Pflaumen und Zwetschgen: Je reifer, desto süßer

Lieblingsgericht: Pflaumenmus
Lieblingsgericht: Pflaumenmus Video-Tipp 02:49

Pflaumen - die herrlich süßen Sommerfrüchte

Die Pflaume ist eine schmackhafte und gesunde Frucht. In ganz Europa werden Pflaumen und Zwetschgen während den Sommer- und Herbstmonaten reichlich konsumiert. Frische Früchte sind während der kalten Jahreszeit meist nicht erhältlich, Dörrpflaumen hingegen findet man das ganze Jahr über in den Supermärkten. Das leckere Obst tut dem Herzen, dem Gehirn, der Verdauung und den Knochen gut. Genießen Sie die Früchte frisch oder als selbstgemachtes Kompott mit Sahne. Für ein delikates Dessert können Sie Pflaumen-Sahne-Torte oder Zimteis mit heißen Pflaumen zubereiten. Dieses herrliche Obst mit seinem süßen, erfrischenden Geschmack wird Sie und Ihre Geschmacksnerven bestimmt begeistern.

Nützliche Infos und Wissenswertes zu Pflaumen/ Zwetschgen
Pflaumen sind sehr schmackhaft © picture alliance / blickwinkel/M, McPHOTOs

Geschichte und Herkunft von Pflaumen und Zwetschgen

Die erste schriftliche Erwähnung von Pflaumen fand im Jahre 479 v. Chr. statt. Der chinesische Philosoph Konfuzius erwähnte die Frucht in seinen Liedern und Schriften, die sich mit beliebten Nahrungsmitteln der chinesischen Kultur befassen; unter diesen nahmen Pflaumen eine wichtige Rolle ein. 65 v. Chr. brachte Pompeius Magnus das Obst nach Rom; später fanden die Pflaumen durch die Kriegszüge von Alexander dem Großen ihren Weg in die Mittelmeerregion mit Damaskus als Zentrum des Pflaumenhandels. Heutzutage sind Pflaumen nach Äpfeln die weltweit meistangebaute Obstsorte. In Deutschland stammen die meisten Früchte (etwa 71 %) aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Sorten und Geschmack von Pflaumen und Zwetschgen

Die alten Römer kannten bereits mehr als 300 verschiedene Sorten Pflaumen, während heutzutage etwa 2000 bekannt sind. Diese werden in sieben Unterarten unterteilt: Zwetschge, Kriechen-Pflaume, Halbzwetsche, Edel-Pflaume, Spilling, Ziparte und Mirabelle. Die Farbe der Früchte unterscheidet sich je nach Sorte und reicht von Blauviolett über Rot bis Gelb. Der Unterschied zwischen Zwetschgen und Pflaumen besteht darin, dass Pflaumen rundlich sind, eine Bauchnaht besitzen und blau, gelb oder rot sind, während Zwetschgen dunkelblau und länglich sind und ein spitzes Ende haben. Reife Pflaumen schmecken generell süß und saftig, während unreife Früchte recht sauer sein können.

Pflaumen- und Zwetschgen-Saison

Pflaumen haben je nach Sorte verschiedene Erntezeiten. Generell dauert die Saison von Juli bis Oktober, wobei die Saison für Mirabellen und Renekloden nur von Juli bis September andauert. Die häufig in deutschen Supermärkten angebotene japanische Pflaume, die groß, rund und weißfleischig ist, ist bereits ab Ende Mai und bis Mitte November erhältlich. Der beste Zeitpunkt, um einen Pflaumenbaum zu schneiden, ist nach der Ernte. Der Frühling gilt ebenfalls als eine gute Zeit, allerdings sollten Sie darauf achten, dass keine Frostgefahr besteht, denn Frost kann sich ungünstig auf die Heilung der Schnittwunden auswirken.

Einkauf von Pflaumen und Zwetschgen

Reife Pflaumen erkennen Sie daran, dass diese auf Fingerdruck leicht nachgeben. Zu festes Fruchtfleisch deutet auf unreife Früchte hin, die noch mehrere Tage lang nachreifen müssen. Auch eine tiefe, rotbläuliche Farbe weist auf den richtigen Reifegrad der Früchte hin. Zum Zeitpunkt des Einkaufs sollte die natürliche Wachsschicht der Pflaumen unbeschädigt sein und die Früchte sollten einen angenehmen Duft besitzen. Früchte, die in Supermärkten verkauft werden, werden oft mit einer künstlichen Wachsschicht aus Harz oder Wachs überzogen, um das Obst zu "verschönern". Dieser Glanz ist zwar nicht schädlich, aber auch kein Zeichen für eine gute Qualität der Früchte.

