schimmelpilze in einer Charge erhöht, trotzdem konnte dieser Obstsalat insgesamt überzeugen.

Nicht so der 'Coffee Fellows Refreshing Area'. Diesen gibt es für vergleichsweise teure 2,67 Euro für dieselbe Menge in der Kaffeehauskette 'Coffee Fellows'. Hier erhält der Käufer ein Mischung aus Cantaloupemelone, Ananas, Zuckermelone, Apfel, Trauben, Wassermelone und Orange – ein bunter Mix also, der aber komplett durchfiel. Die Bakterien, Hefen und die Gesamtkeimzahl waren laut 'Öko-Test' erhöht. Auch wurden Pestizide entdeckt. Die Tester beschrieben den Salat als unappetitlich: Alle drei Chargen sollen verdorben, gärig und alkoholisch gerochen haben – eine reine Keimschleuder also. Der Anbieter reagierte prompt und nahm den Obstsalat vorerst aus dem Sortiment.

'Öko-Test' empfiehlt, Obstsalat immer selber zu machen. Denn auch wenn die vermeintlich praktischen Becher Zeit sparen: Sie sind keimanfällig und viel teurer als die selbst zubereitete Variante. Falls die Zeit aber nicht reicht und man zu einem solchen Becher greift, sollte man das Mindesthaltbarkeitsdatum auf keinen Fall ausreizen. Verzehren Sie den Becher lieber so früh wie möglich – so bleiben die Keimbelastungen geringer und die meisten Vitamine erhalten.

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