Kirschen: Wissenswertes über das süße Sommerobst

Kirschen pflücken macht Spaß - und garantiert, dass das leckere Obst frisch ist
Kirschen schmecken mild-süß bis leicht säuerlich © dpa, Zucchi Uwe

Kirschen - so vielfältig sind die roten Früchte

Kirschen zählen zu den beliebtesten Früchten - und das zu Recht! Die leckere Steinfrucht überzeugt durch ihre vielfältige Einsetzbarkeit und ihr besonderes Aroma. Sie vereint eine milde Süße mit einer leicht säuerlichen Note. Mit dieser geschmacklichen Kombination lässt sich die Kirsche optimal zu Marmelade weiterverarbeiten. Aber auch als Topping auf anderen Süßspeisen macht sie eine gute Figur. So schmeckt die liebliche Frucht beispielsweise sehr gut zum Grießpudding oder zum Eis. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Rezepte für Kirschkuchen. Finden Sie heraus, was die Frucht aus dem Schwarzmeerraum noch alles zu bieten hat!

Allgemeines zu Kirschen

Die Kirsche ist weit verbreitet und findet sogar in einem Sprichwort Erwähnung. "Mit dem ist nicht gut Kirschen essen" sagen Leute, wenn sie mit jemandem nicht gut auskommen. Die Herkunft dieses Sprichwortes rührt aus dem Mittelalter, als Kirschen ein rares Gut und deshalb sehr kostbar waren. Daher kamen nur reiche Leute in den Genuss dieser süßen Frucht. Bettler, die sich beim Kirschenessen dazu gesellten, wurden abgewiesen. Heute sind Kirschbäume, die zur Familie der Rosengewächse gehören, in vielen Gärten zu finden. Es ist nicht schwer, einen Kirschbaum zu pflanzen. Anstatt die Kirschen im Supermarkt zu kaufen, können Sie so die Kirschen selber pflücken.

Geschichte und Herkunft von Kirschen

Es gibt einige Hinweise darauf, dass bereits im Jahr 74 vor Christus die erste Kirsche ihren Weg nach Europa fand. Ihren Ursprung hat die Frucht im Schwarzmeerraum, wo sie in kleinasiatischen Küstengebieten wächst. Später sorgte Alexander der Große dafür, dass die Kirschen in den europäischen Raum gelangten. So fand die liebliche Steinfrucht, die von der wilden Vogelkirsche abstammt, auch in Ländern wie Griechenland und Italien Verbreitung. Im Anschluss brachten die Römer die Frucht nach Deutschland. Heute werden Kirschbäume auch hierzulande, vor allem in Bayern und Rheinland-Pfalz, angebaut. Nach wie vor befinden sich die größten Anbaugebiete allerdings im Schwarzmeerraum.

Sorten und Geschmack von Kirschen

Heute sind weltweit ungefähr 500 verschiedene Kirschsorten verbreitet, die jeweils in Wild-, Sauer- und Süßkirschen unterteilt werden. Wildkirschen wachsen in der Regel an Waldrändern und sind wesentlich kleiner als Süßkirschen. Sie haben einen säuerlichen Geschmack. Die Sauerkirsche, deren bekannteste Sorte die Schattenmorelle ist, enthält wesentlich mehr Fruchtsäure als die Süßkirsche. Sie wird kaum roh verzehrt, sondern meist eingekocht. Ausgesprochen lecker sind Sauerkirschen in Kombination mit Mehlklößen. Die Süßkirsche hingegen wird meist roh verzehrt. Wegen ihres weichen und zarten Fruchtfleisches sind die Knupper- oder Knorpelkirschen am beliebtesten.

Saison und Einkauf von Kirschen

Ihre Saison haben die Kirschen in den Sommermonaten. Geerntet werden sie hauptsächlich zwischen Juni und August. Die Sauerkirsche reift etwas später als die Süßkirsche. Da Kirschen zu den Obstsorten zählen, die nicht nachreifen, werden sie erst gepflückt, wenn sie prall und glänzend sind. Für eine gute Ernte muss der Stiel elastisch und grün sein. Kirschen sind im Sommer in vielen Supermärkten und auf Wochenmärkten zu finden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Kirschen keine Druckstellen haben oder aufgeplatzt sind. Zudem ist es wichtig, dass die Kirschen noch über einen Stiel verfügen, da sie ansonsten ausbluten.

