Was steckt hinter welchem Lebensmittel-Siegel?

Bio- und Fairtrade-Siegel
Bio hier, Fairtrade da - auf Lebensmittelverpackungen geht es bunt her. © RTLi/Jolanda-Tiana Ost

Der Label-Dschungel im Supermarkt

Der Blick auf die Regale im Supermarkt kann schnell für Verwirrung und Entscheidungsschwierigkeiten sorgen. Nicht nur, weil es oft zehn verschiedene Apfelsorten oder ein Dutzend Spaghetti-Ausführungen gibt, sondern auch wegen der Siegel, mit Lebensmittelverpackungen schmücken. Ein Bio- oder Fairtrade-Label sticht zwar bei der Produktauswahl hervor, aber was garantieren die Siegel dem Käufer eigentlich? Wir helfen Ihnen durch den Dschungel der Lebensmittel-Siegel und erklären Ihnen, was genau dahinter steckt. 

Die Bio-Siegel

Das deutsche staatliche Bio-Siegel

Das sechseckige Logo kann zusätzlich zum EU-Bio-Logo verwendet werden. Jedes Produkt, das dieses Siegel tragen soll, muss vorher bei der "Informationsstelle Bio-Siegel" angemeldet werden und die gesetzlichen Mindeststandards in Deutschland erfüllen. Auch dieses Zeichen ist Verbraucherschützern nicht streng genug. Beim Bio-Siegel dürfen 45 der 350 zugelassenen Zusatzstoffe verwendet werden und Gentechnik ist zu 0,9 Prozent erlaubt. Bei Bio-Fleisch haben die Tiere oft auch Futter erhalten, das nicht Bio ist.

Das steckt hinter Bio-Siegeln
Das steckt hinter Bio-Siegeln Video-Tipp 01:40

Das EU-Bio-Logo

​Nur Betriebe oder Unternehmen, die die EU-Vorschriften zum ökologischen Landbau erfüllen, dürfen sich mit diesem Siegel auszeichnen. Sie müssen sich von einer Kontrollstelle zertifizieren lassen. Nur Produkte, deren Inhaltsstoffe mindestens zu 95 Prozent aus ökologischem Anbau stammen, dürfen das Siegel tragen. Verbraucherschützer kritisieren aber, die Qualitätskriterien seien nicht streng genug. Beispielsweise wird auch genverändertes Material in kleinen Mengen toleriert.

Bio-Siegel
Das Demeter-Siegel, das EU-Bio-Logo und das deutsche staatliche Bio-Siegel (von links nach rechts). © RTli/Jolanda-Tiana Ost

Das Demeter-Siegel

Auch die Demeter-Standards sind höher als die für das gewöhnliche Bio-Siegel. Betriebe müssen 100 Prozent Biofutter verwenden, die Hälfte davon müssen die Bauern sogar selbst produzieren. Demeter-Landwirte verzichten auf das schmerzhafte Enthornen bei Kühen, Gentechnik und die meisten Zusatzstoffe sind ebenfalls verboten. Nitritpökelsalz, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen, ist auch nicht erlaubt. Die Erzeuger müssen außerdem drei Jahre lang einen Einführungskurs besuchen, bevor sie das Siegel verwenden dürfen.

Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu weiteren Bio-Siegeln.

Die Fairtrade-Siegel

Fairtrade-Siegel
Das One-World-Siegel, das Fairglobe-Siegel und das internationale Fairtrade-Siegel (von links nach rechts). © RTLi/Jolanda-Tiana Ost

Das internationale Fairtrade-Siegel

Das internationale Fairtrade-Siegel von "Fairtrade International" ist das bekannteste Label für fair gehandelte Produkte. Das Fairtrade-Siegel macht den größten Anteil am fairen Handel in Deutschland aus. Entsprechend gesiegelte Produkte finden sich vor allem in Supermärkten, in der Gastronomie sowie in Blumenläden.

Das Fairtrade-Zeichen wird laut "Forum Fairer Handel" in Deutschland von Verein TransFair vergeben. TransFair ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Als unabhängige Initiative handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Inzwischen nutzen mehr als 100 Firmen das Fairtrade-Siegel. Sind Artikel mit diesem Siegel ausgezeichnet, können Sie sicher sein, dass die Produkte alle Bedingungen des Fairtrade-Standards erfüllen.

One World & Fairglobe

Auch Discounter bieten fair gehandelte Produkte an. So vertreibt Aldi-Süd beispielsweise Fairtrade-Ware unter der Eigenmarke "One World". Produkte, die dieses Label tragen, müssen die Kriterien des Fairtrade-Siegels einhalten. Bei dem Discounter Lidl zeichnet das Label "Fairglobe" entsprechende Ware aus. Die beiden Discounter sind Lizenznehmer von TransFair e.V., somit tragen ihre Produkte neben dem Markennamen auch das Fairtrade-Siegel.

Hier finden Sie Informationen zu weiteren Fairtrade-Siegeln.

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