Sheeva1960

Sheeva1960
...hat insgesamt 968 Rezepte veröffentlicht!
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ist an der kochbar
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weiblich
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Deutschland
Ich
koche zu zweit am Besten
Meine Kochkünste
Liebe geht durch den Magen
Das koche ich am besten
Pasta mit Steinpilzen und Sahnesause
Das verkoche ich immer
Mit Reis habe ich immer noch so meine Probleme
Mein Lieblingsgericht
Pasta mit Steinpilzen und Sahnesause
Das bin ich
Es ist schwer sich selbst zu beschreiben
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Benutzerbild von HOCI
   HOCI
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DANKE, für Dein Vertrauen, die Kommis,
die Beurteilungen und die vielen lieben
Sterne, zu meinem Rezeptdem schamhaften Blumenkohl.

Es war mir eine
Freude Dich zu überraschen.
Einen wunderbaren Abend wünsch ich Dir,
Christine
Benutzerbild von federkiel
   federkiel
Liebe Ute,

was ist das denn für ein ellenlanger Lebenslauf? Der ist doch nicht von dir, oder? Kann man das nicht löschen?
Ich wollte mich bei ganz herzlich für deine Bewertung bedanken für meinen Blumenkohl-Möhren -Auflauf.
Sei ganz lieb gegrüßt von Gabi
   a******a
OK
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Thema: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
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02.07.2010, 15:05 #1
peterb peterb ist offline
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01.07.2010
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Noch Lauenburg, Bald wieder Berlin
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Standard Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
ACHTUNG!!! DER TEXT IST SEHR SEHR SEHR LANG!!!

Mein Leben! – Wie schlecht ist eigentlich die Welt
Geboren wurde ich ohne zu fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen. Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe. Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war, habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert. Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert. Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure, Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte: „Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23 Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen. Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen, dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an. Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen „Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten. Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte. Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus, ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch, dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar, einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren. Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann, werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war, dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht. Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit, der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht. Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt. Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein, dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir. Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“ (8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Alles in allem: Er war und ist seit Anbeginn mein Vorbild auf Lebenszeit! Ein unmöglich gab es bei ihm nie.

