Verbraucherzentralen testen vegetarisch-vegane Ersatzprodukte: Zu salzig, zu viele Zusatzstoffe, zu ungesund

Vegetarische oder vegane Ernährungsweise liegt im Trend.
Mit dem Veggie-Trend kamen viele vegane Fleischersatzprodukte auf den Markt. © dpa, Daniel Bockwoldt

Marktcheck der Verbraucherzentralen entzaubert vegetarisch-vegane Ersatzprodukte

Mängel bei vegetarisch-veganen Ersatzprodukten hat ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen enttarnt. Fast 80 Prozent der getesteten Produkte enthielten zwar weniger Fett als fleischhaltige Alternativen, dafür waren sie aber zu salzig und hatten zu viele ungesunde Zusatzstoffe.

Auch Kennzeichnung für vegetarische und vegane Produkte ist holprig

Lupinenbratling, Sojawurst, Seitanschnitzel – auf dem Markt tummeln sich die Fleischersatz-Produkte. Doch was so gesund klingt, ist es offenbar nicht immer. Das hat jetzt der Check der Verbraucherzentralen ergeben: Dafür wurden 50 Fleisch- und 51 Wurstersatzprodukte sowie 26 Alternativen für Milchprodukte unter die Lupe genommen.

Das Hauptproblem: Die untersuchten Lebensmittel erhielten alle zu viel Salz - und das kann für uns schnell ungesund werden. Denn Salz in hohen Mengen ist dafür bekannt, dass es zu Herz- und Kreislauferkrankungen führen und Nierenprobleme auslösen kann. Außerdem enthielten die Produkte bis zu acht – zum Teil bedenkliche – Zusatzstoffe. Unter anderem handelt es sich dabei um E 425 – Konjak – welches vorwiegend in der asiatischen Küche als Geliermittel verwendet wird.

Und so gingen die Tester vor: Die 16 Verbraucherzentralen kauften im Oktober 2016 jeweils in ein oder zwei Geschäften pro Unterkategorie je ein Produkt. Die Produkte wurden in Supermärkten, Discountern, Vegan-Supermärkten, Reformhäusern und Bio-Supermärkten eingekauft. Es handelte sich dabei um eine stichprobenartige Erhebung ohne Anspruch auf Repräsentativität.

Im direkten Vergleich mit den Originalen enthielten alle Wurstersatzprodukte zwar weniger Gesamtfett sowie teilweise deutlich weniger gesättigte Fettsäuren. Der Salzgehalt von vegetarischer Mortadella und vegetarischem Aufschnitt war durchschnittlich höher, der von Ersatzprodukten für Salami und Bierschinken niedriger als bei fleischhaltigen Vergleichsprodukten.

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Selbst gekocht ist immer noch am gesündesten

Auch die Kennzeichnung der Produkte erwies sich als ungeregelt. Die Begriffe ‚vegetarisch’ und ‚vegan’ vor dem Produktnamen wurden nicht durchgängig verwendet. Dagegen tauchen viele verschiedene unklare Begriffe wie ‚veggie’ oder ‚pflanzlich’ bis ‚100 % pflanzlich’ auf. Selbst die Platzierung wies deutliche Unterschiede auf: Wie es aussieht, entscheidet der Hersteller selbst, wo er diese Information auf der Verpackung platziert, und in welcher Form.

Die Siegel selbst vermitteln inhaltsstoffliche Zusammensetzungen, die zum jetzigen Zeitpunkt unterschiedlich auslegbar sind. Wenn keine weiterführenden Informationen zur Produktbeschaffenheit angegeben sind, verfügen sie eher über eine symbolische Bedeutung. Immerhin: Die meisten Verbraucher, die vegan oder gezielt vegetarisch leben, setzen sich laut einer Online-Umfrage der Verbraucherzentralen von 2016 sehr genau mit der Zutatenliste auf der Rückseite auseinander.

Fazit des Checks: Eine gesetzliche Grundlage zu den Begriffen ‚vegetarisch’ und ‚vegan’, um einheitliche Kriterien für die Begriffsverwendung zu schaffen, könnte Transparenz in den Siegeldschungel bringen.

Unser Tipp: Wer vegan UND gesund leben möchte, der sollte sich nicht nur auf die Zutatenliste und Labels verlassen, sondern selbst ohne Fleisch frisch kochen. Wie das geht, sehen Sie im Video.

Außerdem finden Sie bei Kochbar.de viele leckere vegetarische Rezepte sowie ebenfalls tolle vegane Rezeptideen.