Zutatenliste auf Lebensmittelverpackung: Das bedeutet das Kleingedruckte

Irreführende Zutatenliste auf Verpackungen
Lade Video...

Das verrät die Zutatenliste wirklich über unser Essen

Wer sich beim Einkauf darüber informieren will, welche Bestandteile ein Lebensmittel enthält, sollte einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Doch viele sind auch danach nicht viel schlauer, denn die Angaben sind oft irreführend. Was bedeuten die Angaben der Zutatenliste? Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Fruktose? Und was bedeutet der Hinweis „Kann Spuren von Nüssen enthalten“? Die wichtigsten Angaben auf Lebensmittelverpackungen und ihre Bedeutung im Überblick.

Die Zutatenliste führt alle Inhaltsstoffe des entsprechenden Lebensmittels auf. Sie soll Verbraucher die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Lebensmittel erleichtern. Sie dient der Information und soll vor Täuschung und Gesundheitsgefahren schützen. Die Zutatenliste beginnt stets mit dem Bestandteil, von dem das Produkt am meisten enthält. Steht beispielsweise Zucker an erster Stelle, so besteht das Lebensmittel zum größten Teil aus Zucker. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass sich Zucker auch hinter anderen Bezeichnungen wie beispielsweise Fruktose (Fruchtzucker), Glukose (Traubenzucker) oder Maltose (Malzzucker) verbergen kann. Am Ende der Zutatenliste finden sich in der Regel Gewürze, Aromen und ähnliches, die nur in geringer Menge in dem Produkt vorkommen.

Konkrete Mengenangaben sind nur bei solchen Zutaten vorgeschrieben, die in der Produktbezeichnung genannt werden oder auf der Verpackung aufgedruckt sind. Bei einem „Dinkel-Früchte-Müsli“ muss beispielsweise sowohl der Dinkel- wie auch der Fruchtgehalt in Gramm angegeben werden, bei Weizenmischbrot der Anteil an Weizen. Bei Zutaten, die selbst aus mehreren Zutaten bestehen – wie beispielsweise eine Fruchtzubereitung in Joghurt – müssen ebenfalls alle Bestandteile angegeben werden.

ANZEIGE

Alkohol, Allergene und Zusatzstoffe: Ausnahmen bestätigen die Regel

Ausnahmen: Macht die Zutat weniger als zwei Prozent des Lebensmittels aus, muss sie nicht näher beschrieben werden. In dem Fall würde die Angabe „Gewürze“ beziehungsweise “Gewürzmischung oder „Kräuter“ beziehungsweise „Kräutermischung“ genügen. Nur dann, wenn allergie-auslösende Gewürze enthalten sind, müssen diese extra aufgeführt werden – wie zum Beispiel Sellerie in der Gewürzmischung. Für alkoholische Getränke, die mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol enthalten, ist keine Zutatenliste vorgeschrieben. Die einzige Ausnahme ist Bier. Auch auf Lebensmitteln, die nur aus einer Zutat bestehen – zum Beispiel Zucker – muss keine Zutatenliste aufgedruckt sein. Gleiches gilt für sehr kleine Verpackungen wie Portionspäckchen von Marmelade.
Generell gilt: Zutaten, auf die viele Menschen allergisch reagieren – wie zum Beispiel Erdnüsse, Soja, Eier oder Sellerie - müssen in der Zutatenliste immer aufgeführt werden, unabhängig von der Menge.

Auch Zusatzstoffe müssen auf der Zutatenliste aufgeführt werden. Dabei muss der Grund für ihren Einsatz immer ersichtlich sein, weswegen Zusatzstoffe in der Regel mit ihrem Klassennamen – wie Farb- oder Konservierungsstoff – sowie der Bezeichnung beziehungsweise der E-Nummer des entsprechenden Zusatzstoffes angegeben werden. Dabei ist folgende Unterscheidung wichtig: Ist ein Produkt mit dem Aufdruck „ohne Konservierungsstoffe“ oder „ohne künstliche Aromen“ gekennzeichnet, bedeutet das noch lange nicht, dass das Produkt keine Konservierungsstoffe oder künstliche Aromen enthält. Oft umgehen Hersteller die Kennzeichnungspflicht, indem sie auf andere Zutaten zurückgreifen, die zwar eine ähnliche Wirkung haben, jedoch nicht als Zusatzstoff deklariert werden müssen. Beispiel: „Säuerungsmittel Essigsäure“ oder „Branntweinessig“ wirken konservierend, müssen aber laut Gesetz nicht als „Konservierungsmittel“ deklariert werden.

Das könnte auch von Interesse sein
KOMMENTARE
Um Kommentare schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.