Mit 13 kam ich in ein Kinderheim. Meine Mutter kam gar nicht mehr mit mir klar. Oder anders gesagt, sie hat versagt und schob mich ab. Irgendwann hatten wir einen Termin beim Berliner Jugendamt und dort hing eine Deutschlandkarte mit sehr vielen Stecknadeln. Der Beamte sagte zu mir ich könne frei wählen wo ich hin möchte. Aus gefühlten 400 Stecknadeln suchte ich mir eine aus und sagte: „Ich wollte schon immer mal das Meer sehen.“. Ein paar Wochen Später war es dann soweit. Ich packte meine wenigen Habseligkeiten und bestieg mit meiner Mutter die Bahn in den hohen Norden. Nach vier Stunden Fahrt kamen wir in Heide an. Dort wartete schon der Heimleiter auf uns und wir fuhren gemeinsam nach Hollingstedt. Ich hatte irgendwie Angst vor dem Ganzen was auf mich wartete. Heime kannte ich nur aus Filmen und da waren sie immer etwas Schreckliches. Jedoch wurde ich relativ gut empfangen. Ich lernte gleich ein paar neue Gesichter kennen. Eine Woche später fingen dort die Sommerferien an und geplant war eine dreiwöchige Reise nach Dänemark. Keine Ahnung wie der Ort hieß, aber es war nett und lag direkt am Strand. Zwei Jungs erlaubten sich mich dort in aller Ruhe seelisch und körperlich zu brechen. Sie zwangen mich die Dünen hoch zu rennen und wieder runter zu laufen. Dann musste ich mit Klamotten ins Meer laufen bis mir das Wasser zum Halse stand. Wenn ich mich verweigert habe, gab es Schläge vom feinsten. Die Prozedur ging ca. 2 Stunden. Danach war ich fertig und sie ließen erst mal von mir ab. Dies ging so ca. eine Woche und irgendwann habe ich mich gewehrt. Nicht mit Fäusten, denn das ist für mich die Sprache der Idioten. Ich bin an die Psyche der Jungs ran gegangen. Wie genau weiß ich nicht mehr. Jedoch habe ich sie gegeneinander aufgebracht und sie wieder versöhnt. Damit war ich ihr bester Kumpel geworden und sie schauten zu mir auf. Mit den Jungs habe ich dann soviel Mist gebaut, das würde alles Bisherige in den Schatten stellen was ich zuvor je gemacht habe. Wir haben Glassplitterbomben zu Sylvester gebaut, haben Nachts die Fahrzeuge der Einrichtung benutzt um Auto fahren zu lernen, Sind in die Werkstatt eingebrochen um Werkzeuge zu klauen die wir für irgendetwas brauchten oder haben uns mit 14 Jahren schon volllaufen lassen. Klar gab es auch gute Seiten an uns. Wir haben uns von unserem Taschengeld Hühner gekauft und diese gepflegt, haben bei Reparaturarbeiten geholfen und uns um den eigenen Hof gekümmert. Was wir am besten konnten war uns das Vertrauen zu erschleichen und immer recht gut bei den Erziehern gut da zu stehen. Klar flog unsere Tarnung manchmal auf, aber wir lebten unseren jungen wilden Stil. Meine erste Freundin hatte ich kurz nach dem ich ins Heim kam, also mit 13 Jahren. Sie war 11 und wir hatten unseren Spaß. Der erste Kuss das erste Mal körperlich berühren usw. So wie jeder seine erste Liebe entdeckte. Diese Beziehung hielt ganze 1 ½ Jahre. Bei meiner zweiten Freundin war dann auch mein erstes Mal fällig. Ich wusste zwar wie sie es in einem Pornofilm machten, aber wie es ist wenn man sich liebt wusste ich nicht. Sie zeigte es mir und wir waren eine lange Zeit glücklich. Jedoch war auch da nach 1 ½ Jahren Schluss und ich zog mich zurück von den Frauen. Ich wollte einfach keine Beziehung mehr führen weil es einfach nur wehtut wenn man sich trennt. In der Zeit habe ich einfach nur noch mein Leben genossen und mit sämtlichen Mädels dort rumgemacht. Mein Hass auf Frauen war zu dem Zeitpunkt recht groß. Ich wollte es ihnen heimzahlen. Habe ihnen das Blaue vom Himmel gelogen und so getan als ob ich mit ihnen eine Beziehung führen möchte. Es kam zwar nie zum Sex, aber das war mir auch nicht wichtig. Ich wollte sie einfach nur enttäuschen und traurig machen – so wie ich es war. In der Zeit fuhr ich auch zwischendurch mal zu meiner „Familie“ nach Berlin um meine Ferien dort zu verbringen. Meine Mutter war so dumm wie vorher, mein Bruder wurde immer fauler, meine Schwester trieb sich irgendwo mit ihren Freundinnen rum, nur um nicht zu Hause sein zu müssen. Meine Mutter schaffte es mal wieder den Dreck von der Straße anzuziehen. Sie schrieb mit einem Knasti Briefe und irgendwann kam er dann mal zu Besuch. Naja, ein Typ Marke Abschaum der schon aussah wie Betrug und Kriminalität. Die beiden haben geheiratet und ich wurde gefragt ob ich von ihm Adoptiert werden möchte. Ich lehnte dankend ab. Der Kerl hat meine Mutter auch nur beschissen und betrogen und das interessante war daran, dass sie es nicht mal geschnallt hatte. Die Polizei stand öfters bei uns im Haus um ihn zu suchen. Denn er war immer nur auf Hafturlaub bei uns. Irgendwann meinte er wohl dann dort nicht mehr zurück gehen zu wollen. Dieser Mensch beklaute selbst die Kinder und verkaufte die Sachen dann irgendwo um zu Geld zu kommen. In dieser Zeit lernte ich Patricia kennen. Ein Mädchen aus Berlin. Wir unternahmen immer irgendetwas wenn ich in Berlin zu Besuch war. Irgendwann kamen wir uns näher. Jedoch blieb es zunächst bei Küssen. Mit 17 zog ich aus dem Heim aus in eine eigene Wohnung. Ich bekam einen Betreuer der mich in der Phase zu meiner Selbstständigkeit unterstützen sollte. Er heißt Horst und war echt gut. In dieser Zeit verlor ich so gut wie jeden Kontakt zu den Leuten aus dem Heim. Ich traf noch ein paar Male meine Ex-Freundin und wir hatten noch einmal Spaß zu Zweit. Danach habe ich auch sie nicht mehr gesehen. Ich hatte, bevor ich die Hauptschule abgeschlossen habe, mehr als 40 Bewerbungen an verschiedene Firmen geschickt. Einige kamen zurück und viele haben sich nicht einmal gemeldet. Also was tun? Die Erzieher beschlossen mich in eine vom Arbeitsamt unterhaltene Berufsförderung zu stecken. Dort konnte man aus verschiedenen Bereichen wählen was man eventuell später mal erlernen will und Vorerfahrungen sammeln. In dieser Zeit lernte ich nicht viel dazu, da ich schon eine Menge wusste. Ich lernte Petra kennen. Diese Liebe war recht kurz. Sie betrog mich nach drei Wochen und ich schob sie ab. Wieder war das verletzende Gefühl da. Jedoch nicht so stark wie zuvor. Nach dem Berufsfindungsjahr, wusste ich, dass ich mit einem Hauptschulabschluss nichts erreichen könnte. Ich beschloss meinen Realschulabschluss zu machen und besuchte eine Berufsfachschule. Die Fachrichtung war Metalltechnik. War zwar nicht mein Wunschbereich, aber ich wollte ja nur den Abschluss. Dort lernte ich viele nette Menschen kennen. Mit einigen traf ich mich sogar nach der Schule und wir hatten viel Spaß. Einer Wurde sogar ein sehr guter Freund. Matthias und ich machten oft Party und er schleppte oft irgendwelche Mädels an. In der Zeit lernte ich Nina und Jenny kennen. Wir trafen uns auch mal ohne Matthias und unternahmen irgendetwas. In Jenny verliebte ich mich nach kurzer Zeit und ich weiß nicht mal mehr wie wir zusammen kamen. Ich weiß nur noch, dass sie mich zum Abschied am Abend mit einem Kuss überrumpelte. Es knallte laut in meinem Kopf und brannte mir sämtliche Synapsen durch. Es war eine recht schöne Zeit mit ihr und ich habe mich richtig wohl gefühlt mit ihr. Nach 2 Jahren und 2 Monaten war diese Beziehung zu Ende. Sie verliebte sich in einen Anderen und ich stand alleine da. In der Zeit verstarb mein Freund Matthias in der Türkei. Der Hotelarzt hat ihn zu Tode kommen lassen. Seitdem hasse ich die Türken. Matthias fiel rückwärts besoffen vom Balkon und hatte innere Hirnblutungen. Der Arzt nannte es Gehirnerschütterung und gab ihm Tabletten die ihn nur ruhig stellten. Nach ein bis Zwei Tagen erlag er an den Blutungen im Kopf. Die Beerdigung gab mir den Rest. Ich trennte mich von allem was mich mit Matthias in Verbindung brachte. Selbst von Nina trennte ich mich. Jedoch auch weil sie mit Jenny sehr gut befreundet war und ich damit nicht zu Recht kam nicht über Jenny zu sprechen. In dieser Zeit fing ich an meine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker zu machen. Die Zeit war seelisch eine Qual. Nach dem ersten Lehrjahr ging das Autohaus Pleite und ich wurde von der IHK in einen Betrieb gesteckt der hauptsächlich LKWs und Transporter reparierte. Meine Depressionen drückten mich seit dem Jahr zu Boden. Ich schloss meine Ausbildung zwar ab, aber ich war so schlecht wie nie in der Schule trotz Hilfe von Horst. Dazu kommt, dass ich mir meinen Rücken in der Ausbildung ruiniert habe. Das kommt sicherlich davon wenn man genötigt wird gleichzeitig zwei Bremstrommeln tragen soll, wobei eine an die 30Kilo wiegt. Es war ein Knochenjob und richtig ausgebildet wurde man eh nicht. Das einzige was da zählte war arbeiten bis zum Umfallen. Ich habe seit dem auch Probleme mir etwas zu merken oder mich an vergangenes gut zu erinnern. Nach der Ausbildung Wurde ich zum Wehrdienst einberufen, den ich erfolgreich verweigerte und Zivildienstleistender wurde. Ich wandte mich an die AWO in Heide und bekam einen Platz in einem Kindergarten in Meldorf. Das war eine sehr schöne Zeit in der ich merkte, dass ich sehr gut mit Kleinkindern umgehen kann. Ich weiß nicht wieso, aber ich war ein Magnet und die Kinder nahmen meine Hilfen gut an. Spaß hatten wir alle und ich fand es sehr schön wenn um mich herum lauter glückliche Kinder waren die sich wohlfühlten. Ich beschloss dann nach langer Überlegung meinen Horizont zu erweitern und begann ein Freiwilliges soziales Jahr. Ich bekam einen Fahrdienst und lernte so die Alexandra kennen. Sie machte auch ein FSJ und wir wurden gute Freunde. Ich war sehr an ihr interessiert aber es passte einfach nicht mit uns. Zwar bekam ich sie nicht als Partnerin, aber ich gewann etwas, was ich nie hatte. Eine supergute Freundin die auch in schweren Zeiten immer zu mir hielt. Wir haben uns geschworen, immer füreinander da zu sein. Das ist bis heute noch so. Ich bin froh, dass es sie gibt. In der Zeit kam auch das Internet zu mir nach Hause. Ich lernte eine Menge Leute im Chat kennen und man traf sich täglich dort um über den Tag und die Welt zu schreiben. Dort lernte ich ein Mädchen kennen das sich Luna nannte, also Mond. Naja, Nicknamen waren oft recht merkwürdig. Sie war 16 und kam aus Lübeck. Wir schrieben uns und ich war fasziniert von ihr. Es war eine Zwickmühle für mich. Ich wollte mich nicht wieder verlieben und dennoch konnte ich mir ihr nicht entziehen. Wir schrieben dann jeden Abend miteinander und verabredeten uns förmlich uns dort zu treffen. Irgendwann telefonierten wir mal und es kam dazu, dass wir uns in Lübeck verabredeten. Also fuhr ich am 3.Oktober 2004 zum Lübecker Hauptbahnhof und wir lernten uns persönlich kennen. Wir wussten nicht so genau was wir unternehmen können und sie schlug vor zu sich nach Hause zu fahren. Dort lernte ich kurz die Mutter kennen die nicht so begeistert schien. Ich kann es ja verstehen, ich würde genauso reagieren wenn meine Tochter jemand fremdes anschleppt. Wie auch immer es passierte, wir waren uns einig es miteinander zu versuchen und waren ein Paar. Ich erlebte die schönste Zeit mit ihr. Wir machten sehr viel und wenn sie da war fühlte ich mich sehr wohl. Klar hatten wir auch mal Streit, aber ich glaube das hat jeder Mal. Wir waren für 4 Jahre und 11 Monate zusammen und ich vermisse sie noch heute und wünschte mir es sei noch nicht zu Ende. Klar habe ich versucht sie wieder zurück zu gewinnen, aber ich bin ein tollpatschiger Mensch und habe jede Chance es wieder gut zu machen verdorben. Trotz allem hatte ich immer wieder Schwierigkeiten über meine Gefühle zu reden und sie offen dar zu legen. Ich hatte Angst jemals wieder eine Person so nah an mich heran zu lassen. Und dennoch war sie es die es als einzige geschafft hat mein Herz vollständig frei zu legen und es langsam wieder erwärmt hat. Jedoch wollte ich noch nicht alles preisgeben was mir so in meinem Leben passiert ist, ohne sie dadurch zu vertreiben. Es war jedoch auch ein beschämender Gedanke für mich, dass sie alles über mein marodes Leben herausfindet. Gut, jetzt ist es zu spät und ich kann es nicht mehr ändern. Wieso ich immer Angst hatte sie zu verlieren ist ganz einfach zu verstehen. Es war in der Vergangenheit immer so, dass mich mir lieb gewordene Menschen immer wieder verlassen hatten. Ich habe seit jeher panische verlustängste und konnte leider nie hundertprozentiges Vertrauen entwickeln. Sie schaffte es jedoch zu 95% und das ist mehr als es jemals ein Mensch zuvor bei mir geschafft hat. Ich habe sie jedoch permanent mit meiner Art verletzt und alles permanent schlecht gemacht. Wieso? Auch ganz einfach zu erklären. Ich wollte nicht zeigen, dass es mir auch Spaß macht. Nun habe ich sie sicherlich verwirrt, aber das lässt sich leicht erklären. Alles was mir Spaß macht oder mir gefällt verschleiere ich unter einem Mantel der Abneigung aus Angst zu zeigen, dass ich auch Glück verspüre was man mir nehmen könnte. Der Urlaub in Tunesien war ein solches Moment an dem ich nichts Gutes lassen konnte. Ich machte permanent alles schlecht und signalisierte, dass alles langweilig sei. Ich bemerkte in meinem Verschleierungswahn nicht einmal, dass ich meine liebe damit richtig traurig machte. Ich hasse mich für diesen Moment sowas von doll. Julia, so hieß meine Freundin, war sichtlich enttäuscht. Genauso wie bei ihrem Abschlussball. Dort zog ich ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Ich wünschte mir ich könnte tanzen, stattdessen saß ich nur rum und ließ sie alleine tanzen. Ich meine, sie konnte es auch nicht aber sie hatte wenigstens den Mut sich einfach zu bewegen. Was mir besonders fehlte, ist ihre Liebe. Ein Mensch der mir zeigte, dass das Leben auch in schlechten Situationen lebenswert ist. Nach meinem FSJ bewarb ich mich an einer Schule in Heide für Sozialpädagogik. Ich wollte mit meinem Talent Erzieher werden. Julia fand das anscheinend gut, denn sie fragte mich oft wie der Tag war. Naja, die Theorie war für mich zwar begreifbar, aber ich konnte sie nicht behalten. Ich hatte permanente Blackouts vor den Klausuren und schrieb meistens nur fünfen und sechsen. Das deprimierte mich immer mehr. Ich gab alles und versuchte besser zu werden, jedoch half alles nichts. Es gab da eine Aufgabe die jeder von uns zu bewältigen hatte. Sie nannte sich Selbstreflektion. Dieses habe ich dann auch gemacht. Jedoch sollte diese vor der Klasse vorgetragen werden und als ich an der Reihe war, liefen bei einigen die Tränen. Ich ließ so gut wie nichts aus was mir in meiner Familie passiert ist. Jedoch beschönigte ich vieles. Warum ich das tat weiß ich nicht mehr. Vielleicht aus Furcht davor mich für mein Leben schämen zu müssen und ich wusste ja noch nicht zu diesem Zeitraum, dass ich die Schule vorzeitig verlassen musste. Ich habe gemerkt, dass es nichts bringt wenn ich nach diesem Jahr in dem ich sitzen geblieben bin es noch einmal wiederhole und durch meine Prüfungsängste es wieder verderbe. In diesem Moment war Julia sicherlich schon enttäuscht. Auch als wir zusammenkamen hörte ich extra für sie auf zu rauchen. Nach drei Jahren hatte ich dann wieder die Zigarette im Mundwinkel und enttäuschte sie schon wieder. Sie sagte es zwar nie, aber ich denke mal seit diesem Zeitpunkt lief es bei uns in der Beziehung immer schlechter. Enttäuschungen ohne Ende für sie und ich hab es nie wirklich bemerkt. Das enttäuscht mich so sehr. Ich habe dann in einem Computerfachhandel gearbeitet. Dort habe ich alles und noch mehr gegeben. Doch anscheinend war es dem Chef nicht genug. Ich wurde nur fertig gemacht und bin dann schließlich ausgerastet und habe Sachen durch die Werkstatt geworfen und meinen Chef angeschrien. Ich wollte nicht mehr wie der letzte Dreck behandelt werden. Es war nur doof, dass ich dadurch meinen Job verlor. Klar kann ich es verstehen, aber irgendwie ist die Welt für mich nicht mehr was sie vielleicht mal war. Wenn ich ein Unternehmen hätte, würde ich zwar zusehen, dass es läuft und Geld verdient, aber ich würde mich auch ein Stückweit darum kümmern, dass meine Mitarbeiter sich bei der Arbeit wohlfühlen. Ich hatte sogar mal ein Gewerbe. Jedoch hatte ich einfach keine Ahnung wie das alles funktionierte und habe es schließlich gelöscht. Was mich seit Jahren immer wieder ein wenig aufgebaut hat war meine Nebenbeschäftigung als VJ. Ich Visualisierte in Clubs und Discotheken auf Leinwänden bunte und abstrakte Film- und Bilddaten live zur Musik. Das machte mir immer sehr viel Spaß und ich hoffe noch heute, dass es auch beim Partyvolk gut ankam. Die Veranstalter fanden es immer Klasse und waren begeistert. Leider habe ich darin nie wirklich Fuß gefasst und nie ordentliches Geld dabei verdient. Das liegt unter Anderem auch daran, dass ich keine Wertvorstellungen von mir und meiner Arbeit habe. Ich bin auch immer sehr schüchtern was so etwas angeht. Naja, seit dem ich nach Lauenburg gezogen bin habe ich kaum noch Buchungen bekommen. Der Grund warum ich nach Lauenburg gezogen bin ist, dass ich mein Leben noch einmal in gerade Bahnen lenken wollte. Ich habe das Angebot bekommen eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton zu machen. Aber auch das habe ich verbockt. Ich komme mit vielen Anweisungen des Chefs nicht zu Recht weil sie unüberlegt und planlos sind. Er ist ein echt netter Mensch wenn man privat unter sich ist, aber als Chef muss er noch viel lernen. Vor allem die Motivation der Mitarbeiter. Sie ist oft an einem Tiefpunkt und er schert sich nicht darum. Ich habe oft Momente in denen ich denke, dass das alles keinen Sinn mehr macht. Ich gebe mehr mir die Schuld als allen anderen. Ich habe seit der Trennung von Julia einen starken Bruch in meiner Seele und bin oftmals so schwach, dass mich Kleinigkeiten zum Weinen bringen. Ich bin einfach nur noch verzweifelt und einsam. Überwiegend höre ich traurige Musik und verfalle in selbsthass. Ich habe Angst davor mir doch eines Tages etwas anzutun. Vor allem gibt es da noch ein Paar echt liebe Menschen denen ich das nicht antun möchte, denn ich weiß, dass sie mich sehr doll lieb haben. Wie gerne hätte ich wenigstens eine Freundin die wieder zu mir hält und mich so liebt wie ich bin. Eine die nicht einfach alles in sich hineinfrisst sondern mal auf den Putz haut und sagt was sie denkt. Eine die nicht gleich einknickt wenn mal irgendetwas nicht glatt verläuft. Aber welche Frau will so einen emotionsschwachen Menschen wie mich schon haben. Irgendwie möchte ich keine Freundin mehr haben. Es würde sicherlich nur wieder schiefgehen mit uns. Mehr Enttäuschungen vertrage ich nicht mehr. Ich weiß es wiederspricht sich, aber ich weiß nicht mehr wie mir mein Kopf steht und was ich noch Denken, fühlen oder machen soll. Meine größte Angst die ich jedoch zurzeit habe ist, dass wenn ich eine Therapie mache, sich um mich herum alles auflöst und ich nicht mehr den Einstieg in die Welt schaffe. Ich habe Angst zum Arzt zu gehen, Angst davor mir Blut abnehmen zu lassen, Angst davor, dass mein Körper irgendwelche Krankheiten hat die unheilbar sind, Angst davor Antidepressiva zu nehmen. Ich habe einfach nur noch Angst!

