Wer Softdrinks trinkt, soll früher sterben – vor allem bei Light-Produkten

Softdrinks in Gläsern
Eine Langzeitstudie mit Teilnehmern aus vielen europäischen Ländern zeigt, dass Softdrinks das Sterberisiko erhöhen. © iStockphoto, DenisMArt

Effekte über besonders langen Zeitraum beobachtet

Dass Softdrinks nicht gerade gesund sind, dürfte für kaum jemanden eine neue Erkenntnis sein. Die Studie, die ein europäisches Forscherteam nun im "JAMA Internal Medicine" veröffentlichte, verdient trotzdem unsere Aufmerksamkeit – denn erstmals sind die Effekte der süßen Getränke über durchschnittlich 16 Jahre bei einer sehr großen Teilnehmerzahl aus ganz Europa untersucht. Was besonders überraschend ist: Light-Produkte scheinen in Bezug auf die Gesamtsterblichkeit sogar noch gefährlicher zu sein als Softdrinks mit Zucker.

Schon zwei Gläser pro Tag erhöhen das Sterberisiko

An der Studie nahmen 451.743 Teilnehmer aus zehn europäischen Ländern teil, darunter auch Deutschland. 70 Prozent waren Frauen und das Durschschnittsalter aller Befragten betrug knapp über 50 Jahre. Die Studienteilnehmer wurden zwischen 1992 und 2000 rekrutiert und zu ihrem Softdrink-Konsum befragt. Durchschnittlich 16 Jahre später wurde Bilanz gezogen, um herauszufinden, ob das Trinken von Softdrinks Einfluss auf die Sterblichkeit hat. 41.693 Teilnehmer sind in dieser Zeitspanne verstorben.

Dabei war das gesamte Sterberisiko bei Menschen, die zwei oder mehr Gläser Softdrinks am Tag tranken, 1,17 Mal so hoch wie bei denjenigen, die weniger als diese Menge an Softdrinks (oder gar keine) konsumierten.

Light-Produkte scheinen zu mehr Sterblichkeit zu führen

Es gibt jedoch Unterschiede dabei, ob es sich um Softdrinks mit Zucker oder solche ohne handelte. Das Gesamtsterberisiko für Zucker-Drinks-Trinker war 1,08 Mal so hoch wie das von Menschen, die weniger Softdrinks trinken. Bei den Trinkern von Softdrinks mit künstlichem Zuckerersatz war es sogar 1,26 Mal so hoch.

Auch die Gründe für die Sterblichkeit unterscheiden sich bei Zucker- und Light-Limos. Zuckerhaltige Softdrinks erhöhen eher das Risiko, an Krankheiten des Verdauungstranktes zu sterben (um das 1,59-fache), während Light-Produkte das erhöhen, an Kreislauferkrankungen zu sterben (um das 1,52-fache). 

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Softdrink-Konsum sollte eingeschränkt werden

"Die Studie zeigt, dass der Konsum von sowohl mit Zucker als auch mit Süßstoff gesüßten Softdrinks in dieser großen europäischen Kohorte einen erhöhenden Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit hat", heißt es in den Ergebnissen der Studie. "Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlung der Kampagnen von Gesundheitsbehörden, dass der Konsum von Softdrinks eingeschränkt werden sollte."

Auch wenn die Ergebnisse aufgrund der Größe und Länge der Studie beeindruckend sind, gibt es dennoch einige Kritikpunkte an der Aussagekraft des Zusammenhangs zwischen Softdrinks und Sterblichkeit. Einer davon ist, dass außer dem Konsum von Softdrinks keine weiteren möglicherweise relevanten Faktoren erhoben wurden. Außerdem wurden die Aussagen zum Konsum der Getränke nur zu einem Zeitpunkt erhoben und beruhten auf Selbstaussagen der Teilnehmer. Dadurch leidet die Zuverlässigkeit der Daten.

Besser: Wasser trinken!

Doch egal, ob die Ergebnisse nun eine besonders fundierte Aussage zum Sterblichkeitsrisiko treffen können oder nicht, sie geben auf jeden Fall genug Anlass, Softdrinks als Ausnahme zu betrachten und für den Großteil der täglichen Flüssigkeitszufuhr auf Wasser zu setzen.

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