Kaffee ist gesund! Darum leben Kaffeetrinker länger

Zwei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag sind optimal
Zwei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag sind optimal Kaffee verringert das Sterberisiko 00:00:22
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So wirkt die Kaffee-Bohne

Zum Frühstück, am Schreibtisch, zum Kuchen, oder sogar nach dem Abendessen - Kaffeeliebhaber sollten ihr Lieblingsgetränk ohne Reue genießen. Denn das ewige Vorurteil, zu viel Kaffee verursache Herzrhythmusstörungen, ist nicht haltbar. Ganz im Gegenteil: Kaffee kann sich sogar positiv auf die Herzgesundheit auswirken.

Kaffee ist gesund! Darum leben Kaffeetrinker länger
Von wegen Kaffee schadet der Gesundheit! © picture alliance / Bildagentur-o, Bildagentur-online/Tetra-Images

Das fand eine schwedische Studie, die im September 2015 im 'BMC Medicine' veröffentlicht wurde, raus. Demnach stellten die Wissenschaftler fest, dass zwischen Kaffee-Konsum und absoluter Arrythmie kein Zusammenhang besteht. "Wir haben keine Beweise gefunden, dass ein hoher Kaffeekonsum das Risiko für Vorhofflimmern erhöht”, sagte die leitende Autorin der Studie und Epidemiologie-Professorin am Karolinksa-Institut in Schweden, Susanna Larsson.

Und sie geht noch einen Schritt weiter: Ihre zwölfjährigen Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass sich Kaffee positiv auf die Herzgesundheit auswirken könne.

Damit bestätigen Susanna Larsson und ihr Team unzählige weitere Studien, die sich ebenfalls mit dem Thema Kaffee befasst haben. So zeigte eine andere US-Langzeitstudie, dass sich hoher Kaffee-Konsum nicht negativ auf die Lebenserwartung auswirkt. Im Gegenteil - Kaffee senkt sogar das Sterberisiko. Die Forscher der Universität Harvard stellten selbst beim Konsum von täglich bis zu sechs Tassen keine erhöhte Sterberate fest. Stattdessen verringerte Kaffeekonsum sogar das Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben, wie eine Auswertung zweier Sammelstudien über einen Zeitraum von insgesamt 24 Jahren zeigt.

Demnach senken täglich zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzerkrankung zu sterben, um 25 Prozent. Die sonstige Mortalität sinkt um 18 Prozent, wie die Havard-Wissenschaftler im Fachblatt "Annals of Internal Medicine“ schreiben. Bei Männern veränderte Kaffeekonsum das Sterberisiko nicht.

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Beim Kaffee sind viele Faktoren wichtig

Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) stellten wiederum in einer Untersuchung im Rahmen der europäischen Langzeiternährungsstudie EPIC fest, dass Menschen, die täglich mehr als 4 Tassen Kaffee trinken, ein um 75 Prozent vermindertes Risiko aufweisen, an Leberkrebs zu erkranken. "Unsere Biomarkeranalysen sprechen dafür, dass es eine ursächliche Beziehung zwischen einem starken Kaffeekonsum und einem verminderten Leberkrebsrisiko gibt. Sie lassen zudem annehmen, dass Kaffee die Leber vor Entzündungen und Zellschäden schützt und so der Krebsentstehung entgegenwirkt", so die leitende Wissenschaftlerin Krasimira Aleksandrova.

Forscher betonen aber stets, dass solche Ergebnisse nicht frei von Zweifeln sind. Mit solchen Studien könne man zwar Zusammenhänge aufzeigen, die Kausalität (Ursache/Wirkung) sei aber damit nicht bewiesen, weil auch andere Einflussfaktoren (Ernährungsgewohnheiten, Tätigkeit, Umgebung etc.) das Ergebnis beeinflussen können.

Weitere Untersuchungen bezüglich der braunen Bohne deuten darauf hin, dass regelmäßiger Konsum das Risiko für Typ-2-Diabetes ("Alterszucker“) verringert. Sogar bestimmte Krebsarten (Dickdarm, Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre) sollen bei Kaffeetrinkern seltener sein. Übrigens hat sich auch die Behauptung, Kaffee entwässere den Körper, als Mythos herausgestellt.

Wissenschaftler der RWTH Aachen haben zudem entdeckt, warum Kaffee als natürlicher Schutz für Menschen mit einer kranken Leber wirkt. Das enthaltene Koffein sorge dafür, dass der Umbau gesunder Leberzellen in funktionsloses Bindegewebe langsamer vonstatten geht, berichten die Forscher. „Mit zwei Tassen Kaffee täglich lässt sich der Krankheitsverlauf zumindest verzögern“, heißt es am Institut für Klinische Chemie am Aachener Uniklinikum.