Soviel zu mir. Diesen Text habe ich irgendwann im Mai 2010 geschrieben. Schreibt dazu was ihr möchtet, ich wollte nur darlegen wie es bei mir bisher im Leben verlief.
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02.07.2010, 15:30 #2
Monarose
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Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Hallo Peter,

du bist in der Lage, sehr reflektiert über dein Leben zu berichten. Du kommst aus wirklich asigen, ätzenden Verhältnissen und hast es geschafft, ein nachdenklicher, kritischer Mann zu werden. Das ist gut und darauf kannst du stolz sein.

Liebe Grüße

Monarose
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Für den Beitrag dankt: peterb
02.07.2010, 15:36 #3
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Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Hallo Monarose,
danke für deine Worte. Sie helfen mir etwas um mich nicht ganz hängen zu lassen.
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02.07.2010, 16:21 #4
Monarose
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Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Hi!

Du musst dich überhaupt nicht hängenlassen! Du kannst dein Wissen, deine Erfahrungen weitergeben und so anderen Kindern helfen, die aus "schwierigen" Verhältnissen kommen.
Was machst du denn zur Zeit beruflich? Habe ich dem Text nicht entnehmen können. Sozialarbeit wäre sicher etwas für dich.

Liebe Grüße

Monarose
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02.07.2010, 19:26 #5
Nenalp Nenalp ist offline
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Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Wenn Du die Schrift etwas größer gemacht hättest, dann wäre es für einige vom Vorteil.
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02.07.2010, 15:05 #1
peterb peterb ist offline
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Noch Lauenburg, Bald wieder Berlin
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Standard Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
ACHTUNG!!! DER TEXT IST SEHR SEHR SEHR LANG!!!

Mein Leben! – Wie schlecht ist eigentlich die Welt
Geboren wurde ich ohne zu fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen. Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe. Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war, habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert. Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert. Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure, Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte: „Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23 Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen. Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen, dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an. Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen „Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten. Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte. Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus, ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch, dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar, einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren. Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann, werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war, dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht. Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit, der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht. Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt. Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein, dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir. Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“ (8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Alles in allem: Er war und ist seit Anbeginn mein Vorbild auf Lebenszeit! Ein unmöglich gab es bei ihm nie.

