Südafrikanische Küche: Das kommt in Südafrika auf den Tisch

Südafrikanische Küche: Das Trockenfleisch Biltong ist in Südafrika beliebt
Das Trockenfleisch Biltong ist charakteristisch für die südafrikanishe Küche

Südafrikanische Küche ist durch zahlreiche Einflüsse geprägt

Die südafrikanische Küche ist für ihre Vielfalt bekannt, die durch die Einflüsse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, der Einwanderer und den Kolonien entstanden ist. So hat vor allem die burisch-holländische, englische, indische und malaiischen Küche den Gerichten in Südafrika ihren Stempel aufgedrückt. Als die ersten Europäer im 17. Jahrhundert einen Stützpunkt am Kap der Guten Hoffnung errichtet hatten, sind mit der Einwanderung von deutschen, holländischen und französischen Siedlern auch deren kulinarische Vorlieben aus Europa nach Südafrika gelangt.

Der Schwerpunkt der Kap-Küche liegt auf Fleischgerichten aller Art. Die Südafrikaner verarbeiten nahezu jede Sorte Fleisch. Darunter auch exotische Tierarten wie Stachelschwein oder Krokodil. Aus der Vorliebe für Fleisch hat sich die liebste Freizeitbeschäftigung der Südafrikaner herausgebildet – das Grillen, Braai genannt. Meist kommen Steaks, Lammfleisch, Schweinekoteletts oder Fisch auf die heiße Holzkohle. Das Braai ist in Südafrika so beliebt, dass jeder einen Grill im Garten hat und man auch auf der Straße grillende Menschen antrifft, sogar auf Bürgersteigen und in Parks. Typisch für den Braai ist auch die Boerewors, eine grobe, scharf gewürzte Wurst.

Eine andere Fleisch-Spezialität ist das Biltong. Dieses kräftig gewürzte Trockenfleisch wird als Snack zwischen den Mahlzeiten gegessen. Das Fleisch für Biltong stammt meist vom Springbock und schmeckt für Nicht-Einheimische eher gewöhnungsbedürftig. Auch Geflügel wird in großen Mengen zubereitet und gegessen. Besonders das Fleisch des Afrikanischen Strauß wird immer beliebter, weil es fettarm und gesund ist. Aus dem Grund wird es auch viel exportiert.

Da die Tiere in Südafrika meist in Freilandhaltung leben und saftiges Gras und Kräuter fressen, ist ihr Fleisch besonders aromatisch. Fischgerichte stehen vor allem in den Küstenregionen und in den großen Städten wie Kapstadt und Johannisburg häufig auf dem Speiseplan. Zu Recht, denn entlang der afrikanischen Westküste bietet der Atlantik eine riesige Auswahl und Fülle an Fischen und anderen Meeresbewohnern.

Südafrikanische Küche: Gewürze sind wichtig

Eine für die Küche Südafrikas typische Süßspeise sind Koeksisters. Dieses frittierte Gebäck wird erst zu einem Zopf geflochten, ausgebacken und zum Schluss in Sirup getaucht. Die klebrig-süßen Koeksisters sowie das Braai sind Spezialitäten aus der burischen Küche. Die Buren stammen von den meist niederländischen, aber auch deutschen und französischen Siedlern ab und haben europäische Einflüsse in die Kap-Küche gebracht.

Heute wird die burische Küche häufig mit Gewürzen aus der indischen und malaiischen Küche verfeinert. Die europäischen Einwanderer kamen durch die Sklaven aus Malaysia mit der dortigen Küche in Berührung. Weil viele malaiische Frauen bei den Buren als Köchinnen arbeiteten, wurden die burischen Gerichte mit typischen malaiischen Elementen und Gewürzen kombiniert. Auch heute noch ist der Begriff „Kap-malaiische Küche“ in Südafrika allgegenwärtig.

Zu den bekanntesten malaiischen Gerichten gehören marinierte Fleischspieße aus Lamm- oder Schweinefleisch, die Sosaties, und ein süßsauer gewürzter Hackfleischauflauf mit Curry, der Bobotie. Auch die Eintopfgerichte, Bredie genannt, sind Bestandteil der malaiischen Küche. Meist bestehen sie aus Kartoffeln, Gemüse und Hammelfleisch. Besonders beliebt ist das Waterblommetje-Bredie, ein Eintopf mit der in Südafrika heimischen und süß duftenden weißen Wasserlilie, die mitgekocht wird. Die Küche der farbigen Bevölkerung Südafrikas ist schlicht und wird vor allem von den ärmeren Bevölkerungsschichten gegessen.

Das bekannteste Gericht ist Mielie Pap, ein Maisbrei, der hin und wieder mit Kartoffelscheiben und Fleischstücken verfeinert wird. Er ist eines der wenigen schwarzafrikanischen Gerichte, das auf der alltäglichen Speisekarte der Südafrikaner steht. Die britischen Siedler brachten Yorkshire-Pudding, Roastbeef und Scones mit in das Land. Lamm gilt auch in Kombination mit der typisch englischen Pfefferminzsauce als Spezialität. Allerdings spielen die Einflüsse der englischen Küche eine eher untergeordnete Rolle.

In der südafrikanischen Küche wird an Gewürzen und Kräutern nicht gespart. Durch die indischen Einflüsse sind Chili, Ingwer, Koriander, Kardamom, Nelken und Zimt zum Kochen besonders beliebt. Häufig werden Gewürzmischungen je nach Rezept zusammengestellt und zum Kochen verwendet. In den Mischungen sind Koriander und Kardamom so gut wie immer enthalten. Weil die Südafrikaner gerne scharf essen, wird auch Chili gerne zum Würzen genommen.

Bei den Getränken zum Essen spielt Wein eine besondere Rolle. Südafrika hat sich im Laufe der Zeit zu einem großen Weinproduzenten entwickelt, dort befinden sich ein paar der besten Weingüter der Welt. Besonders Weißwein wird in Südafrika angebaut, aber wegen der großen Nachfrage nach Rotwein steigt auch hier der Anbau. Außerdem sind Rooibos-Tee und Bier bei den Südafrikanern beliebte Getränke.

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