Schwedisch-irakische Teigtaschen? Das geht doch nicht!

Multi-Kulti: Schwedisch-irakische Küche in Tel Aviv
Multi-Kulti: Schwedisch-irakische Küche in Tel Aviv 02:20

Multi-Kulti auf dem Teller

Seit gut 70 Jahren kommen Menschen aus Europa, Asien und Afrika nach Israel – und alle bringen ihre Gerichte mit. Vor fünf Jahren hat sich Amir Kronberg in seinem kleinen Restaurant mitten in Tel Aviv auf die Suche nach der israelischen Küche gemacht. Der Vater des 37-Jährigen kommt aus Schweden, seine Mutter aus Israel und dem Irak - und durch beide hat er seine Leidenschaft zum Kochen entdeckt. Schwedisch-irakische Küche also? Wie soll das denn zusammenpassen?

"Das klappt schon, es geht wirklich", sagt Amir. Es seien ja eigentlich komplett unterschiedliche Welten. "Irakisches Essen ist sehr einfach, es gibt nur wenig Gemüse und alles kommt ein bisschen schlampig auf den Teller. Die schwedischen Gerichte sind wiederum sehr hochwertig, und bei weitem nicht so scharf wie das Essen im Irak", sagt Amir.

Schweden und der Irak passen doch auf einen Teller!

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Besonders beliebt sind natürlich Amirs schwedische Hackbällchen.

Besonders beliebt sind natürlich Amirs schwedische Hackbällchen. Seine echte Leidenschaft ist aber "Kubbe" – irakische Teigtaschen aus Reis oder Bulgur-Weizen. "Das klassische Kubbe kocht man eigentlich mehrere Stunden auf dem Herd, aber bei dieser Version würde der Ziegenkäse wegschmelzen", sagt Amir und probiert einen Löffel Kubbe-Brühe.

Im Irak ist Kubbe Nationalgericht. Aber auch im Libanon, Kurdistan und Ägypten kommen die Teigtaschen auf den Teller. Je nach Region werden die Teigbällchen mit Gemüse oder Fleisch gefüllt, bei Amirs schwedischer Version besteht die Füllung aus Blaukrabbenfleisch und Ziegenkäse. "In diesem Kubbe liegt ganz viel von mir selbst. Ein traditionelles Rezept nehmen und ihm deinen eigenen Stil verleihen – darauf kommt’s doch an", sagt Amir.

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