Mit 13 kam ich in ein Kinderheim. Meine Mutter kam gar nicht mehr mit mir klar. Oder anders gesagt, sie hat versagt und schob mich ab. Irgendwann hatten wir einen Termin beim Berliner Jugendamt und dort hing eine Deutschlandkarte mit sehr vielen Stecknadeln. Der Beamte sagte zu mir ich könne frei wählen wo ich hin möchte. Aus gefühlten 400 Stecknadeln suchte ich mir eine aus und sagte: „Ich wollte schon immer mal das Meer sehen.“. Ein paar Wochen Später war es dann soweit. Ich packte meine wenigen Habseligkeiten und bestieg mit meiner Mutter die Bahn in den hohen Norden. Nach vier Stunden Fahrt kamen wir in Heide an. Dort wartete schon der Heimleiter auf uns und wir fuhren gemeinsam nach Hollingstedt. Ich hatte irgendwie Angst vor dem Ganzen was auf mich wartete. Heime kannte ich nur aus Filmen und da waren sie immer etwas Schreckliches. Jedoch wurde ich relativ gut empfangen. Ich lernte gleich ein paar neue Gesichter kennen. Eine Woche später fingen dort die Sommerferien an und geplant war eine dreiwöchige Reise nach Dänemark. Keine Ahnung wie der Ort hieß, aber es war nett und lag direkt am Strand. Zwei Jungs erlaubten sich mich dort in aller Ruhe seelisch und körperlich zu brechen. Sie zwangen mich die Dünen hoch zu rennen und wieder runter zu laufen. Dann musste ich mit Klamotten ins Meer laufen bis mir das Wasser zum Halse stand. Wenn ich mich verweigert habe, gab es Schläge vom feinsten. Die Prozedur ging ca. 2 Stunden. Danach war ich fertig und sie ließen erst mal von mir ab. Dies ging so ca. eine Woche und irgendwann habe ich mich gewehrt. Nicht mit Fäusten, denn das ist für mich die Sprache der Idioten. Ich bin an die Psyche der Jungs ran gegangen. Wie genau weiß ich nicht mehr. Jedoch habe ich sie gegeneinander aufgebracht und sie wieder versöhnt. Damit war ich ihr bester Kumpel geworden und sie schauten zu mir auf. Mit den Jungs habe ich dann soviel Mist gebaut, das würde alles Bisherige in den Schatten stellen was ich zuvor je gemacht habe. Wir haben Glassplitterbomben zu Sylvester gebaut, haben Nachts die Fahrzeuge der Einrichtung benutzt um Auto fahren zu lernen, Sind in die Werkstatt eingebrochen um Werkzeuge zu klauen die wir für irgendetwas brauchten oder haben uns mit 14 Jahren schon volllaufen lassen. Klar gab es auch gute Seiten an uns. Wir haben uns von unserem Taschengeld Hühner gekauft und diese gepflegt, haben bei Reparaturarbeiten geholfen und uns um den eigenen Hof gekümmert. Was wir am besten konnten war uns das Vertrauen zu erschleichen und immer recht gut bei den Erziehern gut da zu stehen. Klar flog unsere Tarnung manchmal auf, aber wir lebten unseren jungen wilden Stil. Meine erste Freundin hatte ich kurz nach dem ich ins Heim kam, also mit 13 Jahren. Sie war 11 und wir hatten unseren Spaß. Der erste Kuss das erste Mal körperlich berühren usw. So wie jeder seine erste Liebe entdeckte. Diese Beziehung hielt ganze 1 ½ Jahre. Bei meiner zweiten Freundin war dann auch mein erstes Mal fällig. Ich wusste zwar wie sie es in einem Pornofilm machten, aber wie es ist wenn man sich liebt wusste ich nicht. Sie zeigte es mir und wir waren eine lange Zeit glücklich. Jedoch war auch da nach 1 ½ Jahren Schluss und ich zog mich zurück von den Frauen. Ich wollte einfach keine Beziehung mehr führen weil es einfach nur wehtut wenn man sich trennt. In der Zeit habe ich einfach nur noch mein Leben genossen und mit sämtlichen Mädels dort rumgemacht. Mein Hass auf Frauen war zu dem Zeitpunkt recht groß. Ich wollte es ihnen heimzahlen. Habe ihnen das Blaue vom Himmel gelogen und so getan als ob ich mit ihnen eine Beziehung führen möchte. Es kam zwar nie zum Sex, aber das war mir auch nicht wichtig. Ich wollte sie einfach nur enttäuschen und traurig machen – so wie ich es war. In der Zeit fuhr ich auch zwischendurch mal zu meiner „Familie“ nach Berlin um meine Ferien dort zu verbringen. Meine Mutter war so dumm wie vorher, mein Bruder wurde immer fauler, meine Schwester trieb sich irgendwo mit ihren Freundinnen rum, nur um nicht zu Hause sein zu müssen. Meine Mutter schaffte es mal wieder den Dreck von der Straße anzuziehen. Sie schrieb mit einem Knasti Briefe und irgendwann kam er dann mal zu Besuch. Naja, ein Typ Marke Abschaum der schon aussah wie Betrug und Kriminalität. Die beiden haben geheiratet und ich wurde gefragt ob ich von ihm Adoptiert werden möchte. Ich lehnte dankend ab. Der Kerl hat meine Mutter auch nur beschissen und betrogen und das interessante war daran, dass sie es nicht mal geschnallt hatte. Die Polizei stand öfters bei uns im Haus um ihn zu suchen. Denn er war immer nur auf Hafturlaub bei uns. Irgendwann meinte er wohl dann dort nicht mehr zurück gehen zu wollen. Dieser Mensch beklaute selbst die Kinder und verkaufte die Sachen dann irgendwo um zu Geld zu kommen. In dieser Zeit lernte ich Patricia kennen. Ein Mädchen aus Berlin. Wir unternahmen immer irgendetwas wenn ich in Berlin zu Besuch war. Irgendwann kamen wir uns näher. Jedoch blieb es zunächst bei Küssen. Mit 17 zog ich aus dem Heim aus in eine eigene Wohnung. Ich bekam einen Betreuer der mich in der Phase zu meiner Selbstständigkeit unterstützen sollte. Er heißt Horst und war echt gut. In dieser Zeit verlor ich so gut wie jeden Kontakt zu den Leuten aus dem Heim. Ich traf noch ein paar Male meine Ex-Freundin und wir hatten noch einmal Spaß zu Zweit. Danach habe ich auch sie nicht mehr gesehen. Ich hatte, bevor ich die Hauptschule abgeschlossen habe, mehr als 40 Bewerbungen an verschiedene Firmen geschickt. Einige kamen zurück und viele haben sich nicht einmal gemeldet. Also was tun? Die Erzieher beschlossen mich in eine vom Arbeitsamt unterhaltene Berufsförderung zu stecken. Dort konnte man aus verschiedenen Bereichen wählen was man eventuell später mal erlernen will und Vorerfahrungen sammeln. In dieser Zeit lernte ich nicht viel dazu, da ich schon eine Menge wusste. Ich lernte Petra kennen. Diese Liebe war recht kurz. Sie betrog mich nach drei Wochen und ich schob sie ab. Wieder war das verletzende Gefühl da. Jedoch nicht so stark wie zuvor. Nach dem Berufsfindungsjahr, wusste ich, dass ich mit einem Hauptschulabschluss nichts erreichen könnte. Ich beschloss meinen Realschulabschluss zu machen und besuchte eine Berufsfachschule. Die Fachrichtung war Metalltechnik. War zwar nicht mein Wunschbereich, aber ich wollte ja nur den Abschluss. Dort lernte ich viele nette Menschen kennen. Mit einigen traf ich mich sogar nach der Schule und wir hatten viel Spaß. Einer Wurde sogar ein sehr guter Freund. Matthias und ich machten oft Party und er schleppte oft irgendwelche Mädels an. In der Zeit lernte ich Nina und Jenny kennen. Wir trafen uns auch mal ohne Matthias und unternahmen irgendetwas. In Jenny verliebte ich mich nach kurzer Zeit und ich weiß nicht mal mehr wie wir zusammen kamen. Ich weiß nur noch, dass sie mich zum Abschied am Abend mit einem Kuss überrumpelte. Es knallte laut in meinem Kopf und brannte mir sämtliche Synapsen durch. Es war eine recht schöne Zeit mit ihr und ich habe mich richtig wohl gefühlt mit ihr. Nach 2 Jahren und 2 Monaten war diese Beziehung zu Ende. Sie verliebte sich in einen Anderen und ich stand alleine da. In der Zeit verstarb mein Freund Matthias in der Türkei. Der Hotelarzt hat ihn zu Tode kommen lassen. Seitdem hasse ich die Türken. Matthias fiel rückwärts besoffen vom Balkon und hatte innere Hirnblutungen. Der Arzt nannte es Gehirnerschütterung und gab ihm Tabletten die ihn nur ruhig stellten. Nach ein bis Zwei Tagen erlag er an den Blutungen im Kopf. Die Beerdigung gab mir den Rest. Ich trennte mich von allem was mich mit Matthias in Verbindung brachte. Selbst von Nina trennte ich mich. Jedoch auch weil sie mit Jenny sehr gut befreundet war und ich damit nicht zu Recht kam nicht über Jenny zu sprechen. In dieser Zeit fing ich an meine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker zu machen. Die Zeit war seelisch eine Qual. Nach dem ersten Lehrjahr ging das Autohaus Pleite und ich wurde von der IHK in einen Betrieb gesteckt der hauptsächlich LKWs und Transporter reparierte. Meine Depressionen drückten mich seit dem Jahr zu Boden. Ic
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   federkiel
Liebe Ute,
wat 'ne Freude, dass dir mein Zander auch gefällt. Einen ganz lieben
Dank für dein Lob und die Sternchen.
Hab noch einen schönen und gruseligen Halloween-Tag und viele liebe
Grüße von Gabi
   a******a
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Thema: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
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02.07.2010, 15:05 #1
peterb peterb ist offline
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Standard Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
ACHTUNG!!! DER TEXT IST SEHR SEHR SEHR LANG!!!