Lagerung und Haltbarmachen

Pflaumen, die noch nicht komplett reif sind, können bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, um etwas nachzureifen. Danach sollten sie im Kühlschrank gelagert werden, wo sie je nach Sorte bis zu eine Woche lang frisch bleiben. Um lange Freude an den Früchten zu haben, können Sie die Pflaumen einfrieren, und auch Zwetschgen einmachen ist sehr einfach. Möchten Sie Zwetschgen einfrieren, sollten Sie dafür reife, unversehrte Früchte auswählen und diese waschen, halbieren und entkernen. In einem geeigneten Behälter halten sich die gefrorenen Früchte etwa ein Jahr lang. Pflaumen einlegen können Sie je nach Geschmack mit alkoholischen Getränken oder ohne. Experimentieren Sie auch einmal mit Gewürzen.

Zubereitung von Pflaumen und Zwetschgen

In der Küche lassen sich sowohl frische als auch getrocknete Pflaumen verarbeiten. Enthalten die Früchte eine künstliche Wachsschicht, sollte diese vor der Zubereitung gründlich entfernt werden. Dafür eignet sich ein mit warmem Wasser befeuchtetes Küchentuch, mit dem das Obst vorsichtig gereinigt werden kann. Sind die Pflaumen nur mit ihrem natürlichen Schutzfilm bedeckt, reicht es, sie kurz unter fließendem Wasser zu waschen. Nach der Reinigung können Sie etwa Pflaumenkompott einmachen oder die Pflaumen trocknen. Um die Zwetschgen zu trocknen, werden die geschnittenen und entkernten Früchte im Ofen bei niedriger Temperatur oder im Dörrautomaten getrocknet.

Nährwerte von Pflaumen und Zwetschgen

Wie die meisten Früchte besitzen auch Pflaumen Kalorien in geringen Mengen. Da sie zu 85 Prozent aus Wasser bestehen, haben sie nur etwa 51 Kalorien pro 100 Gramm. Sie enthalten Karotin, Eisen, Kupfer, Zink und Kalium. Auch Natrium, Phosphor, Kalzium und die Vitamine B1 und B2 sind reichlich vorhanden. Die sekundären Pflanzenstoffe Anthocyane, die in allen blau-violetten Früchten vorkommen, können den Alterungsprozess von Hautzellen verlangsamen. Getrocknete Pflaumen enthalten hohe Mengen Fruchtzucker und Pektin. Sowohl frische als auch getrocknete Pflaumen versorgen den Körper mit Nährstoffen und bringen den Darm in Schwung.

Besonderheiten und No-Gos bei Pflaumen und Zwetschgen

Die Kerne von Pflaumen enthalten giftige Blausäure und dürfen auf keinen Fall mitgegessen werden. Obwohl Hunde und Katzen an einer kleinen Menge Pflaumen keinen Schaden nehmen, ist es am besten, den Verzehr der Frucht durch Haustiere zu vermeiden. Die Stiele, Blätter und Kerne können alle hochgiftig für Haustiere sein. Auch wenn Pflaumen sehr gut für die Gesundheit des Menschen sind, sollten sie nur in Maßen konsumiert werden. Mehr als zehn Früchte pro Tag können zu Blähungen und Bauchschmerzen führen. Falls Sie das Obst täglich verzehren um die Verdauung anzuregen, könnte das schließlich zu einer Abführmittel-Abhängigkeit führen, die dem Körper schaden kann.

Zubereitungstipps und klassische Rezepte

Wer das Obst zubereiten und haltbar machen will, kann ganz einfach Zwetschgen oder Pflaumen einkochen. Einer der einfachsten Wege dafür ist es, die Früchte in Gläsern im Ofen zu erhitzen. Neben Zucker und Wasser kommen in manchen Rezepten auch saisonal passende Zutaten wie Zimt, Rotwein oder Rum zum Einsatz. Das Einmachen ist die ideale Methode, Pflaumen zu verarbeiten, um noch das ganze Jahr das leckere Obst genießen zu können. Der klassische Pflaumenkuchen ist besonders beliebt. In vielen traditionellen Rezepten wird das Obst mit buttrigen, süßen Streuseln bestreut. Um dem Gericht einmal eine etwas andere Note zu verleihen, können Sie es mit Schokolade zubereiten. Ob Sie Pflaumenknödel oder Pflaumenmus kochen möchten - die süßen Früchte werden Sie und Ihre ganze Familie begeistern.

Empfehlung