Allerlei: Was sonst in keine Rubrik passt

Wie jedes Gespräch zwischen Fleischessern und Veganern abläuft

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Diesen Text habe ich gerade gefunden und wollte ihn euch nicht vorenthalten, da er beinahe schon amüsant ist, weil er die Realität wirklich sehr treffend beschreibt :)

Die meisten kommen gar nicht so oft in die Situation, ein längeres Gespräch mit einem Veganer zu führen. Doch Veganer haben natürlich sehr oft die Gelegenheit dazu, mit Nicht-Veganern zu reden. Deshalb möchte Armin Rohm einen Einblick bieten, wie wirklich jedes Gespräch zwischen einem Veganer und einem Fleischesser abläuft.
Gespräche zwischen Veganern und Fleischessern zum Thema ‚Tierkonsum‘ verlaufen vorhersehbar nach dem fast immer gleichen Muster – zumindest dann, wenn die Ausgangssituation dadurch gekennzeichnet ist, dass beide vorgeben, Tiere zu lieben und Tierquälerei entschieden abzulehnen. Der ‚tierliebe‘ Fleischesser befindet sich in einem offenkundigen Widerspruch zwischen seiner erklärten Haltung und seinem gelebten Verhalten. Er sieht sich deshalb in Erklärungsnot und will den Veganer überzeugen, dass es durchaus in Ordnung ist, Tiere zu essen, während der Veganer die Hoffnung hat, dem Fleischesser die Widersprüchlichkeit seines Handelns aufzuzeigen.
Phase 1: „Fleischessen ist völlig normal, natürlich und (leider) notwendig.“
In der ersten Phase des Gesprächs präsentiert der Fleischesser sämtliche Pro-Fleisch-Argumente, die er selbst schon früh im Leben verinnerlicht hat. Es sind Botschaften, die er so oft von den Eltern, in der Schule, von den Medien und der Werbung gehört hat, dass er sie ohne weitere Prüfung als unumstößliche Wahrheiten in sein Gedächtnis zementiert hat. Das menschliche Gehirn neigt extrem dazu, Vertrautheit mit Wahrheit zu verwechseln. Das bedeutet, die permanente Wiederholung von Lügen, Falschinformationen und Halbwahrheiten hat exzellente Chancen, diese in den Status von Tatsachen zu erheben. Wenn man uns hartnäckig genug indoktriniert, glauben wir so ziemlich alles („Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“, „Die Milch macht’s“, …).
Der Fleischesser argumentiert in Phase 1, dass der Mensch schon immer Fleisch gegessen hat, und es schon deshalb nicht falsch sein kann, weil es ja fast alle tun. Er äußert, dass wir Fleisch schließlich zur Ernährung der Weltbevölkerung und unbedingt für unsere Gesundheit brauchen (Eiweiß, Eisen, …). Er stellt klar, dass die Tiere ja schließlich speziell für den menschlichen Konsum gezüchtet werden, es also ihre Bestimmung ist, uns als Nahrung zu dienen. Manchmal kommt auch noch Gottes Wille ins Spiel, eventuell auch evolutionstheoretische Mutmaßungen zur Notwendigkeit des Fleischkonsums, oder auch gerne der berühmte Löwe, der schließlich auch Fleisch frisst. Der Veganer widerlegt geduldig all diese Argumente. Sie sind ihm äußerst vertraut, denn er hat die meisten selbst einen Großteil seines Lebens für wahr gehalten. Umso besser weiß er heute, wie irrelevant sie sind.
Am Ende der Gesprächsphase 1 ist meistens klar: Fleischkonsum ist unnötig, ethisch verwerflich, ökologisch wahnwitzig und gesundheitlich fragwürdig.
Phase 2: „Ich bin der Gute unter den Fleischessern.“
Nachdem sich der Fleischesser in der ersten Phase die Fakten und Zusammenhänge zu den Themen Tierleid, Klimakatastrophe, Welthunger, Zivilisationskrankheiten usw. anhören und ein Ausmaß des Desasters zur Kenntnis nehmen musste, welches nur Zyniker schönzureden wissen, eröffnet er Phase 2 mit der Botschaft: „Ja, das ist wirklich übel. Da stimme ich mit dir völlig überein. Aber ich gehe mit dem Thema sehr bewusst um.“ Er distanziert sich jetzt von den ignoranten Zeitgenossen, die ohne Sinn und Verstand unablässig Fleisch in sich reinstopfen, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, wie dieses Essen überhaupt auf ihre Teller gelangt. Er stellt klar, dass er ohnehin nur ganz selten Fleisch isst. Falls überhaupt, achtet er sehr genau darauf, wo ’sein‘ Fleisch herkommt. Er kauft es beim Metzger um die Ecke, den er persönlich kennt. Der Metzger wiederum legt allergrößten Wert darauf, dass es die Tiere bei den Fleischproduzenten seines Vertrauens gut haben. Immer wieder fallen jetzt die Worte Bio, Freiland, regional und artgerecht. Erinnert der Veganer an das Fazit aus Phase 1, dass es unabhängig von den Haltungsbedingungen generell weder notwendig, noch ethisch vertretbar ist, Tiere einzusperren, zu töten und zu essen, dann beeilt sich der Fleischesser die ‚humane Tötung‘ seiner Opfer zu preisen, die vom Metzger seines Vertrauens höchstpersönlich sanft in den Tod gelächelt werden. Erntet er vom Veganer für dieses Statement einen fassungslosen Blick, folgt vielleicht noch ein kurzer spiritueller Ausflug. Der Fleischesser gesteht zwar ein, dass der Tod für das Tier eine äußerst unerfreuliche Situation darstellt. Da er aber dem Tier gegenüber, ganz nach indianischem Vorbild, eine große Dankbarkeit empfindet und sein Essen voller Demut jedes Mal als etwas ganz Besonderes zelebriert, ist sein Handeln Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit dem Universum und in harmonischer Übereinstimmung mit den Gesetzen der Natur.
