Aus für Selbstgebackenes? EU-Gaga-Verordnung sorgt für Unruhe

Brüssel: Wo selbst die Gesetze zum Lachen sind

Eier, Nüsse, Milch und Mehl: Wer jetzt an Kuchen denkt, der wird von der EU korrigiert. Alles Allergene! Und deshalb verlangt die neue ‚Lebensmittelinformationsverordnung‘ ab 13. Dezember 2014, dass ALLE Produkte, auch die lose angebotenen, auch die Keks-, Kuchen-, Salat- und Glühweinspenden von Privatleuten für Vereine und sogar der selbstgebackene Gruß an die Kollegen am Arbeitsplatz mit einer vollständigen und exakten Zutatenliste dekoriert werden. Ist das Gaga? Nein: EU!

Und wer meint, die EU leistet hier nur halbe Arbeit, dem sei jetzt schon angekündigt: Ab Dezember 2016 muss auf dem mitgebrachten Keksteller zusätzlich auch noch angegeben sein, wie viele Kalorien der süße Snack pro 100 Gramm enthält. Da kommt nach dem fröhlichen Backen gleich noch eine kleine Runde fröhliches Rechnen! Unklar bleibt, ob zur Keksspende auch noch Waage und Taschenrechner hingestellt werden müssen, damit auch individuelle Portionen kalkuliert werden können.

So viel Reglementierungswille stieß sogar im NRW-Verbraucherministerium auf: Ob die Beamten fürchteten, dass es jetzt zum Käffchen weniger Kuchen, insbesondere von der begehrten, selbstgebackenen Sorte geben wird? Die Beamten beschlossen deshalb flugs, dass die „gelegentliche Handhabung, Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln sowie Speisenzubereitung durch Privatpersonen“ von der Vorschrift ausgenommen sein soll. Keks- und Kuchen-Junkies in Nordrhein-Westfalen dürfen sich jetzt also den Angstschweiß von der Stirn wischen.

Ob die restlichen Länderministerien wohl nachziehen? Bislang hängt das Damoklesschwert des Rechtsbruchs noch über den dem größten Teil der deutschen Kuchenspenden. Ob die blinde EU-Justitia nur aus Versehen statt zum Schwert zum Tortenheber gegriffen hat?

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