Mein Leben! – Wie schlecht ist eigentlich die Welt
Geboren wurde ich ohne zu fragen am 20.04.1980 in Berlin. Wer ahnte zu dieser Zeit, dass das Leben dieses Menschen von Beginn an eine Qual ist.
An meine Kindheit habe ich nur schlechte bis gar keine Erinnerungen. Manchmal glaube ich, dass mein Gehirn mich vor diesen Erinnerungen schützen will um mir einiges zu ersparen. Vieles wurde mir von meiner Oma und meinem Onkel erzählt. In meiner Familie war Geborgenheit und Verständnis ebenso wenig wie Liebe und Schutz vorhanden. Meine Mutter war aus heutiger Sicht schon mit einem Kind überfordert. Es interessierte sie auch herzlich wenig wie ihre Kinder groß werden. Hauptsache bald erwachsen und damit raus aus dem Haus. Kinder sind bis zu einem bestimmten Alter niedlich, aber dann werden sie… naja, sagen wir mal anspruchsvoller. Hygiene und Pflege waren nicht so ihre Stärke. Arztbesuche gab es nur wenn es nicht mehr anders ging. Einen Zahnarzt habe ich soweit es mir richtig in Erinnerung ist mit 13 Jahren das erste Mal in meine Nähe kommen lassen. Wir waren drei Kinder. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Zu denen komme ich später. Meine Bekleidung war eigentlich immer schmutzig. Meine Mutter sagte immer ich solle mich nicht dreckig machen, dann würde ich auch nicht so aussehen. Welches Kind macht sich beim spielen nicht schmutzig. Also war die Aussage eine Ausrede um ihre Faulheit zu vertuschen. Ich ging schmutzig zur Schule und schmutzig zu Bett. Zähneputzen wurde mir nie beigebracht. Tägliche Hygiene war auch undenkbar weil unbekannt. Klar, einmal die Woche musste ich Baden, weil sonst der Gestank wohl selbst für meine Mutter nicht zu ertragen war. Ich habe nicht viel Gutes aus meiner Kindheit zu erzählen. Bevor ich es aber vergesse zu erwähnen, es gab natürlich auch einen Vater. Sie werden jetzt denken: „Oh, ja… Der hat bestimmt immer viel mit ihnen unternommen und sie handwerklich begeistert usw.“ Nein! Hat er nicht. Die Ausflüge die ich mit meinem Vater gemacht habe, waren die in seine Stammkneipe. Wenn sie jetzt denken, das sei doch prima, dann muss ich sie enttäuschen. Ich war erst vier Jahre alt. Ich weiß teilweise nicht mal wie ich nach Hause gekommen bin. Meistens bin ich da eingeschlafen. Wenn ich mal nicht mit war, habe ich zu Hause mit meiner Schwester und meinem Bruder um die Wette gezittert. Nicht aus Angst dem Vater könne etwas passieren, eher aus Angst davor wer am meisten verprügelt werden würde. Meistens hat es mich getroffen, naja… ich habe da so ein Talent für. Dieser Mensch war ein Schwein. Er schlug im Suff auf seine Kinder ein und vergewaltigte sogar mehrmals seine Tochter. Aber sowas scheint ja auf der ganzen Welt Volkssport Nummer eins zu sein. Man liest oder hört davon ja des Öfteren. Aber wir wollen dieses Verhalten nicht auf seinen Alkoholkonsum zurückführen. Ich kann mich noch an eine Sache sehr gut erinnern. Wir saßen bei Tisch und aßen gerade zu Mittag. Eine sehr seltene Situation. Es gab Spargel und ich mochte den ganz und gar nicht essen. Nach meinem heutigen Wissen war dieser auch eher 14te Wahl. Lag wohl an den Kochkünsten meiner Mutter. Jedenfalls wurde ich von meinem Vater dazu gezwungen den Spargel zu essen. Als ich beim Essen den Spargel runterschlucken wollte, rutschte er mir in die Luftröhre. Wie ich das geschafft habe weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich fast daran erstickt wäre und mein Vater mir den Spargel aus dem Mund zog. Weil ich ja mit dem kostbaren Essen so umging bekam ich gleich ein paar Ohrfeigen die sich gewaschen hatten. Meine Mutter saß nur da und starrte ins leere als sei nichts passiert. Diese Tyrannei meines Vaters begleitete mich bis zu meinem achten Lebensjahr und dann tat meine Mutter das erste Mal das richtige in ihrem Leben – Sie ließ sich von ihm scheiden! Somit konnten wir Kinder ein wenig aufatmen. Einige Zeit war es schön mal keine Schmerzen zu erleiden und es kam auch öfters vor, dass man wieder richtig lachen und leben konnte. Leider war es aber schon zu spät ein vernünftiges Leben zu führen. Ich denke bis heute, dass mein Leben von Anfang an geprägt ist mit Problemen und Sorgen. Steine im Weg waren und sind es bis heute noch, die mich täglich begleiten. Jedenfalls war meine Persönlichkeit bis dato ruiniert worden. Das was ich meine war, dass mein Wortschatz sehr primitiv und verdorben – ja meist sogar sehr verletzend war. Ich sagte Worte wie Hure, Hurensohn, Nutte, Fotze usw. Das lernte ich alles bei meinem Vater… und es sind nur ein Bruchteil von den Worten die ich auf Lager hatte. Ich richtete sie nicht nur gegen irgendwelche Kinder in meinem Alter, ich richtete sie auch gegen Menschen die mir sehr am Herzen lagen und liegen. Nach der Trennung bekamen wir einen Familienhelfer. Er hieß Bernd und war ein sehr netter Mensch. Ich war jeden Tag froh, wenn wir uns trafen um Hausaufgaben zu machen und danach irgendetwas unternommen haben. Er war wie ein Vaterersatz und wurde uns von der Familienfürsorge gestellt, weil sie merkten, dass meine Mutter mit mir nicht mehr zurecht kam. Ich rebellierte immer gegen meine Mutter an und interessierte mich überhaupt nicht für irgendwelche Regeln die sie aufstellte. Wenn sie sagte: „Du bist spätestens um 19 Uhr zu Hause.“ dann war ich irgendwann um 22 oder 23 Uhr erst zu Hause. Ich lebte wie ich wollte und ließ mir nichts von ihr sagen. Ich gebe zu, ich wünsche keiner Mutter ein Kind wie mich. Ich muss jedoch sagen, dass jede Mutter und jeder Vater es selbst in der Hand hat seine Kinder gut zu erziehen. Ich selber habe beobachtet, dass Kinder aus wohlhabenderen Häusern bessere Manieren und einen besseren Umgangston haben als aus Familien die, ich sage mal aus der Unterschicht kommen. Das soziale Umfeld spielt natürlich eine grundlegende Rolle dabei. Der Mensch passt sich halt an seine Umgebung an. Zurück zu meiner Kindheit. Ich habe nie wirklich viele Freunde gehabt. Liegt wohl daran, dass ich aussah wie ein Lumpensack und mein Benehmen einfach unterstes Niveau war. Jedenfalls war ich bei vielen unbeliebt und wurde gemieden. Ich sah das als Angriff gegen mich und antwortete entweder mit meinen „Worten“ oder wurde handgreiflich wenn ich merkte, dass ich verbal nicht stark genug war. Ich war nach der Grundschule immer im Hort und musste da warten bis meine Mutter uns abholte oder die Erzieherinnen mich losschicken sollten. Innerhalb kürzester Zeit war ich da gefürchtet und unbeliebt. Ich hatte zwar ein paar „Freunde“ aber ich denke mal die auch nur weil sie Angst hatten. Bei meiner Gruppenerzieherin fühlte ich mich immer am wohlsten. Die Frau war immer so lieb zu mir und ging auf meine Probleme ein und schob mich nicht einfach weg. Diese Frau gab mir Trost und hörte sich meine Sorgen an. Sie wies mich aber auch zurecht, wenn ich Mist gebaut hatte. Sie war toll. In der Zeit hatte mein kleiner Bruder einen Autounfall direkt vor der Tür der Kindertagesstätte. Anstatt mich um ihn zu sorgen, kamen nur Sprüche von mir die aussagten dass es mir scheißegal sei wenn er dabei draufgehen würde. An diesem Abend sollte eine Übernachtung im Hort stattfinden und irgendwann abends brach es dann aus mir heraus. Ich heulte wie nie zuvor und war mir wohl dann erst klar was ich da gesagt hatte und wie ernst die Lage war. Was ich nicht wusste war, dass es wirklich ernst um meinen Bruder stand. Er wäre fast an seinen Hirnblutungen gestorben. Wäre dies passiert, würde ich mich wahrscheinlich bis heute noch für meine Äußerungen hassen. Als er dann wieder draußen war aus dem Krankenhaus, ärgerte ich ihn immer und nannte ihn „Spasti, Krüppel oder auch Behindi“. Ich muss zugeben, dass ich bis heute mein Verhalten ihm gegenüber kritisiere und mich schlecht fühle wenn ich darüber nachdenke. Meine Frustration und die Eifersucht, dass meine Mutter sich lieber um ihn und meine Schwester gekümmert hat, brachten in mir einen Hass gegen meine Geschwister hervor die mir heute noch Angst macht. Ich fühlte mich permanent ausgeschlossen und benachteiligt behandelt von meiner Mutter. Heute weiß ich, dass meine Schwester sich einfach nur angepasst hat und auch nur geduldet war. Erwähnenswert wäre vielleicht auch, dass meine Mutter das Sparkonto von meiner Schwester leer geräumt hat und dann mit uns in den Vogelpark Walsrode gefahren ist. Ich muss dazu sagen, dass dieser Park sowas von langweilig war und ich den Tag schon fast vergessen habe. Klar, einigen kann man es nicht recht machen, aber auf Wünsche wurde in dieser Familie nicht eingegangen. Es sei denn mein Bruder hat sie geäußert. Irgendwann meldete sich mein Vater noch mal bei uns Kindern. Er lud uns ein zu sich und seiner damaligen Freundin. Es war nicht sehr berauschend, denn es war verbunden mit einer Kneipe und ich war froh, dass es nur für 2 Tage war. Er schleppte dann irgendwann für mich und meinen Bruder je eine Hausratte samt Käfigen an. Da meine Ratte von seiner Ratte dauernd gepiesackt wurde habe ich die Ratte gepackt und sie gequält. Leider passierte es, dass die Ratte dabei verstarb und ich gesagt habe, sie hätten sich gebissen. Mir tat es leid und heute merke ich, dass ich meine Gefühle und Aggressionen schon als kleiner Junge nicht unter Kontrolle hatte. Meine Ratte jedoch hatte ich sehr lieb. Sie wurde von mir permanent verwöhnt und durfte fast alles in meinem Zimmer. Sie hatte diverse Kletterparkours und lief tagsüber frei herum. Nachts ging sie von alleine in den Käfig und blieb da. Als sie nach ungefähr fünf Jahren verstarb, brach für mich eine Welt zusammen. Das einzige Lebewesen was mir so nahe wichtig war, war auf einmal nicht mehr da. Das Begräbnis war mit tränen verbunden und ich bin fest der Überzeugung, dass sie es gut bei mir hatte. Danach hatte ich keine Haustiere mehr. Vielleicht aus Angst wieder zu viel Liebe zu entwickeln und zu verlieren. Ich hatte auch mal einen Hund. Jedoch war dies auch so eine Aktion meines Vaters, die er sich hätte sparen können. Erst holt er einen Hund aus dem Tierheim, und ein paar Tage später bringt er ihn wieder zurück. Der Grund ist so dumm, da versteht man die Menschheit manchmal einfach nicht mehr. Der Hund war einfach nicht Stubenrein, und als er dann ein Häufchen in mein Zimmer gesetzt hat flog er raus. Ich weiß leider nicht wie alt das Tier war, aber ich denke mal er war noch recht jung. Und wie sie es nicht geschafft haben uns zu erziehen, so haben sie es auch nicht geschafft sich um diesen Hund zu kümmern. Es wäre eine Sache von maximal 2 Wochen gewesen diesen Hund stubenrein zu bekommen. Aber ich denke mal, dass es besser war für den Hund wieder raus zu kommen und nicht unterzugehen in dieser Familie. Seit dem ich ein kleiner Junge war wünsche ich mir einen Hund – einen Golden Retriever. Ich liebe diese Rasse aber ich weiß selber, solange ich nicht die Zeit und das Geld für dieses Tier aufbringen kann, werde ich mir diesen Traum nicht erfüllen. Ich denke, ich weiß was sinnvoll ist und was Unsinn wäre. Mein einzig richtiger Freund zu der Zeit hieß Massimo. Wir haben uns so gut wie jeden Tag getroffen und jede Menge erlebt. Klar hat man sich auch mal gestritten, aber im Ganzen war es echt gut jemanden zu haben mit dem man über alles reden konnte. Und wenn wir unterwegs waren, dann war die Welt nicht mehr sicher. Wir haben so viel Unsinn gemacht, dagegen ist Michel aus Lönneberga ein Unschuldslamm. Wir haben gerne unsere BMX Räder gesattelt und sind durch die Botanik gebrettert aber auch Dinge gemacht wie Mercedes Sterne abbrechen. Es war also nicht immer legal, aber ich denke mal das dass einige gemacht haben. Was wir auf keinen Fall gemacht hätten wäre irgendwelche Leute überfallen oder Drogen genommen. Die Zeit war uns unwichtig und wir haben in unserer eigenen Welt gelebt. Meine Mutter hatte in dieser Zeit mal wieder ihre Dummheit übertroffen und holte sich einen Kerl von der Straße weg. Wo sie ihn genau kennengelernt hat kann ich nur raten. Ich denke jedoch es war im Suff am Imbiss als sie mal wieder ihre Kinder zu Hause sich selbst überließ. Er hieß Manski (oder so ähnlich) und er war ein Säufer. Aber der Vorteil bei ihm war, dass er recht umgänglich war. Irgendwann brachte er einen guten Freund mit nach Hause. Dieser Typ, nennen wir ihn Ulli, war ein Alki wie er im Buche steht. Tagsüber ging er seinem Gelegenheitsjob nach und abends verbrachte er die meiste Zeit am besagten Imbiss um sich volllaufen zu lassen. Wenn er da nicht war, hat er bei uns zu Hause gesoffen. Ich war für ihn ein ungewünschtes Individuum. Dies ließ er mich immer spüren in Form von Ausschließung von der Familie sowie gelegentlichen Schlägen bis hin zur Einsperrung in meinem Zimmer. Meine Geschwister hatten es meiner Meinung nach immer besser als ich. Sie wurden von ihm immer mit irgendetwas beschenkt und ich durfte zusehen. Meine Mutter schaute immer weg… so wie immer halt. Irgendwann brachte er dann seinen Saufkumpel mit, der dann auch bei uns für einige Zeit bei uns lebte. Irgendwann kam es zwischen den beiden zum Streit und sie schlugen sich vor uns Kindern. Meine Mutter stand da und sagte… nix. Ich betone an dieser Stelle nochmals, dies ist wirklich passiert. Es kam in diesem Zeitraum auch vor, dass meine Mutter alles Essbare in der kleinen Speisekammer in der Küche einsperrte und ich (wir wohnten im dritten Stock) vom Badezimmerfenster aus in das Fenster der Speisekammer eingestiegen bin damit uns meine Schwester wenigstens etwas zu essen kochen konnte. Es hat zwar nicht immer geschmeckt, aber es machte satt und der Ärger war dann auf meiner Seite. Denn ich wurde dafür wieder von meiner Mutter zusammengestaucht. Zimmerarrest wurde dann verhängt und alles wurde gestrichen was sich zu meiner Zeit als „Luxus“ bezeichnete. Mein einziger wirklicher Luxus war ein uralter Farbfernseher den ich mir selbst repariert hatte. Ich hatte zwar keine Ahnung von diesen Dingen, aber alles was elektrisch war wurde erst mal von mir zerlegt. Dies machte ich auch mit einem Radio. Dumm war nur dass es meiner Mutter gehörte und ich es nicht wieder zusammen bekam. Zu meinem XXten Geburtstag bekam ich von meiner Oma und meinem Onkel ein nagelneues Mountainbike. Ich durfte es mir selber aussuchen und es hatte ganze 21 Gänge. Ich war zum ersten Mal stolz darauf solch ein Prachtstück mein Eigen nennen zu dürfen. Ich raste damit Tagein Tagaus durch Berlins Botanik und fühlte mich wie ein König. Ich kann froh sein, dass es die beiden gibt bzw. gab. Denn meine Oma lebt leider nicht mehr. Sie waren immer für uns da und hielten ihre schützenden Hände über uns. Oft musste mein Onkel nachts Lebensmittel zu uns bringen. Er stellte sie dann auf dem Balkon ab damit mein Vater dies nicht bemerkt. Irgendwann kam es heraus und wir hatten wieder nichts zu essen weil er sie dann aufaß. Auch wenn ich permanent nur anstrengend war, weiß ich dass meine Oma mich über alles geliebt hat und auch wenn sie oft mit mir geschimpft hat, weiß ich dass sie es nur gut mit mir meinte. Sie war diejenige die an mich immer geglaubt hat und genau wusste warum ich so war wie ich war. Klar hatte ich vor ihr auch angst. Denn wenn ich Unfug gebaut hatte, bekam ich manchmal den Teppichklopfer auf den Allerwertesten. Ich nehme ihr es nicht übel und sie wird dafür gute Gründe gehabt haben, aber so war es halt damals in ihrer Zeit. Auch mein Onkel war sehr schnell böse mit mir. Jedoch war ich auch sehr anstrengend und ging jeden Permanent auf die Nerven. Er war derjenige, der mich mit technischen Spielereien begeistert hat und mir vieles gezeigt hat. Auch war er es der mich zu Weihnachten immer reich beschenkt hat. Ohne ihn hätte ich nie diese schönen Dinge die bei anderen Familien Standard sind. Er war auch da wenn man Schwierigkeiten in der Schule hatte. Dank ihm habe ich das Einmaleins gelernt. Er hat sich damals richtig Mühe gegeben und mir Karten gemalt. Dazu gab es Sprüche wie „Nachbars Ziegen meckern Stündlich“ (8x7=56) Auf solch eine Idee muss man erst mal kommen. Alles in allem: Er war und ist seit Anbeginn mein Vorbild auf Lebenszeit! Ein unmöglich gab es bei ihm nie.

