'Hygiene-Ampel': NRW führt Qualitätssiegel für Restaurants, Cafés und Bäckereien ein

Hygiene-Ampel: NRW führt Kontrollbarometer für Betriebe ein
NRW-Landtag gibt grünes Licht für 'Hygiene-Ampel' in Betrieben © dpa, Jens Büttner, jbu wst bra pzi

Erstes Bundesland mit dem Kontrollbarometer für Gastronomie

Nordrhein-Westfalen führt als erstes Bundesland eine sogenannte "Hygiene-Ampel" ein, trotz Kritik aus Gastronomie, Lebensmittelhandwerk und -einzelhandel. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Piraten beschloss der Landtag jetzt gegen CDU und FDP ein neues Gesetz zur Lebensmittelkontrolle.


Von der Metzgerei über Discounter und Wochenmärkte

Mit einer dreijährigen Übergangsfrist verpflichtet es Gastronomen und Lebensmittelbetriebe, Kontrollergebnisse plakativ mit den Farben Grün, Gelb, Rot kenntlich zu machen. "Wir wollen den Verbraucherschutz stärken und ein neues Qualitätssiegel für gut arbeitende Lebensmittelbetriebe einführen. Denn davon profitieren alle", sagte der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne). Das Kontrollbarometer gilt für rund 150.000 Betriebe in NRW - von der Metzgerei über Discounter und Wochenmärkte bis hin zu den großen Lebensmittelkonzernen.

Künftig muss die 'Hygiene-Ampel' an den Eingangstüren beziehungsweise in den Läden wie Bäckereien, Restaurants, Cafés und Metzgereien ausgehängt werden. Alle anderen Betriebe, die ihre Produkte nicht direkt verkaufen, wie beispielsweise Lebensmittelhersteller oder weiterverarbeitende Betriebe, veröffentlichen ihr Ergebnis auf ihrer jeweiligen Internetseite.

"Andere Länder, wie etwa Dänemark, haben seit Jahren durch ähnliche Transparenz-Systeme die Beanstandungsquoten bei den Lebensmittelkontrollen senken können. In NRW führen wir jetzt als erstes Bundesland in Deutschland dieses System ein. Wir stärken damit den Verbraucherschutz und führen ein Qualitätssiegel ein, durch das sich die guten und redlich arbeitenden Betriebe einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Daher kennt das neue Transparenz-System auch nur Gewinnerinnen und Gewinner", so Minister Remmel.

Die Opposition spricht hingegen von einem bürokratischen 'Gastro-Pranger', der keine Rückschlüsse darauf zulasse, ob etwa Hygiene oder Aufzeichnungspflichten bemängelt wurden. Minuspunkte gebe es auch schon, wenn ein Kellner seine Dienstkleidung zuhause wasche. Zudem seien die Bewertungskriterien zu vage und führten zu Ungerechtigkeiten.Remmel verwies dagegen auf verbesserte Kontrollergebnisse in mehreren europäischen und amerikanischen Staaten mit 'Hygiene-Ampel'.

Verbraucherzentrale NRW befürwortet das neue Gesetz

Der Verbraucherzentralenvorstand sieht in dem Gesetz eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: "Das Gesetz bietet die Chance, dass Verbraucherinnen und Verbrauchern landesweit die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung leicht und verständlich zugänglich werden".

Künstliche Gebärmutter könnte Frühchen retten
Künstliche Gebärmutter könnte Frühchen retten Forscher entwickeln 'Biobag' 00:00:50
00:00 | 00:00:50

Sie interessieren sich für Gesundheitsthemen? In unserem Videoplayer finden Sie zahlreiche Anregungen rund um Gesundheit und Diät. Lassen Sie sich inspirieren.