Mozzarella-Sticks ohne Mozzarella: McDonald's droht Sammelklage

Mozzarella-Sticks ohne Mozzarella: McDonald's droht Sammelklage
Ein US-Amerikaner hat McDonald's auf 5 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Der Grund: Die von ihm gekauften Mozzarella-Sticks enthielten viel Luft und kaum Käse. © Twitter/ Todd Garnhardt

Käse-Sticks ohne Käse, Bio-Burger, die nicht Bio sind - McDonald's sorgt für Negativschlagzeilen

Ob Bio-Burger, die nicht 100 Prozent Bio sind, oder Käse-Sticks ohne Käse: McDonald’s kommt nicht raus aus den Negativ-Schlagzeilen. Dabei sollte mit Unternehmenschef Steve Easterbrook alles besser werden. Stattdessen: Häme und eine neue Klage. Dieser Kommentar einer McDonald’s-Kundin bei Twitter bringt es auf den Punkt. „Die neuen Käse-Sticks eignen sich perfekt bei Laktose-Intoleranz“. Die Mozzarella-Sticks der Fast-Food-Kette enthalten alles – nur so gut wie keinen Käse. Aus diesem Grund hat der Kalifornier Chris Howe McDonald’s nun verklagt – und fordert fünf Millionen US-Dollar Schadenersatz.

Im November 2015 hat das Unternehmen die Einführung der der Mozzarella-Sticks angekündigt. Doch die '100 Prozent Käse‘, mit denen McDonald’s sie seither bewirbt, suchen die Kunden in den Käse-Sticks oft vergeblich. Unter dem Hashtag 'whereisthecheese‘ machen Twitter-User ihrem Ärger mit Fotos von Sticks ohne Füllung Luft. Denn statt mit Käse satt warten viele vermeintlichen Mozzarella-Sticks mit einer dicken Panade, ein klein wenig Mozzarella, viel Stärke und noch mehr Luft auf. Grund genug für Chris Howe, McDonald’s zu verklagen. Hätte er gewusst, dass die Sticks "missverständlich gekennzeichnet" seien, hätte er sie nicht gekauft. Droht dem Fast-Food-Konzern nun eine Sammelklage? Vor dem Hintergrund, dass Klagen gegen McDonald’s in den USA viel- und erfolgsversprechend sind, muss sich das Unternehmen auf genau diesen Fall einstellen.

McDonald’s hat Stellung zu den Vorwürfen bezogen. Bei den Mozzarella-Sticks ohne Füllung handele es sich um Einzelfälle. Man sei dabei, "das Problem zu lösen". Außerdem werde man "rigoros gegen diese Anschuldigungen vorgehen", wie ein Unternehmenssprecher ankündigte.

Für das Unternehmen steht neben dem Ruf auch viel Geld auf dem Spiel. Zumal McDonald’s in der Vergangenheit bereits mehrere Klagen verloren hat. Für Schlagzeilen sorgte vor allem die Klage einer US-Amerikanerin im Jahr 1994: Die Frau hatte geklagt, weil sie schwere Verbrennung erlitt, als sie sich versehentlich brühend heißen Kaffee von McDonald’s über die Beine schüttete. Sie erhielt damals 640.000 Dollar Schadenersatz.

Neue Konzepte, alte Probleme

Zuletzt hatte McDonald's 2015 mit seinem Bio-Burger 'McB' für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Der Grund: Nur das Fleisch des Burgers war wirklich Bio, der Rest der Zutaten hingegen nicht. Nach der achtwöchigen Testphase im Oktober und November 2015 hat McDonald's den Bio-Burger 2016 wieder aus dem Sortiment genommen.

Es scheint, als seien viele Probleme hausgemacht. Dabei sollte mit dem neuen Unternehmenschef Steve Easterbrook und einem neuen Sortiment alles besser werden. Dieser hatte sich bei seinem Antritt im Januar 2015 Produktinnovationen, einen neuen Markenauftritt und Serviceverbesserungen auf die Fahnen geschrieben. Auch in den deutschen McDonald’s-Filialen gibt es seit dem 1. Februar 2016 beispielsweise deutlich mehr Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten beim beliebten McMenü. Damit bedient McDonald's Deutschland den Wunsch seiner Gäste nach mehr Individualität. So stehen neben Softdrink und Pommes Frites zukünftig weitere Beilagen zur Auswahl, die beliebig kombiniert werden können. Klassiker wie der Big Mac können so im neuen McMenü z.B. mit zwei Softdrinks oder aber einem Snack Salad Classic plus Iced Fruit Smoothie bestellt werden.

Zudem will McDonald’s seine Lieferkette, die das Unternehmen als "Qualitätskette" bezeichnet, transparenter machen. So stellt McDonald’s nach und nach seine Top-Lieferanten vor. Ob das Unternehmen seine Kunden damit dauerhaft binden kann, wird sich zeigen. Fakt aber ist: Die Konkurrenz schläft nicht - und Klagen gegen das Unternehmen sind allzu häufig von Erfolg gekrönt.

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