Er erfährt jetzt aber direkt, dass man das Wort ‚human‘ nicht beliebig neben mörderische Gewalttaten platzieren kann, auch dann nicht, wenn man seinem Opfer dankt. ‚Humanes Töten‘ gibt es nicht.
Phase 3: „Veganismus ist (auch) keine Lösung.“
Nachdem der Fleischesser einräumen musste, dass es grundsätzlich nicht in Ordnung ist, unschuldigen Tierkindern kopfüberhängend die Kehle aufzuschlitzen, verlagert er nun den Fokus des Gesprächs, indem er darauf hinweist, dass Veganismus auch nicht besser und vor allem gar nicht praktikabel sei. Die ‚Argumente‘ werden jetzt immer skurriler, weil sie nicht so stark verinnerlicht sind, wie die bisher genannten. Es handelt sich weniger um früh erworbene Überzeugungen, sondern eher um Stammtischparolen, irgendwo mal gehört und instinktiv archiviert, falls mal ein Veganer des Weges kommt und eine Belehrung braucht. Der Fleischesser argumentiert jetzt, Pflanzen hätten auch Gefühle. Insofern sei das Verhalten der Veganer ebenso grausam und es sei buchstäblich ‚Wurst‘, ob man Tiere oder Pflanzen massakriert. Er verweist auf die Inuit und Massai, die nunmal zwingend auf Fleisch angewiesen sind, stellt klar, dass ein Ausstieg aus der Massentierhaltung Millionen Arbeitsplätze kosten würde und bezweifelt, dass zur pflanzlichen Ernährung der Weltbevölkerung hinreichend Anbauflächen zur Verfügung stehen. Er wirft auch die Frage auf, was denn mit all den Nutztieren geschehen soll, wenn von heute auf morgen alle Menschen vegan werden. Falls sich der Veganer noch hinreichend Contenance bewahrt hat, verdeutlicht er die Absurdität auch dieser Argumente und Szenarien. Hat der Fleischesser einen besonders kämpferischen Tag, bäumt er sich nochmals auf und erklärt trotzig: „Aber du weißt schon, dass Hitler Vegetarier war!“ Vielleicht stellt er auch noch listig die ‚Einsame-Insel-Frage‘. Aber weder Hitler noch die einsame Insel können ihn retten.
Phase 4: „Du bist auch nicht perfekt!“
Wenn das Gespräch nicht irgendwann in Phase drei wegen offenkundiger Sinnlosigkeit abgebrochen wurde, verlagert der Fleischesser nun nochmals den Fokus seiner Aufmerksamkeit, indem er persönlich wird. Er greift den Veganer jetzt direkt an und stellt klar, dass auch er keineswegs perfekt ist. Dass er auch Fliegen tötet, wenn er Auto fährt, und dass tausende Kleintiere bei der Ernte seiner pflanzlichen Nahrung sterben müssen. Vor allem aber hat der Veganer früher mal selbst Fleisch gegessen, seine eigene Seele mit Blut besudelt und deshalb kein Recht, jetzt andere wegen Beauftragung von Tierquälerei zu kritisieren. Er wirft ihm wahlweise oder kombiniert vor, dogmatisch, radikal, überheblich, intolerant, missionarisch oder nichts weiter als ein elender Heuchler zu sein. Aus dem ‚Nachweis‘, dass der Veganer maximal 98% in seinem Leben richtig macht, leitet er für sich das Recht ab, gar nichts richtig machen zu müssen und alles zu dürfen. Wenn Perfektion nicht möglich ist, ist Ignoranz allemal eine legitime Alternative. Der Veganer unternimmt vielleicht einen letzten Anlauf und sagt: „Ja wir können nicht alles Leid vermeiden. Aber ist es nicht unsere Pflicht, zumindest das vermeidbare Leid zu vermeiden?“
Phase 5 (Grande Finale): „Es schmeckt halt so lecker!“
Falls das Gespräch noch eine Fortsetzung findet, sagt der Fleischesser ganz am Ende das, was er eigentlich schon die ganze Zeit hätte sagen können: „Es schmeckt einfach verdammt lecker. Wieso sollte ich das aufgeben?“
Am Ende des Gesprächs bleiben also stets nur zwei ‚Argumente‘ übrig: Gewohnheit und Geschmack. Wir inszenieren den vermutlich größten Massenmord in der Geschichte der Menschheit, zerstören dabei irreversibel unseren Planeten und damit die Lebensgrundlage unserer Nachfahren hauptsächlich deshalb, weil Fleisch essen bequem und lecker ist. Einfach so, aus Vergnügen. Für diese Leistung feiern wir uns als die Krone der Schöpfung und nennen uns zivilisiert.

