So viel könnten Hackfleisch, Schnitzel & Co. bald kosten

Fleisch
Verschiedene Agrarpolitiker sprechen sich dafür aus, die Mehrwertsteuerreduktion für Fleisch aufzuheben. Foto: Karl-Josef Hildenbrand © dpa, Hendrik Schmidt, hg jai

SPD, Grüne und CDU wollen Steuererhöhung

Um bessere Haltungsbedingungen für Nutztiere in Deutschland schaffen zu können, fordert der Deutsche Tierschutzbund bei der Bundesregierung höhere Steuern auf Fleisch. Auch Politiker der SPD, Grünen und CDU haben sich nun für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch ausgesprochen. Wir zeigen anhand von Beispielen, wie die Endpreise bei einzelnen Fleischprodukten dann aussehen könnten.

Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent

"Ich bin dafür, die Mehrwertsteuerreduktion für Fleisch aufzuheben und zweckgebunden für mehr Tierwohl einzusetzen", sagte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen, der "Welt". Es sei nicht zu erklären, warum Fleisch mit 7 Prozent und zum Beispiel Hafermilch mit 19 Prozent besteuert werde.

Rainer Spiering, agrarpolitischer Sprecher der SPD, sieht das ähnlich: "Eine Fleischsteuer, der Einfachheit halber über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent, wäre ein möglicher Weg, der sich allerdings hauptsächlich auf die Konsumenten bezieht", sagte Spiering. Auch die Fleischproduzenten und der Lebensmitteleinzelhandel müssten ihren Beitrag für eine nachhaltige Nutztierhaltung leisten.

So viel könnte Fleisch bald kosten

  • Hackfleisch: von 2,69 Euro auf 3,01 Euro

Auf ein Pfund gemischtes Hackfleisch für 2,69 Euro zahlen Verbraucher derzeit 7 Prozent Mehrwertsteuer, das sind knapp 19 Cent. Bei einer Erhöhung auf 19 Prozent Mehrwertsteuer wären es 51 Cent Steuern - die Packung Hackfleisch würde dann etwa drei Euro kosten.

  • Schweineschnitzel: von 2,38 Euro auf 2,66 Euro

Ein Schweineschnitzel (200 Gramm), das gerade 2,38 Euro kostet, würde um 28 Cent teurer werden und 2,66 Euro kosten.

  • Hähnchenbrustfilet: von 3,40 auf 3,76 Euro

Ein 340-Gramm-Stück Hähnchenbrustfilet, das derzeit 3,40 Euro kostet, würde bei einer Steuererhöhung künftig 36 Cent mehr, also 3,76 Euro kosten.

  • Rindersteakhüfte: von 4,58 Euro auf 5,13 Euro

Ein Stück Rindersteakhüfte (200 Gramm), das aktuell für 4,58 Euro zu haben ist, würde 5,13 Euro kosten.

  • Schweinegyros-Spieße: von 3,99 Euro auf 4,46 Euro

500 Gramm Schweinegyros-Spieße, die derzeit 3,99 kosten, würden mit 4,46 Euro zu Buche schlagen.

Höhere Fleischsteuer für mehr Tierwohl

Mit den Mehreinnahmen könnte der Umbau der Ställe finanziert werden. Der CDU-Agrarpolitiker Albert Stegemann zeigte sich offen für den Vorstoß des Tierschutzbundes nach einer Fleischsteuer. "Eine solche Steuer kann ein konstruktiver Vorschlag sein. Dafür müssten diese Mehreinnahmen aber zwingend als Tierwohlprämie genutzt werden, um die Tierhalter in Deutschland beim Umbau zu unterstützen." Der Weg zu einer gesellschaftlich nachhaltig akzeptierten Nutztierhaltung koste Milliarden Euro, die die Landwirte in Deutschland nicht alleine tragen könnten.

Von Politikern der AfD, Linken und FDP kam dagegen Kritik am Vorschlag der Steuererhöhung auf Fleisch. 

Geringerer Fleischkonsum spart eine Menge Treibhausgase

Wenn Fleisch durch die höheren Steuern teurer wird, würde das nicht nur im Sinne des Tierwohls geschehen, sondern auch, um Treibhausgase einsparen zu können. Denn der hohe Fleischkonsum und damit die Fleischproduktion haben extreme Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt. Laut UN-Landwirtschaftsorganisation FAO stammen 14,5 Prozent aller weltweiten Treibhausgas-Emissionen aus der Haltung und Verarbeitung von Nutztieren.

Würde jeder Deutsche nur einmal die Woche auf Fleisch verzichten, würden laut einer Studie des WWF jährlich etwa neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen eingespart werden. Zum Vergleich: Das wäre so viel, wie 75 Milliarden mit dem Auto gefahrene Kilometer verursachen. 

Video: CO2-Bilanz der Mahlzeit berechnen

Klimaschutz fängt auf dem Teller an! Wie sich berechnen lässt, wie viel CO2 die eigenen Mahlzeiten eigentlich verursachen, zeigen wir im Video. 

Quelle: DPA/RTL.de

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