Lebensmittelbetrug: Das lukrative Geschäft mit gefälschten Lebensmitteln

So wird unser Essen gefälscht

Reis aus Plastik, Pangasius statt Seezunge, gefärbte Oliven - das Geschäft mit gefälschten und verfälschten Lebensmitteln scheint sich für Betrüger zu lohnen. Weltweit wurden im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Tonnen und eine Million Liter gefälschte Lebensmittel sichergestellt. Für Verbraucher ist es nahezu unmöglich, den Schwindel zu bemerken.

Der kriminellen Phantasie scheinen bei der Produktion und dem Handel mit gefälschten Lebensmitteln keine Grenzen gesetzt zu sein: Restaurants verkaufen billigen Pangasius als teure Seezunge, Wein wird mit Wasser versetzt und Honig mit Zucker, in der Haselnuss-Tüte stecken günstigere Erdnüsse. Im Ausland stießen Kontrolleure schon auf gefärbtes Chili, mit Gel aufgespritzte Garnelen und Kunststoff-Körner in Reisbeuteln. Zucker mit Kunstdünger fand man im Sudan und gepanschten Alkohol in Griechenland und Großbritannien. Bio-Eier, die nicht bio waren, und Pferdefleisch in Lasagne gab es in Deutschland. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, spricht von "mafiösen Strukturen".

Seit dem Pferdefleischskandal baut das Bundesamt den Bereich Lebensmittelfälschung aus, ein europaweites Netzwerk hat sich gebildet. Staatsanwaltschaften, der Zoll und die Polizeibehörden Europol und Interpol sind eingebunden. Doch je mehr Ländergrenzen ein Produkt überquert, desto schwerer haben es die Kontrollbehörden. Die Dunkelziffer von Produkten, die nicht den Vorgaben entsprechen oder manipuliert wurden, ist hoch. Bereits die Hersteller unterliegen dem Schwindel, wenn Importware nur stichprobenartig kontrolliert wird. "Lebensmittelbetrug ist überall möglich, wo es sich lohnt", heißt es beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Was die Erlöse angehe, spielen die Betrüger aus Sicht der Behörde inzwischen in einer Liga mit Drogendealern und Menschenhändlern.

Besonders schwer haben es in der Folge die Verbraucher. Für sie ist es fast unmöglich, den Betrug zu bemerken. Sie sollten sich daher regelmäßig in Verbrauchertests über geprüfte Produkte informieren, regional einkaufen und bei niedrigen Preisen für vermeintlich hochwertige Lebensmittel skeptisch sein: Ein gutes Olivenöl für drei Euro pro Liter gibt es nicht.  

Quelle:dpa

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