Vier teure Bio-Produkte sind ranzig

Stiftung Warentest: Diese Olivenöle sind gut UND günstig!

Mit seinen ungesättigten Fettsäuren hat Olivenöl viele gesundheitliche Vorteile – ganz abgesehen von den geschmacklichen. Trotzdem sind die Deutschen beim Verbrauch eher zurückhaltend: Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt pro Jahr gerade mal bei knapp einem Liter, während es etwa in Griechenland 15 mal so viel ist. Doch egal wie viel und wofür, auch beim Olivenöl aus dem Supermarkt sollte die Qualität stimmen. Stiftung Warentest hat das jetzt überprüft.

Diese Bio-Olivenöle schmieren ab

Immerhin: Bei der diesjährigen Untersuchung von 19 Produkten der Güteklasse „nativ extra" kann die Stiftung Warentest 13 Olivenöle mit „gut" empfehlen - zu Preisen zwischen 5,75 und 36 Euro je Liter. Erfreulicherweise stießen die Tester trotz verknappten Angebots wegen der „Ölkrise" im Angebotssortiment des Einzelhandels nicht auf mehr schlechte oder gepanschte Ware. Auch fanden sie keine Hinweise auf Verfälschungen durch andere Pflanzenöle, und die Herkunftsangaben passten zu den Angaben auf den Flaschen.

Vier Bio-Öle bewertete Warentest allerdings mit „mangelhaft": Sie schmeckten ranzig und waren sensorisch fehlerhaft. Sie hätten nach EU-Olivenöl-Verordnung somit nicht als „nativ extra“ verkauft werden dürfen. Dies betraf das „Bio-Zentrale Natives Olivenöl extra" und „Denns Biomarkt Dennree Olivenöl nativ extra" sowie die Öle „Corovita Premium Bio-Olivenöl natives Olivenöl extra" und „Müller Bio Primo Spanisches Olivenöl nativ extra", die zudem stark mit Mineralölbestandteilen belastet waren. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Sie sollten in Lebensmitteln nicht auftauchen. Die Labordaten deuten darauf hin, dass die Schadstoffe von technischen Schmierölen stammen. Kein Olivenöl war hingegen in der Pestizid-Prüfung auffällig.

Lese-Tipp: Sonnenblumenöl im Test: Das ist der klare Sieger!

Olivenöle vom Discounter: Günstig und gut

Der Testsieger ist das teuerste Produkt der Untersuchung aus dem Feinkosthandel. Das „Crudo Sei Cinque Zero Olio extra vergine d'oliva" riecht und schmeckt als einziges Öl sehr gut ausgewogen - kostet allerdings auch 36 Euro pro Liter ("gut 1,9"). Die guten Discounter-Öle „Primadonna Natives Olivenöl (2,2) extra" von Lidl und „Cantinelle Natives Olivenöl extra" (2,3) von Aldi kosten je 5,75 Euro pro Liter.

Wer Bio-Öle wie das „Bertolli Bio Originale Natives Olivenöl extra" („gut", 2,1, 10,90 Euro) oder „Edeka Bio Natives Olivenöl extra aus Griechenland“ („gut", 2,1, 11 Euro) kauft, fördert den Öko-Olivenanbau, wo etwa Schädlinge natürlich bekämpft werden. Chemisch-synthetische Pestizide sind hier tabu, extra angepflanzte Sträucher und Blumen bieten etwa Nützlingen ein Zuhause und verbessern die Bodenqualität.

Alle Ergebnisse finden Sie auf test.de.

So fördert Olivenöl die Gesundheit

Mit Blick auf gesundheitsfördernde Stoffe unterscheiden sich Bio- und konventionelle Öle übrigens nicht. Alle bestehen zu etwa 70 Prozent aus Ölsäure. Diese einfach ungesättigte Fettsäure kann ungünstiges Cholesterin im Blut senken. Vorteilhaft sind auch Polyphenole. Für diese sekundären Pflanzenstoffe, die Oliven in der Natur vor Fressfeinden schützen, lässt die EU eine Werbeaussage zu: „Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen." Voraussetzung: 20 Gramm Olivenöl liefern mindestens 5 Milligramm des Polyphenols Hydroxytyrosol und verwandter Verbindungen. Bis auf das Öl von Müller enthalten alle im Test so viel an Polyphenolen, dass die Anbieter damit werben dürften. Es macht aber keiner. (xwi/rka)

Empfehlung

Rezept der Woche

Coq au vin kulinarische Weltreise 09/2022

Coq au vin kulinarische Weltreise 09/2022

Benutzerbild von loewe_bs
Rezept von loewe_bs
vom 18.09.2022
20 Min
mittel-schwer
günstig
(11)