Prachaticer Kaninchenbraten zu Weihnachten

Mal vor vielen Jahren in der damaligen CSSR im Böhmerwald zu Weihnachten gegessen. Und da lag viel Schnee …

von koch-sepp
Prachaticer Kaninchenbraten zu Weihnachten - Rezept - Bild Nr. 6811
   FÜR 4 PERSONEN
1 kg
gefrorene Kaninchenkeulen (5 Stück je ca. 200 g)
80 g
fetter Speck
2 EL
Tomatenmark
400 ml
schlesischer Gemüsesud
0,25 l
trockener Rotwein
0,25 l
saure Sahne
3 EL
Butterschmalz
3 EL
Semmelmehl
Salz, Fondor, weißer Pfeffer, Edelsüßpaprika
1
Die aufgetauten Kaninchenkeulen abwaschen und trockentopfen. Rundum mit Salz, Fondor, Pfeffer und Edelsüßpaprika kräftig einreiben.
2
Auch im Festtagsstress zu Weihnachten einen entsprechenden Bräter mit Deckel im Küchenschrank suchen. In ihm den in Streifen geschnittenen Speck auslassen und die gewürzten Kaninchenkeulen darin von allen Seiten anbraten, so dass sie eine schöne Farbe bekommen. Den schlesischen Gemüsesud (siehe Koch-Sepp-Rezept „Tante Ernas schlesischer Hackbraten“) angießen, das Tomatenmark einrühren und das Fleisch im zugedeckelten Bräter bei mittlerer Hitze 45 Min. garen. Jetzt nicht über den Weihnachtsmarkt schlendern, sondern die Keulen ab und zu wenden und dabei den Rotwein zugießen. Den Herd auf 220 Grad (keine Umluft; Gas: s. Herst.) vorheizen.
3
Die Keulenstücke herausnehmen und wegstellen. Stelle merken. Die saure Sahne in den Kaninchenfond rühren, etwas einkochen lassen und noch mal mit den Gewürzen abschmecken oder auch nicht.
4
Alles durch ein Sieb in einen zweiten Bräter streichen, der keinen Deckel haben muss. Das Butterschmalz in einem Töpfchen auslassen. Die Keulen, nebeneinander und nicht übereinander, in den Bräter legen und mit dem Semmelmehl bestreuen, auf das man das heiße Butterschmalz verteilt.
5
Den Bräter offen auf die zweite Schiene von unten in den Herd schieben. Den Prachaticer Kaninchenbraten zu Weihnachten in so gut 20 Min. fertig garen. Dabei häufig mit dem Soßenfond begießen, das Fleisch jedoch nicht mehr wenden. Dazu schmecken Kartoffelklöße und Apfelrotkohl.
6
Koch-Sepp-Nachsatz 1: Man darf und kann auch frische Kaninchenkeulen „in die Pfanne hauen“. An der Zubereitung ändert sich nichts. Auch nicht, wenn es ein Stallhase oder ein Wildkaninchen war …
7
Koch-Sepp-Nachsatz 2: Hat man keinen schlesischen Gemüsesud, muss man sich mit derselben Menge kräftiger Instant-Rinderbrühe nicht nur zu Weihnachten zufriedengeben. Und wem der Soßenfond zum Schluss zu „dick und kräftig“ ist, darf und kann etwas Rotwein oder auch nur schnödes Leitungswasser zugießen …