Mit 13 kam ich in ein Kinderheim. Meine Mutter kam gar nicht mehr mit mir klar. Oder anders gesagt, sie hat versagt und schob mich ab. Irgendwann hatten wir einen Termin beim Berliner Jugendamt und dort hing eine Deutschlandkarte mit sehr vielen Stecknadeln. Der Beamte sagte zu mir ich könne frei wählen wo ich hin möchte. Aus gefühlten 400 Stecknadeln suchte ich mir eine aus und sagte: „Ich wollte schon immer mal das Meer sehen.“. Ein paar Wochen Später war es dann soweit. Ich packte meine wenigen Habseligkeiten und bestieg mit meiner Mutter die Bahn in den hohen Norden. Nach vier Stunden Fahrt kamen wir in Heide an. Dort wartete schon der Heimleiter auf uns und wir fuhren gemeinsam nach Hollingstedt. Ich hatte irgendwie Angst vor dem Ganzen was auf mich wartete. Heime kannte ich nur aus Filmen und da waren sie immer etwas Schreckliches. Jedoch wurde ich relativ gut empfangen. Ich lernte gleich ein paar neue Gesichter kennen. Eine Woche später fingen dort die Sommerferien an und geplant war eine dreiwöchige Reise nach Dänemark. Keine Ahnung wie der Ort hieß, aber es war nett und lag direkt am Strand. Zwei Jungs erlaubten sich mich dort in aller Ruhe seelisch und körperlich zu brechen. Sie zwangen mich die Dünen hoch zu rennen und wieder runter zu laufen. Dann musste ich mit Klamotten ins Meer laufen bis mir das Wasser zum Halse stand. Wenn ich mich verweigert habe, gab es Schläge vom feinsten. Die Prozedur ging ca. 2 Stunden. Danach war ich fertig und sie ließen erst mal von mir ab. Dies ging so ca. eine Woche und irgendwann habe ich mich gewehrt. Nicht mit Fäusten, denn das ist für mich die Sprache der Idioten. Ich bin an die Psyche der Jungs ran gegangen. Wie genau weiß ich nicht mehr. Jedoch habe ich sie gegeneinander aufgebracht und sie wieder versöhnt. Damit war ich ihr bester Kumpel geworden und sie schauten zu mir auf. Mit den Jungs habe ich dann soviel Mist gebaut, das würde alles Bisherige in den Schatten stellen was ich zuvor je gemacht habe. Wir haben Glassplitterbomben zu Sylvester gebaut, haben Nachts die Fahrzeuge der Einrichtung benutzt um Auto fahren zu lernen, Sind in die Werkstatt eingebrochen um Werkzeuge zu klauen die wir für irgendetwas brauchten oder haben uns mit 14 Jahren schon volllaufen lassen. Klar gab es auch gute Seiten an uns. Wir haben uns von unserem Taschengeld Hühner gekauft und diese gepflegt, haben bei Reparaturarbeiten geholfen und uns um den eigenen Hof gekümmert. Was wir am besten konnten war uns das Vertrauen zu erschleichen und immer recht gut bei den Erziehern gut da zu stehen. Klar flog unsere Tarnung manchmal auf, aber wir lebten unseren jungen wilden Stil. Meine erste Freundin hatte ich kurz nach dem ich ins Heim kam, also mit 13 Jahren. Sie war 11 und wir hatten unseren Spaß. Der erste Kuss das erste Mal körperlich berühren usw. So wie jeder seine erste Liebe entdeckte. Diese Beziehung hielt ganze 1 ½ Jahre. Bei meiner zweiten Freundin war dann auch mein erstes Mal fällig. Ich wusste zwar wie sie es in einem Pornofilm machten, aber wie es ist wenn man sich liebt wusste ich nicht. Sie zeigte es mir und wir waren eine lange Zeit glücklich. Jedoch war auch da nach 1 ½ Jahren Schluss und ich zog mich zurück von den Frauen. Ich wollte einfach keine Beziehung mehr führen weil es einfach nur wehtut wenn man sich trennt. In der Zeit habe ich einfach nur noch mein Leben genossen und mit sämtlichen Mädels dort rumgemacht. Mein Hass auf Frauen war zu dem Zeitpunkt recht groß. Ich wollte es ihnen heimzahlen. Habe ihnen das Blaue vom Himmel gelogen und so getan als ob ich mit ihnen eine Beziehung führen möchte. Es kam zwar nie zum Sex, aber das war mir auch nicht wichtig. Ich wollte sie einfach nur enttäuschen und traurig machen – so wie ich es war. In der Zeit fuhr ich auch zwischendurch mal zu meiner „Familie“ nach Berlin um meine Ferien dort zu verbringen. Meine Mutter war so dumm wie vorher, mein Bruder wurde immer fauler, meine Schwester trieb sich irgendwo mit ihren Freundinnen rum, nur um nicht zu Hause sein zu müssen. Meine Mutter schaffte es mal wieder den Dreck von der Straße anzuziehen. Sie schrieb mit einem Knasti Briefe und irgendwann kam er dann mal zu Besuch. Naja, ein Typ Marke Abschaum der schon aussah wie Betrug und Kriminalität. Die beiden haben geheiratet und ich wurde gefragt ob ich von ihm Adoptiert werden möchte. Ich lehnte dankend ab. Der Kerl hat meine Mutter auch nur beschissen und betrogen und das interessante war daran, dass sie es nicht mal geschnallt hatte. Die Polizei stand öfters bei uns im Haus um ihn zu suchen. Denn er war immer nur auf Hafturlaub bei uns. Irgendwann meinte er wohl dann dort nicht mehr zurück gehen zu wollen. Dieser Mensch beklaute selbst die Kinder und verkaufte die Sachen dann irgendwo um zu Geld zu kommen. In dieser Zeit lernte ich Patricia kennen. Ein Mädchen aus Berlin. Wir unternahmen immer irgendetwas wenn ich in Berlin zu Besuch war. Irgendwann kamen wir uns näher. Jedoch blieb es zunächst bei Küssen. Mit 17 zog ich aus dem Heim aus in eine eigene Wohnung. Ich bekam einen Betreuer der mich in der Phase zu meiner Selbstständigkeit unterstützen sollte. Er heißt Horst und war echt gut. In dieser Zeit verlor ich so gut wie jeden Kontakt zu den Leuten aus dem Heim. Ich traf noch ein paar Male meine Ex-Freundin und wir hatten noch einmal Spaß zu Zweit. Danach habe ich auch sie nicht mehr gesehen. Ich hatte, bevor ich die Hauptschule abgeschlossen habe, mehr als 40 Bewerbungen an verschiedene Firmen geschickt. Einige kamen zurück und viele haben sich nicht einmal gemeldet. Also was tun? Die Erzieher beschlossen mich in eine vom Arbeitsamt unterhaltene Berufsförderung zu stecken. Dort konnte man aus verschiedenen Bereichen wählen was man eventuell später mal erlernen will und Vorerfahrungen sammeln. In dieser Zeit lernte ich nicht viel dazu, da ich schon eine Menge wusste. Ich lernte Petra kennen. Diese Liebe war recht kurz. Sie betrog mich nach drei Wochen und ich schob sie ab. Wieder war das verletzende Gefühl da. Jedoch nicht so stark wie zuvor. Nach dem Berufsfindungsjahr, wusste ich, dass ich mit einem Hauptschulabschluss nichts erreichen könnte. Ich beschloss meinen Realschulabschluss zu machen und besuchte eine Berufsfachschule. Die Fachrichtung war Metalltechnik. War zwar nicht mein Wunschbereich, aber ich wollte ja nur den Abschluss. Dort lernte ich viele nette Menschen kennen. Mit einigen traf ich mich sogar nach der Schule und wir hatten viel Spaß. Einer Wurde sogar ein sehr guter Freund. Matthias und ich machten oft Party und er schleppte oft irgendwelche Mädels an. In der Zeit lernte ich Nina und Jenny kennen. Wir trafen uns auch mal ohne Matthias und unternahmen irgendetwas. In Jenny verliebte ich mich nach kurzer Zeit und ich weiß nicht mal mehr wie wir zusammen kamen. Ich weiß nur noch, dass sie mich zum Abschied am Abend mit einem Kuss überrumpelte. Es knallte laut in meinem Kopf und brannte mir sämtliche Synapsen durch. Es war eine recht schöne Zeit mit ihr und ich habe mich richtig wohl gefühlt mit ihr. Nach 2 Jahren und 2 Monaten war diese Beziehung zu Ende. Sie verliebte sich in einen Anderen und ich stand alleine da. In der Zeit verstarb mein Freund Matthias in der Türkei. Der Hotelarzt hat ihn zu Tode kommen lassen. Seitdem hasse ich die Türken. Matthias fiel rückwärts besoffen vom Balkon und hatte innere Hirnblutungen. Der Arzt nannte es Gehirnerschütterung und gab ihm Tabletten die ihn nur ruhig stellten. Nach ein bis Zwei Tagen erlag er an den Blutungen im Kopf. Die Beerdigung gab mir den Rest. Ich trennte mich von allem was mich mit Matthias in Verbindung brachte. Selbst von Nina trennte ich mich. Jedoch auch weil sie mit Jenny sehr gut befreundet war und ich damit nicht zu Recht kam nicht über Jenny zu sprechen. In dieser Zeit fing ich an meine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker zu machen. Die Zeit war seelisch eine Qual. Nach dem ersten Lehrjahr ging das Autohaus Pleite und ich wurde von der IHK in einen Betrieb gesteckt der hauptsächlich LKWs und Transporter reparierte. Meine Depressionen drückten mich seit dem Jahr zu Boden. Ich schloss meine Ausbildung zwar ab, aber ich war so schlecht wie nie in der Schule trotz Hilfe von Horst. Dazu kommt, dass ich mir meinen Rücken in der Ausbildung ruiniert habe. Das kommt sicherlich davon wenn man genötigt wird gleichzeitig zwei Bremstrommeln tragen soll, wobei eine an die 30Kilo wiegt. Es war ein Knochenjob und richtig ausgebildet wurde man eh nicht. Das einzige was da zählte war arbeiten bis zum Umfallen. Ich habe seit dem auch Probleme mir etwas zu merken oder mich an vergangenes gut zu erinnern. Nach der Ausbildung Wurde ich zum Wehrdienst einberufen, den ich erfolgreich verweigerte und Zivildienstleistender wurde. Ich wandte mich an die AWO in Heide und bekam einen Platz in einem Kindergarten in Meldorf. Das war eine sehr schöne Zeit in der ich merkte, dass ich sehr gut mit Kleinkindern umgehen kann. Ich weiß nicht wieso, aber ich war ein Magnet und die Kinder nahmen meine Hilfen gut an. Spaß hatten wir alle und ich fand es sehr schön wenn um mich herum lauter glückliche Kinder waren die sich wohlfühlten. Ich beschloss dann nach langer Überlegung meinen Horizont zu erweitern und begann ein Freiwilliges soziales Jahr. Ich bekam einen Fahrdienst und lernte so die Alexandra kennen. Sie machte auch ein FSJ und wir wurden gute Freunde. Ich war sehr an ihr interessiert aber es passte