Mikrowellen ungesund? So kocht man mit der Mikrowelle richtig!

Wie gefährlich ist die Mikrowellen-Strahlung?
Wie gefährlich ist die Mikrowellen-Strahlung? 02:57

Mikrowellen: Ist die Strahlung eigentlich gefährlich?

Sind Mikrowellen ungesund? Für viele Menschen ist es völlig normal, sich das Essen in der Mikrowelle zuzubereiten. Aber Vorsicht: Wenn das Essen nicht gleichmäßig aufgewärmt wird, kann dies Ihre Gesundheit gefährden und sogar zu einer Salmonellenvergiftung führen.

Viele Menschen können sich ein Leben ohne Mikrowelle gar nicht mehr vorstellen. In den meisten Küchen gehören Mikrowellen heute zur Standardausrüstung. Die Geräte können mittlerweile weit mehr, als nur Essen aufzuwärmen oder aufzutauen. Heute gibt es Mikrowellen als Kombinationsgeräte mit zusätzlicher Ober- und Unterhitze, mit Heißluft- oder Infrarotgrill sowie in Backöfen integriert.

Ist die Strahlung eigentlich gefährlich? Kann Sie in die Lebensmittel übergehen? Mikrowellengeräte enthalten ein Magnetron, das die Mikrowellen erzeugt, die in den Garraum eingespeist werden. Mikrowellen selbst sind elektromagnetische Wellen, die mit ihrer Energie kleine Teilchen (Moleküle) einer Substanz oder eines Lebensmittels in Schwingungen versetzen. Dadurch wird unmittelbar im Lebensmittel Wärme erzeugt. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) konnte in Untersuchungen aber kein Hinweis darauf gefunden, dass Zellen oder Gewebe geschädigt werden, wenn Nahrung aus der Mikrowelle verspeist wird.

Sobald das Gerät ausgeschaltet ist, werden auch keine elektromagnetischen Wellen mehr ausgestrahlt. Da das Gehäuse der Mikrowelle aus Metall besteht und wie Autos als Faradaykäfig funktioniert, können zudem keine Strahlen nach außen gelangen.

Aber so ganz ungefährlich sind Mikrowellen dennoch nicht. Tatsache ist, dass in der Mikrowelle Speisen von außen nach innen erwärmt werden. So kann es leicht passieren, dass das Essen außen schon heiß ist, innen aber noch kalt oder gar gefroren. So besteht die Gefahr, dass Bakterien, Salmonellen oder Listerien in nicht ausreichend erwärmten Stellen in den Nahrungsmitteln überleben. Experten empfehlen daher, Geflügel, Hackfleisch, Eierspeisen und Fisch lieber im Backofen oder auf dem Herd zuzubereiten und zu erwärmen.

Tipps für die Zubereitung und den Umgang mit Mikrowellen

- Die Mikrowelle eignet sich vor allem für kleinere Portionen bis 500 Gramm. Diese Menge kann in kürzester Zeit und mit wenig Energie nährstoff- und vitaminschonend zubereitet werden. Große Portionen sollten Sie besser auf dem Herd oder im Backofen zubereiten. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Energie.

- Vor allem Gemüse kann ideal in der Mikrowelle gegart werden, weil auf diese Weise die Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben. Dies gilt vor allem dann, wenn nur kleine Mengen Gemüse erhitzt oder gegart werden.

- Die Mikrowelle eignet sich auch fürs Kochen im Rahmen einer Diät. Bei der Zubereitung muss nämlich kein Fett hinzugegeben werden.

- Da die Speisen bei der Zubereitung in der Mikrowelle nicht gebräunt werden, bilden sich auch keine schädlichen Stoffe wie Acrylamid, das sich beispielsweise in Pommes Frites findet und als krebserregend gilt.

- Wasserhaltige Lebensmittel erwärmen sich schneller als fettreiche. Das erklärt auch, warum Gemüse beispielsweise schneller heiß wird als Fleisch. Wollen Sie beides zusammen essen, sollten Sie das Fleisch also vor dem Gemüse in die Mikrowelle geben und erhitzen

- Bei salzigen Speisen dringen die Wellen auch langsamer in das Essen ein. Daher sollten Sie das Essen immer erst nach dem Garen würzen.

- Verwenden Sie zum Erhitzen kein Plastikgeschirr. Beim Erhitzen können sich Weichmacher lösen und ins Essen übergehen. Erwärmen Sie die Speisen in möglichst runden und flachen Tellern oder Gefäßen. Verwenden Sie im Idealfall Mikrowellengeschirr oder Geschirr aus Glas oder Keramik.

- Decken Sie die Speisen im Kochgeschirr mit einem losem Deckel, einer Abdeckhaube oder mikowellengeeigneter Folie (temperaturbeständig bis 160 Grad) ab.

- Wenden Sie alle Speisen zwischendurch oder rühren Sie die Gerichte mehrmals um, damit sich die Hitze gleichmäßig verteilen kann.

- Für die Zubereitung in der Mikrowelle gilt: Erwärmen Sie die Speisen lieber nur kurz bei hoher Temperatur, anstatt über einen längeren Zeitraum bei nur geringer Hitze. Denn Keime werden nur durch hohe Temperaturen ab 65 Grad abgetötet.

- Erhitzen Sie möglichst Lebensmittel gleicher Dicke. Große Stücke sollten Sie besser zerkleinern.

- Lebensmittel mit einer festeren Haut, wie zum Beispiel Würstchen, sollten Sie anstechen, damit sie nicht platzen.

- Lassen Sie die Speisen nach dem Erhitzen noch ein wenig in der Mikrowelle, damit es zu einem Wärmeaustausch und einer gleichmäßigen Temperaturverteilung kommt.

- Nehmen Sie die erhitzten Speisen immer mit einem Topflappen aus der Mikrowelle.

- Wenn Sie Flüssigkeiten erhitzen, sollten Sie immer einen Glasstab mit in das Gefäß stellen. Das verhindert, dass die Flüssigkeit spritzt.

- Sauger von Babyflaschen sollten Sie nicht in der Mikrowelle erhitzen, da diese sehr heiß und auch porös werden können.

- Erwärmen Sie keine verschraubten Babyfläschchen. Bei geschlossenen Gefäßen besteht Explosionsgefahr, da sich ein Überdruck aufbauen kann, der die Flasche zum Platzen bringt.

- Wenn Sie Babykost in der Mikrowelle erhitzen, sollten Sie diese nach dem Erwärmen gründlich schütteln oder durchrühren. Prüfen Sie die Temperatur am besten an mehreren Stellen mit einem Thermometer.

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