Schweinenackensteaks im Test: Jedes zweite Steak ist qualitativ gut

Schweinenackensteaks im Test
Schweinenackensteaks im Test Video-Tipp 01:56

Stiftung Warentest prüft das wohl liebste Grillfleisch der Deutschen

Schweinenackensteak gilt ja nicht gerade als Premiumprodukt der derzeit viel gescholtenen Fleischindustrie - landet aber dennoch zu Hauf auf dem Grill. Gute Gelegenheit also für die Stiftung Warentest zu schauen, was des Deutschen wohl liebstes Grillfleisch so taugt. Dazu wurde das Fleisch nicht nur hinsichtlich Qualität geprüft, auch Unternehmensverantwortung und der Einsatz in Sachen Tierwohl wurden untersucht.

34 Kilo Schwein wurden 2019 pro Kopf in Deutschland gegessen

Bevor der Grill angeschmissen und zu Messer und Gabel gegriffen wird, erst mal ein paar harte Fakten zum hierzulande wohl beliebtesten Grillfleisch - dem Schweinenackensteak. Beziehungsweise zu dessen Herkunftstier, dem Schwein. Ganze 34 Kilo wurden hiervon im Jahr 2019 pro Kopf in Deutschland verzehrt. Dazu wurden nahezu 55 Millionen Tiere geschlachtet. 45 Prozent davon gingen allerdings in den Export. Im Schnitt wird so ein Schlachtschwein gerade mal sechs Monate alt - bei einer eigentlich normalen durchschnittlichen Lebensdauer von zehn Jahren.

Aber wie sieht es mit der Qualität des Fleisches aus? Die Stiftung Warentest ist der Frage nachgegangen und hat 15 Steaks und Koteletts geprüft. Und Überraschung: Jedes zweite Produkt ist "gut". Und dies, obwohl Verbraucher dafür oft nicht mehr als 5,99 Euro fürs Kilo zahlen müssen. Bio-Fleisch ist dann gleich dreimal so teuer, aber nur zwei Steaks können bei der Untersuchung überzeugen.

Wie gut schneiden die Unternehmen hinsichtlich Tierwohl ab?

ARCHIV - Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof in Walkendorf /Kreis Güstrow (Archivfoto vom 29.07.2005). Nach dem Auftreten der Schweinepest auf sechs Höfen im Münsterland drei Wochen haben rund 150 Betriebe allein im Kr
Die meisten Betriebe engagieren sich kaum für Tierwohl. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Bernd Wüstneck

Anders sieht die Sache allerdings beim zweiten Prüfpunkt aus, der Unternehmensverantwortung für Tier und Mensch bei den zuständigen Schlachtbetrieben. Die meisten von ihnen engagieren sich kaum für Tierwohl und ihre Arbeiter. Aber: Die Schlachterei Tönnies und die dazugehörigen Produkte wurden immerhin mit "ausreichend" bewertet, was dieser Tage so vielleicht nicht zu erwarten war. 

Ein "gut" wurde nur zwei Anbietern beziehungsweise Produkten bescheinigt. Nämlich dem "Pichler Biometzgerei Bio-Schweinenackensteak" und den "Dennree Königshofer Bio-Schweine-Nackensteaks natur". Hier überzeugen sowohl die Fleischqualität als auch die Haltungsbedingungen der Schweine.

Auch Koteletts von Lidl und Kaufland sind "gut"

Auch in Sachen Fleischqualität liegen das Pichler-Steak ("gut", 1,9) und Dennree-Steak ("gut", 2,0) vorn. Doch die Qualität hat hier ihren Preis. 15,90 Euro beziehungsweise 16,90 Euro kostet das Fleisch pro Kilo. Deutlich günstiger und hinsichtlich der Fleischqualität auch "gut" gibt es das "Purland Nacken-/Kammkotelett vom Schwein" bei Edeka, bei Lidl das "Landjunker Schweinenacken Kotelett oder bei Kaufland das "Purland Nacken-/Kammkotelett vom Schwein (alle "gut", 2,2; 5,70 Euro pro Kilo). Auf die Fleischqualität wirkt sich die Haltungsform der niedrigsten Stufe 1 nicht aus.

Wie viel man für mehr Tierwohl und Fleisch aus guten Haltungsbedingungen ausgeben muss und woran man dies erkennt, haben wir hier zusammengefasst.

Wenig beruhigend wurden in zehn Produkten antibiotikaresistente Keime nachgewiesen - schlechter als "ausreichend" wurde dennoch kein Fleisch bewertet. Und als einzige traf es hier auch nur die Testverlierer "Gut Bartenhof Schweine-Nackenkotelett" von Norma und die "Wilhelm Brandenburg Schweine-Nackensteaks" von Rewe.

Das gesamte Testergebnis der Stiftung Warentest finden Sie hier.

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