Text: Armin Rohm
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   Forelle1962
@Samyka
da muss man erst mal durch steigen,danke für deine ausführlichen Worte.
Ich möchte doch dazu etwas antworten. Ich habe bis 2013 auch Fleisch wie alle gegessen,war also Mischköstler bzw.Allesesser. Habe mich dann aus freien Stücken im Oktober 2013 dazu entschlossen erst das Fleisch wegzulassen,das tat mir sehr gut,ich merkte Veränderungen,positive Veränderungen und nach und nach habe ich auch die anderen tierischen Produkte weggelassen und ganz tierfrei,man sagt wohl "vegan" dazu, gegessen. Ich für mich benutze diese Bezeichnung heute so nicht mehr,denn meine tierfreie Ernährung hat nichts mit meinen Lederschuhe oder anderen Dingen zu tun die ich schon lange vor meiner Entscheidung auf Tierprodukte zu verzichten, zutun. Allerding schaue ich seither ganz sicher hin wenn ich mir etwas kaufe,z.B. bei Kleidung oder anderen Anschaffungen.

Wenn ich heute,nachdem ich seit 2013/2014 eine tierfreie Ernährung praktizieren und heute mal wieder auch einen Hasenbraten bei meinem Bruder esse,(das war 2017 zu Weihnachten am heiligen Abend) weil ich dort weiß dass das Tier argerecht gehalten und gefuttert wurde, oder ich mal in einem Restaurant Bratkartoffeln mit Speck esse,weil ich vergessen hatte das zu sagen,es war ja meine Schuld....nun dann ist das so, desshalb ist meine überwiegende, also gut 98 % Ernährung sehr vollwertig pflanzlich ausgerichtet.
Ja, ich suplimentiere B12 und dazu habe ich meine Meinung auch gesagt und ja, ich beziehe es aus dem Ausland, da dieses Produkt hier nicht zubekommen ist, da es wird aus Schaffell extrahiert wird.
Nein, Samyka ich nenne mich nicht mehr VEGANER(in) ich bin ein "pflanzlicher Vollköstler" und damit bin ich sehr glücklich :))))
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   Samyka
@lunapiena:
Danke, liebe Anne, dass du deine Antwort nun doch hier herein kopiert hast!
Allzuviel ist aus meiner Sicht nicht mehr zu dem von dir Geschriebenen zu sagen, da ich in den meisten deiner Ausführungen mit dir übereinstimme.
„….eine gewisse Unwissenheit und ein Verschließen der Augen von den Tatsachen…“ Genauso sehe ich das auch, kann es aber absolut nicht nachvollziehen und finde den Umstand, dass dies tatsächlich so zu sein scheint, sehr traurig.
Du stimmst mir dabei zu, dass Ausbeutung nicht tolerierbar ist. Und ich denke, dass du mit deiner Art dich zu ernähren, schon eine ganze Menge dafür tust, selbst zumindest nicht in dem Ausmaß dazu beizutragen, wie ein sehr, sehr großer Teil unserer Bevölkerung. Das hängt aber wahrscheinlich auch damit zusammen, dass du dich mit diesen (und den damit im Zusammenhang stehenden) Themen näher beschäftigt hast, oder? Warum beschäftigen sich jedoch offenbar so wenige andere Menschen (der reichen westlichen Kultur) damit bzw. ziehen dann aus den gewonnen Informationen nicht die entsprechenden Konsequenzen für ihr weiteres Handeln, ihre Lebensweise? Ist das auf Desinteresse zurückzuführen? Oder auf, Bequemlichkeit? Auf Gleichgültigkeit, oder gar Dummheit? Was meinst du?

