Hackfleisch im Test: Nur zehn von 21 Hackfleischprodukten sind 'gut'

Stiftung Warentest hat Hackfleischprodukte getestet

Ob Frikadellen, Spagetti Bolognese oder Mettbrötchen: Bei vielen Familien steht Hackfleisch regelmäßig auf dem Speiseplan. Stiftung Warentest hat 21 Hackfleischprodukte getestet. Nur zehn davon schnitten mit ‚gut‘ ab. Viele Produkte enthielten Bakterien, einige davon sogar antibiotikaresistente Keime.

Getestet wurden insgesamt 21 halb-und-halb-Produkte, also gemischtes Hackfleisch, das je zur Hälfte aus Rind und Schwein besteht. Das Hackfleisch wurde in Discountern wie Aldi, Supermärkten wie Rewe und Bioläden wie Bio+ gekauft. Bei fünf Produkten handelte es sich um tagesfrisches Hackfleisch, bei 16 Produkten, von denen wiederum sechs Bioprodukte waren, um abgepacktes Hackfleisch.

Tagesfrisches Hackfleisch muss am Tag des Kaufs verbraucht werden und eignet sich nicht zum rohen Verzehr. Das stark zerkleinerte Fleisch bietet eine große Ober- und Angriffsfläche, sodass sich Keime besonders schnell verbreiten. Wenn man frisches Hackfleisch mehrere Minuten durchgart, ist es bis zu zwei Tage nach dem Kauf haltbar. Hackfleisch, das sich mehrere Tage hält, wird in einer Schutzatmosphäre gelagert. Diese Mischung aus Kohlendioxid und Sauerstoff hemmt das Keimwachstum und gewährleistet außerdem, dass das Fleisch seine typisch rote Farbe behält. Abgepacktes Hackfleisch wird auch als ‚EU-Hackfleisch‘ bezeichnet. Es darf nämlich ausschließlich von standardisierten Betrieben mit EU-Zulassung hergestellt werden.

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Bewertungskriterien und Ergebnisse des Hackfleisch-Tests

Bewertet wurden die folgenden Kriterien: Die Optik, der Geruch und Geschmack machten unter dem Punkt ‚Sensorische Beurteilung‘ insgesamt 30 Prozent der Gesamtnote aus. Die Fleischqualität und die mikrobiologische Qualität, das heißt die Belastung mit Keimen, flossen zu je 25 Prozent in die Gesamtnote ein. Die Deklaration der Hackfleischprodukte, also die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften, machten 15 Prozent der Gesamtnote aus, die Verpackung fünf Prozent.

Insgesamt zehn Produkte bekamen die Note ‚gut‘. Am besten hat das tagesfrische Hackfleisch von Edeka abgeschnitten. Es bekam die Note 1,7. Auf dem zweiten Platz mit der Note 1,8 landete das abgepackte Bio-Hackfleisch von Bio+, das mit 12 Euro pro Kilogramm auch zu den drei teuersten Produkten zählt. Auf Platz drei mit der Note 1,9 schaffte es das tagesfrische Hackfleisch von Real/Der Metzgermeister.

Am schlechtesten abgeschnitten haben die abgepackten Hackfleischprodukte von Norma/Gut Bartenhof, Penny/ Mühlenhof, Rewe/ ja! und das tagesfrische Hack von Galeria Kaufhof/ Lust auf Genuss. In diesen Produkten wurden Keime nachgewiesen, die die Gesundheit gefährden können. Das ebenfalls nur mit ‚ausreichend‘ bewertete Bio-Hackfleisch von Dennree war gleichzeitig das zweitteuerste Produkt (14 Euro pro Kilogramm).

(Quelle: Stiftung Warentest, 02/2015)

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