Reis im 'Öko-Test': Der Verlierer ist voller Arsen und heißt Vollkornreis

Öko-Test nimmt Reis unter die Lupe. Diese Sorte hat im Reistest am besten abgeschnitten.
Der als besonders gesund bekannte Vollkornreis hat im 'Öko-Test' am schlechtesten abgeschnitten. In den Randschichten reichern sich wohl nicht nur Vitamine und Mineralien, sondern auch Schadstoffe an. © Getty Images/iStockphoto, peangdao

Vollkorn-, Basmati- und weißer Langkornreis im Test

Vollkorn ist gesund – so haben wir es gelernt. Doch stimmt das? Wohl nicht immer, wie eine aktuelle Untersuchung von 'Öko-Test' zeigt. Die Tester haben Reis untersucht und der klare Verlierer heißt Vollkorn-Reis. Zwar enthält er mehr Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe als weißer Reis. Doch in den Randschichten können sich Schadstoffe anreichern. Lesen Sie hier, welcher Reis im Test am besten abgeschnitten hat und von welchen Herstellern die Schlusslichter kommen.

Gewinner und Verlierer im Reis-Test

Die Tester haben von den Sorten Basmati, Vollkorn und weißer Langkornreis jeweils sieben Marken in Supermärkten, Discountern und Bio-Märkten eingekauft und auf Schadstoffe untersucht. Im Fokus der Untersuchung standen Mineralöl-Rückstände, Schwermetalle und anorganisches Arsen, das als krebserregend gilt.


Basmatireis: 'sehr gut' bis 'ausreichend'

Dieser duftende Reis überzeugte am meisten. Wo Basmatireis draufsteht, war solcher auch drin. Was keine Selbstverständlichkeit ist, wie frühere Untersuchungen gezeigt haben. Vom anorganischen Arsen waren in dieser Reissorte lediglich Spuren enthalten. Als einziger Reis im gesamten Test mit der Note 'sehr gut' hat der 'Bon-Ri Basmati Reis' von Aldi Nord für 0,85 Euro pro Pfund abgeschnitten.


Weißer Langkornreis: 'gut' bis 'ausreichend'

Von den sieben getesteten Produkten dieser Sorte schnitten nur zwei 'gut' ab – genau die beiden Reise, die nicht parboiled sind: 'Oryza Spitzen Langkorn Reis Patna' (1,59 Euro) und 'Reis-Fit Spitzen-Langkorn, Kochbeutel' (1,79 Euro). Parboiled nennt sich der Reis, der unter Druck gedämpft wird. Dabei werden Nährstoffe – und offenbar auch Giftstoffe – ins Innere des Korns gepresst. So fanden sich in den fünf Parboiled-Sorten stark erhöhte Gehalte anorganischen Arsens.


Vollkornreis: 'befriedigend' bis 'ungenügend'

Auch der als gesund geltende Vollkornreis hat so schlecht abgeschnitten, weil die Tester viel anorganisches Arsen darin gefunden haben. In sechs von sieben Proben wurde der krebserregende Stoff in stark erhöhter Menge nachgewiesen. Auch Mineralöl und Pestizide über der erlaubten Höchstmenge führten zur Abwertung. In zwei Produkten fanden die Experten außerdem erhöhte Mengen vom Schwermetall Cadmium – im Reis von 'Basic' (1,35 Euro) und 'Alnatura'  (1,23 Euro). Auf ein 'befriedigend' schafften es nur die Sorten 'Holo Camargue Naturreis Langkorn, Bio' (2,99 Euro) und der 'Dennree Langkornreis Vollkorn, Bio' (1,40 Euro).

Was die Hersteller sagen und wozu 'Öko-Test' rät

'Alnatura' teilte 'Öko-Test' mit, den Produktionsprozess hinsichtlich der Mineralölrückstände untersucht zu haben. Sie versicherten, keine mineralölhaltigen Schmierstoffe oder Farben einzusetzen und vermuten eine Verunreinigung aus der Umwelt oder während des Transports der Rohware.

Und was empfehlen nun die Experten? Auch wenn 'Öko-Test' es nur ungern macht, rät er dennoch vom 'gesunden' Vollkornreis ab. "Das Mehr an Vitaminen kann krebserregende Stoffe nicht aufwiegen." Außerdem raten die Experten dazu, den Reis vor dem Kochen gut zu waschen und die Wassermethode statt der Quellmethode zu wählen. Mit dem Wasser, das nach dem Kochen abgegossen wird, reduziert sich auch die Arsen-Gehalte etwas.

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