Ob unsere Eckzähne vor ein paar Millionen Jahren mal Reißzähne waren, oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn damit habe ich mich bisher nicht beschäftigt. Hast du dazu eine Quellenangabe?
Jedoch unabhängig davon, welche Zähne der Mensch damals - im Unterschied zu heute – hatte, ist dies m.E. nicht von Belang, denn wir leben ja im 21. Jhdt und nicht in der Zeit der Neandertaler (oder in einer anderen Entwicklungsstufe der Menschheit), welche vor langer Zeit ausgestorben sind.

Und zu guter Letzt: Sicher würden auch die Tiere, die von einem Löwen oder einem Krokodil gefressen werden, gerne weiter leben. Jedoch sind Löwe und Krokodil Fleischfresser und haben daher keine andere Wahl, als andere Tiere zu fressen, um zu überleben. Ganz im Gegensatz zum omnivoren Menschen, der Fleisch zum Überleben NICHT benötigt. Genauso wenig, wie er Fisch, Eier und die Milch anderer Spezies dafür braucht.
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   lunapiena
@Samyka:
Deinen "Roman" habe ich mit großem Interesse gelesen und ich denke, dass es sinnvoller ist, per PN zu kommunizieren, denn ich glaube, dass das allgemeine Interesse nicht wirklich groß ist.
(Nachdem mir Uschi geschrieben hat, dass durchaus Interesse besteht, veröffentliche ich hier nun die PN an Uschi.)
Erstens einmal bin ich völlig auf deiner Seite, denn auch ich verurteile diese Massentierhaltung auf das Schärfste. Gott sei Dank bin ich wirklich in der Lage, unser kulinarisches Leben so zu gestalten, dass eine Massentierhaltung nicht nötig wäre. Hab ich dir ja schon geschrieben, wie das bei uns abläuft.
Lammfleisch zum Beispiel kaufen wir ausschließlich auf der Insel Rügen und da kenn ich den Betrieb und weiß, wie dort die Tiere gehalten werden.
Ich weiß, die meisten befragten Menschen behaupten, Bio den herkömmlichen, von der Werbung hochgelobten Produkten vorzuziehen. Das gelingt jedoch in den wenigsten Fällen, denn erstens wollen sie so wenig Geld wie möglich ausgeben und auf den täglichen Konsum von Fleisch nicht verzichten. Auch spielt hier meiner Meinung nach eine gewisse Unwissenheit und ein Verschließen der Augen von den Tatsachen eine entscheidende Rolle. Es ist ja heute soooo einfach, schnell, günstig und ohne viel Aufwand ein Essen auf den Tisch zu bekommen. Früher war das ja anders. Da musst man richtig arbeiten, um etwas Nahrhaftes zu servieren. Wenn ich denke, wie lange ich schnibbel, bis ein anständiger Gemüseeintof auf dem Tisch steht. Ein Übriges tun die sogenannten Labels. Wie du an dem Beispiel mit dem Bio-Scanner siehts, ist es nicht schwer, werbetechnisch die Menschen von etwas zu überzeugen, was nicht stimmt.
Du weißt, ich spreche hier ja nur für mich und bei uns gibt es vielleicht zwei, wenn es hoch kommt, drei Mal in der Woche Fleisch, dann allerdings auch nicht mehr als 150 g pro Person. Den Rest der Woche koche ich vegetarisch, was du ja an meinen geposteten Rezepten auch sehen kannst.
Was die Zähne angeht, so muss ich dir etwas widersprechen. Unsere Eckzähne waren ursprünglich mal Reißzähne und auch da hat die Evolution dafür gesorgt, dass wir sowohl mit pflanzlichen als auch mit tierischen Nahrunsmitteln keine Probleme haben.
