Honig von Stadt-Bienen ist gesünder als der vom Land

Auf dem Land werden zu viele Pestizide eingesetzt

Jeder Deutsche isst im Schnitt mehr als ein Kilo Honig pro Jahr. Doch wussten Sie, dass Honig von Stadt-Bienen gesünder ist als der von den Land-Honigbienen? Wir verraten, warum das so ist und wie Sie Ihr eigenes Bienenvolk halten können.

Stephan Iblher, Hobby-Imker aus Hamburg, macht es vor: 84 Bienenvölker an zwölf verschiedenen Orten – in der Großstadt wohlgemerkt – nennt der 54-Jährige sein Eigen. Hunderte andere Hobby-Imker in Deutschland tun es ihm mittlerweile gleich. Sogar auf dem Stadionbalkon von Sankt Pauli steht neuerdings ein Bienenstock. Und auch am Reichstag gibt es mittlerweile einen. Das gemeinsame Ziel: Nicht zulassen, dass Jahr für Jahr Bienenvolk um Bienenvolk ausgerottet wird.

Wegen Monokultur und Pestiziden finden Bienen auf dem Land kaum noch blühende Landschaften. Die Großstadt dagegen bietet geradezu ein Eldorado an Blütenpracht. Honig aus Millionenmetropolen schmeckt auch keineswegs nach Autoabgasen und schlechter Luft. Ganz im Gegenteil: "Auf dem Land werden ja viele Pestizide eingesetzt, die sich dann eben auch im Honig wiederfinden lassen. Und das ist in der Stadt nicht der Fall. Das heißt, in einem Stadthonig sind weniger Pestizide enthalten", erklärt Katharina Schmidt vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Eine Ausnahme bildet Bio-Honig. Er zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Bienenkästen an Standorten stehen, in deren Umkreis die Bienenweide aus Pflanzen des Öko-Landbaus oder Wildpflanzen besteht.

'Bee-Rent': So produzieren Sie Ihren eigenen Honig

Ein eigenes Bienenvolk kann sich der Großstädter mittlerweile sogar ganz einfach mieten. 'Bee-Rent' heißt das Konzept. Es soll für die Bienen neuen Raum und Zukunft schaffen. Der Bienenstock wird direkt vor der Haustür oder an einem anderen Platz aufgestellt. Erfahrene Imker betreuen die Bienenvölker ganzjährig, sorgen für die Winterruhe und ernten den Honig. "Wir kümmern uns um alles. Wir kommen vorbei, pflegen sie, wir ernten den Honig. Und einmal im Jahr kriegt der Kunde dann eben seinen Honig, den seine Bienen bei ihm vor Ort gesammelt haben, in Gläsern von uns zur Verfügung gestellt", so Dieter Schimanski von ‚Bee-Rent‘. Für die Miete fallen je nach Laufzeit pro Monat 139,- bis 169,- Euro an. Den eigenen Honig gibt’s dann kostenlos.

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