einfach nicht mit uns. Zwar bekam ich sie nicht als Partnerin, aber ich gewann etwas, was ich nie hatte. Eine supergute Freundin die auch in schweren Zeiten immer zu mir hielt. Wir haben uns geschworen, immer füreinander da zu sein. Das ist bis heute noch so. Ich bin froh, dass es sie gibt. In der Zeit kam auch das Internet zu mir nach Hause. Ich lernte eine Menge Leute im Chat kennen und man traf sich täglich dort um über den Tag und die Welt zu schreiben. Dort lernte ich ein Mädchen kennen das sich Luna nannte, also Mond. Naja, Nicknamen waren oft recht merkwürdig. Sie war 16 und kam aus Lübeck. Wir schrieben uns und ich war fasziniert von ihr. Es war eine Zwickmühle für mich. Ich wollte mich nicht wieder verlieben und dennoch konnte ich mir ihr nicht entziehen. Wir schrieben dann jeden Abend miteinander und verabredeten uns förmlich uns dort zu treffen. Irgendwann telefonierten wir mal und es kam dazu, dass wir uns in Lübeck verabredeten. Also fuhr ich am 3.Oktober 2004 zum Lübecker Hauptbahnhof und wir lernten uns persönlich kennen. Wir wussten nicht so genau was wir unternehmen können und sie schlug vor zu sich nach Hause zu fahren. Dort lernte ich kurz die Mutter kennen die nicht so begeistert schien. Ich kann es ja verstehen, ich würde genauso reagieren wenn meine Tochter jemand fremdes anschleppt. Wie auch immer es passierte, wir waren uns einig es miteinander zu versuchen und waren ein Paar. Ich erlebte die schönste Zeit mit ihr. Wir machten sehr viel und wenn sie da war fühlte ich mich sehr wohl. Klar hatten wir auch mal Streit, aber ich glaube das hat jeder Mal. Wir waren für 4 Jahre und 11 Monate zusammen und ich vermisse sie noch heute und wünschte mir es sei noch nicht zu Ende. Klar habe ich versucht sie wieder zurück zu gewinnen, aber ich bin ein tollpatschiger Mensch und habe jede Chance es wieder gut zu machen verdorben. Trotz allem hatte ich immer wieder Schwierigkeiten über meine Gefühle zu reden und sie offen dar zu legen. Ich hatte Angst jemals wieder eine Person so nah an mich heran zu lassen. Und dennoch war sie es die es als einzige geschafft hat mein Herz vollständig frei zu legen und es langsam wieder erwärmt hat. Jedoch wollte ich noch nicht alles preisgeben was mir so in meinem Leben passiert ist, ohne sie dadurch zu vertreiben. Es war jedoch auch ein beschämender Gedanke für mich, dass sie alles über mein marodes Leben herausfindet. Gut, jetzt ist es zu spät und ich kann es nicht mehr ändern. Wieso ich immer Angst hatte sie zu verlieren ist ganz einfach zu verstehen. Es war in der Vergangenheit immer so, dass mich mir lieb gewordene Menschen immer wieder verlassen hatten. Ich habe seit jeher panische verlustängste und konnte leider nie hundertprozentiges Vertrauen entwickeln. Sie schaffte es jedoch zu 95% und das ist mehr als es jemals ein Mensch zuvor bei mir geschafft hat. Ich habe sie jedoch permanent mit meiner Art verletzt und alles permanent schlecht gemacht. Wieso? Auch ganz einfach zu erklären. Ich wollte nicht zeigen, dass es mir auch Spaß macht. Nun habe ich sie sicherlich verwirrt, aber das lässt sich leicht erklären. Alles was mir Spaß macht oder mir gefällt verschleiere ich unter einem Mantel der Abneigung aus Angst zu zeigen, dass ich auch Glück verspüre was man mir nehmen könnte. Der Urlaub in Tunesien war ein solches Moment an dem ich nichts Gutes lassen konnte. Ich machte permanent alles schlecht und signalisierte, dass alles langweilig sei. Ich bemerkte in meinem Verschleierungswahn nicht einmal, dass ich meine liebe damit richtig traurig machte. Ich hasse mich für diesen Moment sowas von doll. Julia, so hieß meine Freundin, war sichtlich enttäuscht. Genauso wie bei ihrem Abschlussball. Dort zog ich ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Ich wünschte mir ich könnte tanzen, stattdessen saß ich nur rum und ließ sie alleine tanzen. Ich meine, sie konnte es auch nicht aber sie hatte wenigstens den Mut sich einfach zu bewegen. Was mir besonders fehlte, ist ihre Liebe. Ein Mensch der mir zeigte, dass das Leben auch in schlechten Situationen lebenswert ist. Nach meinem FSJ bewarb ich mich an einer Schule in Heide für Sozialpädagogik. Ich wollte mit meinem Talent Erzieher werden. Julia fand das anscheinend gut, denn sie fragte mich oft wie der Tag war. Naja, die Theorie war für mich zwar begreifbar, aber ich konnte sie nicht behalten. Ich hatte permanente Blackouts vor den Klausuren und schrieb meistens nur fünfen und sechsen. Das deprimierte mich immer mehr. Ich gab alles und versuchte besser zu werden, jedoch half alles nichts. Es gab da eine Aufgabe die jeder von uns zu bewältigen hatte. Sie nannte sich Selbstreflektion. Dieses habe ich dann auch gemacht. Jedoch sollte diese vor der Klasse vorgetragen werden und als ich an der Reihe war, liefen bei einigen die Tränen. Ich ließ so gut wie nichts aus was mir in meiner Familie passiert ist. Jedoch beschönigte ich vieles. Warum ich das tat weiß ich nicht mehr. Vielleicht aus Furcht davor mich für mein Leben schämen zu müssen und ich wusste ja noch nicht zu diesem Zeitraum, dass ich die Schule vorzeitig verlassen musste. Ich habe gemerkt, dass es nichts bringt wenn ich nach diesem Jahr in dem ich sitzen geblieben bin es noch einmal wiederhole und durch meine Prüfungsängste es wieder verderbe. In diesem Moment war Julia sicherlich schon enttäuscht. Auch als wir zusammenkamen hörte ich extra für sie auf zu rauchen. Nach drei Jahren hatte ich dann wieder die Zigarette im Mundwinkel und enttäuschte sie schon wieder. Sie sagte es zwar nie, aber ich denke mal seit diesem Zeitpunkt lief es bei uns in der Beziehung immer schlechter. Enttäuschungen ohne Ende für sie und ich hab es nie wirklich bemerkt. Das enttäuscht mich so sehr. Ich habe dann in einem Computerfachhandel gearbeitet. Dort habe ich alles und noch mehr gegeben. Doch anscheinend war es dem Chef nicht genug. Ich wurde nur fertig gemacht und bin dann schließlich ausgerastet und habe Sachen durch die Werkstatt geworfen und meinen Chef angeschrien. Ich wollte nicht mehr wie der letzte Dreck behandelt werden. Es war nur doof, dass ich dadurch meinen Job verlor. Klar kann ich es verstehen, aber irgendwie ist die Welt für mich nicht mehr was sie vielleicht mal war. Wenn ich ein Unternehmen hätte, würde ich zwar zusehen, dass es läuft und Geld verdient, aber ich würde mich auch ein Stückweit darum kümmern, dass meine Mitarbeiter sich bei der Arbeit wohlfühlen. Ich hatte sogar mal ein Gewerbe. Jedoch hatte ich einfach keine Ahnung wie das alles funktionierte und habe es schließlich gelöscht. Was mich seit Jahren immer wieder ein wenig aufgebaut hat war meine Nebenbeschäftigung als VJ. Ich Visualisierte in Clubs und Discotheken auf Leinwänden bunte und abstrakte Film- und Bilddaten live zur Musik. Das machte mir immer sehr viel Spaß und ich hoffe noch heute, dass es auch beim Partyvolk gut ankam. Die Veranstalter fanden es immer Klasse und waren begeistert. Leider habe ich darin nie wirklich Fuß gefasst und nie ordentliches Geld dabei verdient. Das liegt unter Anderem auch daran, dass ich keine Wertvorstellungen von mir und meiner Arbeit habe. Ich bin auch immer sehr schüchtern was so etwas angeht. Naja, seit dem ich nach Lauenburg gezogen bin habe ich kaum noch Buchungen bekommen. Der Grund warum ich nach Lauenburg gezogen bin ist, dass ich mein Leben noch einmal in gerade Bahnen lenken wollte. Ich habe das Angebot bekommen eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton zu machen. Aber auch das habe ich verbockt. Ich komme mit vielen Anweisungen des Chefs nicht zu Recht weil sie unüberlegt und planlos sind. Er ist ein echt netter Mensch wenn man privat unter sich ist, aber als Chef muss er noch viel lernen. Vor allem die Motivation der Mitarbeiter. Sie ist oft an einem Tiefpunkt und er schert sich nicht darum. Ich habe oft Momente in denen ich denke, dass das alles keinen Sinn mehr macht. Ich gebe mehr mir die Schuld als allen anderen. Ich habe seit der Trennung von Julia einen starken Bruch in meiner Seele und bin oftmals so schwach, dass mich Kleinigkeiten zum Weinen bringen. Ich bin einfach nur noch verzweifelt und einsam. Überwiegend höre ich traurige Musik und verfalle in selbsthass. Ich habe Angst davor mir doch eines Tages etwas anzutun. Vor allem gibt es da noch ein Paar echt liebe Menschen denen ich das nicht antun möchte, denn ich weiß, dass sie mich sehr doll lieb haben. Wie gerne hätte ich wenigstens eine Freundin die wieder zu mir hält und mich so liebt wie ich bin. Eine die nicht einfach alles in sich hineinfrisst sondern mal auf den Putz haut und sagt was sie denkt. Eine die nicht gleich einknickt wenn mal irgendetwas nicht glatt verläuft. Aber welche Frau will so einen emotionsschwachen Menschen wie mich schon haben. Irgendwie möchte ich keine Freundin mehr haben. Es würde sicherlich nur wieder schiefgehen mit uns. Mehr Enttäuschungen vertrage ich nicht mehr. Ich weiß es wiederspricht sich, aber ich weiß nicht mehr wie mir mein Kopf steht und was ich noch Denken, fühlen oder machen soll. Meine größte Angst die ich jedoch zurzeit habe ist, dass wenn ich eine Therapie mache, sich um mich herum alles auflöst und ich nicht mehr den Einstieg in die Welt schaffe. Ich habe Angst zum Arzt zu gehen, Angst davor mir Blut abnehmen zu lassen, Angst davor, dass mein Körper irgendwelche Krankheiten hat die unheilbar sind, Angst davor Antidepressiva zu nehmen. Ich habe einfach nur noch Angst!