In ländlichen Gegenden kann man noch sehr oft, Vieh auf der Weide sehen, ein Anblick, der uns Landeiern schon nicht mehr auffällt, für Stadtmenschen aber total fremd ist. Ein Beispiel, sieh dir mal die Seite des Geflügelhofes Schubert in Igensdorf oder die des Milchhofs Stähr an. Da bekommst du einen Einblick, was auf dem Gebiet der artgerechten Haltung getan wird. Auch gibt es bei uns ein Projekt, dass ein Bauer ein Tier zum Verkauf anbietet und du kannst dann Teile davon erwerben. Erst dann, wenn alles verkauft ist, wird das Tier geschlachtet. So wird eine Überproduktion vermieden und die Qualität ist entsprechend hoch. Ist allerdings wirklich nicht ganz billig.
Dass das Vieh nicht aussterben wird, ist ja klar, war von mir auch nur eine Vision, WIE es sein könnte, wenn wirklich alle plötzlich Veganer würden. Dass dies jemals der Fall sein wird, ist ausgeschlossen.
Und was die Ausbeutung angeht, so wird sie niemals ausgehen, denn es wird immer Schwache und Starke geben, ebenso wie es Meschen gibt, die auch vor einem Mord nicht zurückschrecken, um sich zu bereichern und da bin ich völlig bei dir, dass das nicht tolerierbar ist.
Nun, wir Menschen können, Dank unserer Intelligenz, steuern, wie wir uns verhalten, wenn auch sehr häufig zum Schaden von Mensch und Tier. Tiere können das nicht, und ich denke, dass die Tiere, die von einem Löwen oder einem Krokodil gefressen werden, auch gerne weiter gelebt hätten.
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   Forelle1962
@lunapina
Ich bitte dich endlich zu unterlassen, weiterhin zu behaupten dass das mit dem BioScan nicht stimmt.
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   Samyka
@lunapiena:
1. Der Mensch ist von der Natur aus weder reiner Fleischfresser, noch reiner Pflanzenfresser. Er ist ein Allesfresser, jedoch mit deutlichem Hang zur pflanzlichen Kost. Auch unser Gebiss ist das eines Allesfressers (= keine Reißzähne und die Fähigkeit zum „Zermahlen“ der Nahrung, d.h. Allesfresser können ihr Kiefer auch zur Seite hin bewegen, reine Fleischfresser können das jedoch nicht und brauchen es auch nicht).
Allesfresser heißt aber auch, dass er sich anpassen kann und auch nur von einer Sorte Nahrung leben kann, sofern die ihm alle Nährstoffe bietet. Wir „müssen“ also keine Fleisch essen.

2. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich es gut finde, dass du darauf achtest, woher du deine Lebensmittel beziehst. Und wenn du das tatsächlich so machst, wie du es beschreibst, ist das schon allemal besser, als jemand, der vorwiegend auf den Preis achtet und dann dementsprechend auch ausschließlich Sachen aus der Massentierhaltung konsumiert. Tatsache ist jedoch, dass 98% der gekauften tierischen Lebensmitteln aus der Massentierhaltung stammen. Und das obwohl jeder, mit dem man darüber spricht, behauptet, er kauft nur beste Qualität vom Bauern nebenan bzw. vom Metzger des Vertrauens - offensichtlich gehörst du hier zu den rühmlichen Ausnahmen, sprich zu den übrigen 2%.
Wie denkst du darüber? Meinst du, dass der Großteil der Leute, die o.G. behaupten, sich selbst und/oder andere belügen? Oder liegt es daran, dass die Menschen tatsächlich glauben, dass das was sie kaufen beste Qualität ist, obwohl das so gar nicht zutrifft? Was könnte der Grund dafür sein?

