Sirtfood-Diät: Abnehmen mit Wein und Schokolade – funktioniert das?

Zwei Gläser Rotwein mit Zartbitterschokolade.
Bei der "Sirtfood"-Diät darf zum Gläschen Rotwein Schokolade genascht werden. © iStockphoto

Abnehmen mit "Sirtfoods": Wein und Schoki sind erlaubt

Wer an Diät denkt, hat automatisch das Wort "Verzicht" im Kopf. Doch bei dieser Methode sind Leckereien wie Schokolade und Rotwein explizit erlaubt: Sie sollen mit bestimmten Enzymen die Pfunde zum Purzeln bringen. Ist die sogenannte "Sirtfood"-Diät wirklich so effektiv?

Promis schwören auf die "Sirtfood"-Methode

Stars wie Adele und Pippa Middleton schwören angeblich darauf und sollen mehrere Kilos losgeworden sein: Bei der "Sirtfood"-Diät stehen Lebensmittel auf dem Speiseplan, die sich positiv auf spezielle Enzyme auswirken, die sogenannten Sirtuine. Im menschlichen Körper sind sieben Varianten davon wirksam und steuern diverse Stoffwechsel- und Zellalterungsprozesse. Ihre Aktivität kann zum einen durch Medikamente beeinflusst werden – zum anderen aber auch durch einen bestimmten Speiseplan, wie die Ernährungsmediziner Aidan Goggins und Glen Matten aus den USA behaupten. Und dazu gehören tatsächlich Rotwein und Zartbitterschokolade.

Gerbstoffhaltige Lebensmittel stehen im Fokus

Der Schlüssel zur "Sirtfood"-Diät ist der hohe Anteil an Polyphenolen, also Gerbstoffen, der in den empfohlenen Lebensmitteln enthalten ist. Sie aktivieren die verschiedenen Sirtuine im Körper und sollen so den Fettabbau beschleunigen. Doch ganz ohne Beschränkungen funktioniert auch diese Abspeckmethode nicht: In der Anfangszeit beträgt die tägliche Energiezufuhr nur 1.500 Kilokalorien – und die sollten natürlich nicht nur aus Alkohol und Süßem zusammengestellt werden, sagt Ernährungsberaterin Ursula Klein: "Ich empfehle maximal ein Glas Rotwein am Abend und ein paar Stücke Schokolade am Nachmittag, dann kommt man auch mit der Kalorienempfehlung bestens zurecht."

Ernährungswissenschaftlerin Ursula Klein mit Lebensmitteln für die "Sirtfood"-Diät.
Ernährungswissenschaftlerin Ursula Klein erklärt, was alles zu den "Sirtfoods" gehört. © RTL

Als "Sirtfoods" zählen diverse pflanzliche Nahrungsmittel wie Rucola, Sellerie, Zwiebeln, Äpfel oder Heidelbeeren. Auch Produkte aus Soja, Kaffee und Olivenöl stehen auf dem Plan. Langfristig geht es laut den Erfindern der Diät eher darum, diese Bestandteile fest in die Ernährung zu integrieren und somit dem Körper etwas Gutes zu tun, statt sich ständig in Verzicht zu üben. Aber bringt das wirklich dauerhaften Erfolg?

Sirtuine könnten in Zukunft bei diversen Krankheiten helfen

"Ob das jetzt besser oder schlechter ist als andere Diäten ist, bleibt offen – bis jetzt ist darüber noch gar nichts bekannt", so Allgemeinmediziner Till Lührs. Tatsächlich gibt es bisher noch keine wissenschaftlichen Belege über die Wirksamkeit der "Sirtfood"-Diät. Doch die Sirtuine sind für die Forschung weiterhin von großem Interesse, denn möglicherweise könnten sie zukünftig auch bei Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer und Krebs eine Schlüsselrolle spielen. Den Enzymen durch leckere und gesunde Lebensmittel auf die Sprünge zu helfen, lohnt sich also in jeden Fall – vor allem, wenn man sich dafür sogar ein Stück Schokolade gönnen darf.

Empfehlung