Soviel zu mir. Diesen Text habe ich irgendwann im Mai 2010 geschrieben. Schreibt dazu was ihr möchtet, ich wollte nur darlegen wie es bei mir bisher im Leben verlief.
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02.07.2010, 15:30 #2
Monarose
Gast
Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Hallo Peter,

du bist in der Lage, sehr reflektiert über dein Leben zu berichten. Du kommst aus wirklich asigen, ätzenden Verhältnissen und hast es geschafft, ein nachdenklicher, kritischer Mann zu werden. Das ist gut und darauf kannst du stolz sein.

Liebe Grüße

Monarose
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Für den Beitrag dankt: peterb
02.07.2010, 15:36 #3
peterb peterb ist offline
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Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Hallo Monarose,
danke für deine Worte. Sie helfen mir etwas um mich nicht ganz hängen zu lassen.
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02.07.2010, 16:21 #4
Monarose
Gast
Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Hi!

Du musst dich überhaupt nicht hängenlassen! Du kannst dein Wissen, deine Erfahrungen weitergeben und so anderen Kindern helfen, die aus "schwierigen" Verhältnissen kommen.
Was machst du denn zur Zeit beruflich? Habe ich dem Text nicht entnehmen können. Sozialarbeit wäre sicher etwas für dich.

Liebe Grüße

Monarose
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02.07.2010, 19:26 #5
Nenalp Nenalp ist offline
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Standard AW: Wie mein Leben bisher verlief. ACHTUNG! Sehr langer Text.
Wenn Du die Schrift etwas größer gemacht hättest, dann wäre es für einige vom Vorteil.
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Das, worauf es ankommt, können wir nicht vorausberechnen.
Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet.
Antoine de Saint-Exupéry

In dem Sinne sage ich dankeschön für den lieben Kommi zum Kabeljau-Rezept.
Auch deine tolle dazu Bewertung hat mich gefreut :-)))
GLG aus meiner Küche ~Geli~

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Rezept der Woche, 30. Oktober 2017