3. Du schreibst zwar, dass Tiere das Recht auf artgerechte Haltung haben, äußerst dich aber nicht zu dem Umstand, dass sie getötet werden.
Zum einen stellt sich hier m.E. die Frage, was genau denn artgerecht für das jeweilige Tier ist und ob es/sie denn bei den vereinzelten Fällen außerhalb der Massentierhaltung auch so gehalten wird/werden. „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube…..“
Und selbst wenn dies der Fall wäre, glaubst du nicht auch, dass auch Tiere – genauso wie jedes andere Lebewesen – lieber am Leben blieben, anstatt getötet zu werden, nur weil wir Menschen nicht darauf verzichten wollen, weil es ja so gut schmeckt, obwohl wir es eigentlich gar nicht Zum Überleben brauchen?

4. Du fragst: „Was würde denn mit Rindern, Schweinen und Hühnern passieren, wenn man sie nicht mehr für die Ernährung braucht? Sterben sie dann aus?
Der Umstand, dass es vollkommen unrealistisch wäre (zumindest aus jetziger Sicht), zu glauben, dass irgendwann alle Menschen zu Veganern werden, beantwortet deine Frage, glaube ich, oder?
Es wird immer Menschen geben, die tierische Produkte essen und daher werden diese Tiere auch nicht aussterben. Mir geht es auch gar nicht darum , alle Menschen zu Veganern zu machen (könnte ich ja auch gar nicht). Vielmehr geht es darum bei den Menschen ein Bewusstsein darüber zu schaffen, welche Konsequenzen ihre Ernährung für andere Lebewesen (sowohl nichtmenschliche, als auch menschliche Tiere) und für unseren Planeten nach sich zieht.
Ich will nicht missionieren, sondern aufklären. Es mag sein, dass das konkret in deinem Fall nicht notwendig ist, weil du das alles ja ohnehin schon weißt. Allerdings mache ich wirklich sehr, sehr häufig die Erfahrung, dass die meisten Menschen genau das eben NICHT wissen. Ich wusste die meisten Tatsachen darüber ja auch nicht und habe erst darüber erfahren, als ich begonnen habe, mich selbst darüber zu informieren. Deshalb war ich ja zuvor auch Jahrzehnte lang Allesfresser und habe erst 2017 meine Ernährung und diverse Lebensgewohnheiten umgestellt.
Die Lebensmittelindustrie versucht ja tunlichst all das zu verschweigen, um weiterhin möglichst viel Kohle machen zu können. Bzw. werden hier seit Jahrzehnten genau aus diesem Grund massenhaft Lügen verbreitet (z.B. „für gesunde Knochen braucht man Calcium und deshalb ist es am besten so viel Kuhmilch wie möglich zu konsumieren“), auf die wir mittlerweile bestens konditioniert sind. Und die meisten Menschen glauben all diese Lügen, weil sie das glauben, was die Mainstreammedien berichten und was die Werbung sagt. Ich habe früher auch sehr Vieles davon geglaubt bzw. es gar nicht erst hinterfragt, weil die breite Masse es ja genauso macht (und dann kann es ja nicht so falsch sein – leider ein Irrglaube).
Was meinst du, wieviel % der Menschen darüber Bescheid wissen, welche Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klimawandel, Welthunger, Wasserverbrauch (und den daraus entstehenden Leiden für Mensch, Tier und Umwelt), Ausbeutung von Tier und Mensch usw. bestehen?
Ich denke, der Prozentsatz ist da relativ gering.
Und mein Anliegen ist es eben (als Teil der „veganen Bewegung“) soviele Menschen wie möglich darüber aufzuklären, denn ich war damals auch sehr froh, als ich damit konfrontiert wurde und all das endlich behirnt habe.
All jene, für die das (leider) nicht von Interesse ist, gehen bzw. scrollen ja ohnehin weiter – sofern sie nicht darauf aus sind, auf Konfrontation zu gehen.

