Weichmacher in Plastikflaschen machen krank

Gefährliche Weichmacher: Phthalate und Bisphenol A

Dass die Ernährung in hohem Maße unsere Gesundheit beeinflusst, steht außer Frage. Viele Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Adipositas sind teilweise ernährungsbedingt. Doch nicht nur die Wahl der falschen Lebensmittel kann krank machen. Auch die Verpackung von Wurst, Käse und Co. hat möglicherweise einen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit. Grund sind Bestandteile in den Weichmachern von Verpackungen oder Flaschen wie Phthalate und Bisphenol A.

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Nun hat die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA den empfohlenen Grenzwert für die umstrittene Chemikalie Bisphenol A (BPA) deutlich verschärft. EFSA setzte den Wert des Stoffes, der unter anderem in Beschichtungen von Kassenbons und Mehrweg-Plastikgeschirr steckt, von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag auf 4 Mikrogramm herunter. Der Wert sei laut EFSA noch vorläufig, solange die Ergebnisse einer Langzeitstudie noch ausstünden.

Der hormonähnliche Stoff steht im Verdacht, Erkrankungen des Hormonsystems sowie des Herzkreislauf- und Nervensystems auszulösen. In der neuen Bewertung, wie gefährlich Bisphenol A ist und wie stark Menschen dem Stoff ausgesetzt sind, kamen die Experten zu dem Schluss, „dass BPA bei der derzeitigen Verbraucherexposition für keine Altersgruppe ein Gesundheitsrisiko darstellt“. Die Aufnahme über die Ernährung oder eine Kombination verschiedener Quellen wie Ernährung, Staub, Kosmetika und Thermopapier von Kassenbons liege deutlich unterhalb der sicheren Obergrenze.

In Frankreich ist die Nutzung von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen seit Anfang 2015 verboten. Die Verwendung in Babyfläschchen ist bereits EU-weit verboten.

Tipps für den Alltag im Umgang mit Weichmachern

Tückisch an Weichmachern ist, dass sie nicht fest in dem Kunststoff gebunden sind. Sie können sich durch saure Lebensmittel, durch Fett oder beim Erwärmen aus den Plastikgefäßen herauslösen und direkt in die Lebensmittel übergehen. Studien haben ergeben, dass schon kleinste Mengen des Stoffes über einfachen Hautkontakt in den Organismus gelangen können.

Wer die eigene Aufnahme von Bisphenol A reduzieren möchte, hat folgende Möglichkeiten:

- auf Konserven verzichten und stattdessen mehr frische Lebensmittel einkaufen
- Wurst und Käse vorzugsweise an der Frischetheke kaufen
- anstelle von Plastikflaschen zu Wasser und sonstigen Getränken in Glasflaschen greifen
- auf Fertiggerichte, die in Folien und Plastikbehältern verpackt sind, verzichten

Selbst wenn dies mit höheren Kosten und einem größeren Aufwand verbunden ist - langfristig bleiben Sie mit diesen Strategien hoffentlich vor unerwünschten Nebenwirkungen verschont.

(Mit Informationen von dpa)

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