Lagerung von Kirschen

Leider können Kirschen nur begrenzt gelagert werden. Daher empfiehlt es sich, sie alsbald zu verzehren. Wem das aufgrund einer ertragreichen Ernte nicht möglich ist, der kann die Kirschen im Kühlschrank lagern. Allerdings halten sie hier meist nur für ein paar Tage. Eine Ausnahme stellen hartschalige Kirschsorten dar, die Sie bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren können. Die optimale Temperatur für die Lagerung beträgt zwischen 0 und 2 Grad Celsius. Außerdem können Sie die Kirschen einfrieren, indem Sie diese direkt nach der Ernte schockfrosten. Dazu müssen Sie die Kirschen nicht entkernen.

Zubereitung und Haltbarmachen von Kirschen

Zum Haltbarmachen von Kirschen haben sich einige Varianten bewährt. Ob Sie die Kirschen nun einwecken oder daraus eine Konfitüre kochen, bleibt Ihnen überlassen. Ebenso können Sie die Kirschen entsaften. Möchten Sie die Kirschen einlegen, so müssen Sie diese vorerst von Kernen und Stielen befreien. Anschließend füllen Sie das Obst in ein Einmachglas, das durch Gummiringe luftdicht verschließbar ist. Die Kirschen werden nun mit Zucker bestreut und das Glas wird mit Wasser gefüllt. Im Anschluss verschließen Sie die Weckgläser gut und erhitzen diese in einem Einkochtopf oder im Backofen. Zur Zubereitung einer Konfitüre kochen Sie Sauerkirschen zusammen mit Gelierzucker in einem Topf.

Nährwerte von Kirschen

Die "Königin der Früchte“"ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Obendrein sind Kirschen gut für die Figur, denn sie enthalten kaum Kilokalorien. Einige der wichtigsten Nährstoffe der Steinfrucht sind Magnesium, Vitamin B, Vitamin C, Calcium, Folsäure, Eisen und Kalium. Die sekundären Pflanzenstoffe, die außerdem in Kirschen enthalten sind, stärken das Immunsystem. 100 g Kirschen haben etwa 13 g Kohlenhydrate und 10 g Magnesium. Ballaststoffe, Eiweiße und Fette sind nur in sehr geringen Konzentrationen enthalten.

Besonderheiten bei Kirschen

Über den Verzehr von Kirschen gibt es viele Mythen: So wird beispielsweise gesagt, dass das Verzehren des Kirschkerns lebensgefährliche Blausäure freisetzt. Dieser Verdacht ist allerdings unbegründet, da der Anteil an Blausäure im Kirschkern nur gering ist. Wichtig ist, dass Sie die Kirschen nicht in zu großer Menge verzehren. Dies kann nämlich zu unangenehmen Bauchschmerzen führen. Kirschen eignen sich besonders gut zur Weiterverarbeitung in Kuchen oder Eis. Mit Speisestärke können Sie die Kirschen andicken. Die Speisestärke fügen Sie ganz einfach dem kalten Kirschsaft hinzu und rühren die Masse um, bis alles gleichmäßig verteilt ist. Mit den Kirschen zusammen füllen Sie die Masse nun in einen Topf und kochen alles kurz auf.

Zubereitungstipps und klassische Rezepte für Kirschen

Kirschen sind besonders in Kombination mit Eis zu empfehlen. Möchten Sie den Kirschen ein besonderes Aroma verleihen, können Sie auch Amarenakirschen selber machen. Dafür müssen Sie Sauerkirschen erst entsteinen und zusammen mit Zucker in einen Topf geben. Nun verrühren Sie die Zutaten und lassen sie einige Stunden ziehen, bis die Kirschen Saft gezogen haben. Im Anschluss kochen Sie alles kurz auf, bis der Saft eine dicke Konsistenz erreicht hat. Jetzt fügen Sie der Masse Zitronensaft hinzu. Nach Belieben können Sie diese mit Amaretto, Vanilleextrakt oder Bittermandelaroma verfeinern. Das Ganze lassen Sie noch einmal 10 bis 15 Minuten kochen - fertig.

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