5. Das Thema Wild/Jägerschaft ist in diesem Zusammenhang wieder ein ganz eigenes und wirklich äußerst umfangreiches und da ich nun ohnehin schon wieder einen ganzen Roman geschrieben habe, möchte ich (zumindest innerhalb dieses Threads) nicht näher darauf eingehen. Es sei nur so viel dazu gesagt: die Natur selbst braucht keinen Eingriff durch den Menschen, um zu „funktionieren“. Der Bestand des Wildes wird durch Zufütterung künstlich hochgehalten, um jenen Menschen, die Spaß daran haben zu töten, zu ermöglichen, diesem „Bedürfnis“ besser und ausgiebiger nachgehen können. Allerdings musste ich nicht erst Veganerin werden, um das zu wissen.
Und wie gesagt, es geht mir vor allem um die Abschaffung der Massentierhaltung und nicht darum, allen Menschen ein Stückchen Fleisch zu „verbieten“.
Wenn der Mensch sich wieder so ernähren würde, wie noch zu Zeiten meiner Kindheit (1-2x/Woche Fleisch anstatt täglich mehrmals und stattdessen wieder viel mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen), wäre das schon ein großer Fortschritt!
Die Massen an tierischen Produkten, die heute konsumiert werden, machen (nicht nur) unseren Planeten kaputt und ich finde, man sollte auch an nachfolgende Generationen denken und daran, welchen Lebensraum man ihnen hinterlässt.
Gerade Personen, die - im Unterschied zu mir - eigene Kinder und Enkelkinder haben, sollten das erst recht verstehen können, bzw. zunächst mal ein Interesse dafür aufbringen, was sie selbst dazu beitragen können, die Welt zumindest ein Stück weit besser machen zu können.
Und durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten (und hier sind vor allem all jene gemeint, die tagtäglich mehrmals tierische Produkte aus der Massentierhaltung konsumieren) lässt sich nun mal auf vielen unterschiedlichen Ebenen GLEICHZEITIG sehr, sehr viel bewirken. Viel mehr, als wenn man z.B. sein Auto ab und zu mal stehen lässt, auf einen Urlaub mit dem Flugzeug verzichtet oder die Klospülung nur noch 1x/Tag betätigt (dies sind nur ein paar Beispiele, die mir gerade auf die Schnelle einfallen).

6. Nur weil Ausbeutung schon so alt ist, wie die Menschheit, heißt das noch lange nicht, dass sie richtig ist. Findest du nicht auch, dass man dagegen etwas unternehmen sollte?
Und mir persönlich ist es egal um welches Geschlecht, oder um welche Hautfarbe, welches Alter oder um welche Spezies es sich handelt: Ausbeutung ist in KEINEM Fall tolerierbar, geschweige denn richtig.
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   Samyka
@ Forelle1962:
Vielleicht kennst du die Definition von „vegan“ ja nicht. Sie lautet:
Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht - soweit wie praktisch durchführbar - alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.

Wie du abgesehen von deiner Ernährung lebst (z.B. betreffend Wolle, Leder, Daunen, Federn, tierversuchfreie Produkte etc.) hast du meines Wissens bisher noch nicht geschildert (verlangt/erwartet aber sicherlich auch niemand von dir) und daher kann ich dazu auch nichts sagen.
Nachdem du aber schreibst, du isst z.B. Kartoffeln mit Speck, zu Weihnachten Hasenbraten, isst ab und zu Fleisch, weil es dir eben schmeckt und supplementierst B12, welches tierische Inhaltsstoffe hat, ist eines ganz klar: mit Veganismus hat dies nicht viel zu tun.
Ich habe eher den Eindruck, dein Fokus ist mehr darauf gerichtet, dich gesund zu ernähren, als darauf, Tierlied konsequent und soweit praktisch durchführbar, zu vermeiden. M.E. wäre in deinem Fall also eher die Bezeichnung „Mischköstlerin mit Fokus auf vollwertige, pflanzliche Lebensmittel“ angebracht.
Dennoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich es sehr gut finde, dass du deinen Konsum tierischer Produkte, im Vergleich zum Durchschnitt, offenbar schon sehr stark reduziert hast. Denn jedes nicht konsumierte tierische Produkt macht die Welt schon ein wenig besser.

@ all:
Ich finde es ja wirklich schön zu sehen, dass sich einige an der Diskussion hier so leidenschaftlich beteiligen, dennoch habe ich eine Bitte:
bitte bleibt beim ursprünglichen Thema (zu welchem z.B. Bio-Scanner oder die Frage, ob man Medikamente in der Apotheke abgeben darf oder nicht, nicht gehören).

Es gibt auch noch den einen oder anderen weiteren Kommentar, auf den ich gerne reagieren möchte und dies werde ich auch tun, sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, als gerade eben. Ich bitte also um etwas Geduld :)