Enthaltsamkeit nicht für jeden geeignet

Nutzt das Fasten auch langfristig?
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Crash-Diäten bringen nichts

Mit dem Aschermittwoch beginnt in Deutschland traditionell die Fastenzeit. Auch wenn längst nicht mehr alle Menschen fasten, möchten doch einige diese Zeit als eine Phase körperlicher Enthaltsamkeit nutzen. So wollen manche in den Wochen bis Ostern auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten, andere möchten durch eine Diät zusätzlich einige lästige Pfunde verlieren. Andere ziehen das Heilfasten vor, um ihren Körper zu reinigen.

Achtung vor Crashdiäten mit einseitiger Ernährung: Davon sollten Sie lieber die Finger lassen. Strenge Essensvorschriften führen zu Heißhungerattacken und viel Frust, sie bieten im Alltag keinen dauerhaften Erfolg. Der sogenannte Jojo-Effekt, also ein ständiges Ab- und Zunehmen ist programmiert.

Radikalkur Heilfasten
Als Radikalkur gilt das Heilfasten, eine Zeit, in der nichts gegessen wird.
Haben Sie das vor? Dann lassen Sie sich vorher von einem Arzt beraten. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Nahrungsverzicht keinen gesundheitlichen Schaden anrichtet. Hungern kann bei verschiedenen Erkrankungen sehr gefährlich sein und auch bei gesunden Menschen zum Kollaps führen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Diabetes oder einer Schilddrüsenüberfunktion lassen Sie das Fasten lieber sein. Auch kurz nach einer Operation oder Infektionskrankheit und während der Schwangerschaft oder Stillzeit ist eine Fastenkur nicht zu empfehlen. Für Kinder sind Diäten und Fastenkuren generell nicht geeignet. Menschen mit Gicht oder Depressionen sowie Patienten, die ständig Medikamente einnehmen, sollten ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht fasten.

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Entschlacken ist ein Irrglaube

Beim Heilfasten erliegen einige Menschen einem Irrglauben: dem Entschlacken. Normalerweise wird das Heilfasten mit einer kalorienreduzierten Kost über zwei Tage eingeleitet. Danach wird auf stilles Mineralwasser und je nach Fastenart auf Säfte oder Tees gesetzt.

Viele Menschen glauben, mit dem Abführen und anschließenden Fasten ihrem Körper etwas Gutes zu tun, weil sie Schadstoffe und sogenannte Schlacken beseitigen. Im Körper fällt allerdings keine Schlacke an, sondern höchstens Stoffwechselprodukte oder Toxine. Die entsorgt jedoch ein gesunder Organismus problemlos über die Leber, die Nieren und den Darm. Eine Ver- oder Entschlackung ist medizinisch weder nachweisbar noch zu vertreten. Oftmals 'reinigen' sich zu enthusiastische Fastende nicht innerlich, sondern laugen sich aus, sind anschließend unterzuckert und haben einen aus den Fugen geratenen Wasserhaushalt.

So fasten Sie richtig
Beim Fasten sinkt der Blutdruck, Kreislauf und Herz werden entlastet und der Körper wird entwässert. Anfangs nutzt der Körper seine Kohlehydratreserven in Leber und Muskeln, nach vier bis fünf Tagen werden jedoch auch Eiweiß-und Fettreserven angegriffen. Da eine körperliche Betätigung während des Fastens schwerfallen kann, bietet es sich an, die Fastenkur im Urlaub durchzuführen. Außerdem werden auf diese Weise auch die Mitmenschen geschont, da beim Fasten stärkere Körpergerüche entstehen können und auch die Stimmung sich verändern kann. Die Kur kann zwischen 3 und 15 Tagen dauern. Wer länger als fünf Tage fasten möchte, sollte dies allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht tun. Das Ende einer Kur darf nicht zu abrupt erfolgen. Der Körper muss über mehrere Tage mit kleinen Portionen schonender Kost wieder an normale Nahrung gewöhnt werden. Den Auftakt können beispielsweise ein Apfel oder eine kleine Portion Reis bilden.

Fastenzeit zur Ernährungsumstellung nutzen
Statt Heilfasten empfiehlt sich für viele Menschen, die Fastenzeit zu einer gesunden Ernährungsumstellung zu nutzen und dem überflüssigen Gewicht durch eine Kombination aus gesunder Kost und Bewegung zu Leibe zu rücken.

Wichtig ist es, dass dabei ausreichend Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden. Es ist hilfreich, nur bei Hunger und auch nicht über das Sättigungsgefühl hinaus zu essen. Zudem ist wichtig, auf den Flüssigkeitshaushalt zu achten. Zwei Liter am Tag zu trinken, gilt als gesundes Maß. Dabei sind Saftschorlen, Kräutertees und stilles Wasser am besten geeignet. So lindert Wasser beispielsweise nicht nur das Hungergefühl, sondern steigert zudem den Energieumsatz des Körpers.

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