Hard Seltzer: Das ist das Geheimnis hinter dem US-Trendgetränk

Two Robbers Craft Hard Seltzer
Two Robbers Craft Hard Seltzer © picture alliance, picture alliance / newscom, Grace Dickinson

Erfolg in den USA ist kein Wunder

Schon seit Jahren sind Hard Seltzer in den USA auf dem unaufhaltsamen Vormarsch. Die Crux am US-Trendgetränk ist: Es wird gebraut wie ein Bier, aber es schmeckt wie eine sehr leichte Limo. Bloß so eine Art Sprudel mit 3 bis 5 % Alkohol und ein bisschen Geschmack, sagen die einen, nicht besser als Alkopops schimpfen die anderen. Der große Erfolg in den USA ist aber auch kein Wunder: Weniger Kalorien, keine Kohlenhydrate, glutenfrei und viel leichter im Geschmack - das spricht vor allem eine sportliche, gesundheitsorientierte und figurbewusste junge Zielgruppe an.

Zwei Milliarden Euro Umsatz in 2021 prognostiziert

Für Ashton Lewis, Autor des US-Braumagazins "BrewYourOwn" ist die Sache glasklar: "Der Sommer 2019 wird als der 'Sommer des Hard Seltzer' in die Annalen der nordamerikanischen Biergeschichte eingehen!" Und das kann man guten Gewissens so sagen: Denn der Umsatz von Hard Seltzers steigerte sich 2019 alleine um 200 Prozent – bis 2021 wird sogar mit 2 Milliarden Euro Umsatz gerechnet. Der Grund des Erfolges liegt für den Bier-Experten in einer einfachen Sache: Der Konsument hat ein klares Signal Richtung Markt gegeben - er verlangt einfach nach einem leichten, süffigen alkoholischen Brauerzeugnis.

Warum wird ein Hard Seltzer gebraut und nicht gemischt?

An der Stelle könnte man fragen: Warum nicht einfach Sprudel mit Frucht-Aromen und einem hochwertigen alkoholischem Destillat mischen? Der Grund dafür, dass ein Hard Seltzer gebraut wird, liegt wie so oft im Finanziellen: Die Steuer auf Brauerzeugnissen ist in den USA weit geringer als die auf hochprozentigen Alkoholerzeugnissen. 

Zur Braugärung braucht es im Prinzip Zucker, beim Bier aus dem Malz, und Hefe. Doch so einfach ist es nicht. Denn bei der Vergärung von einfachen Industriezuckern mit normalen Bierhefen entsteht ein eher ungenießbares Ethanol-Gemisch. Daher benutzen die Brauer für Hard Seltzers bestimmte Zucker und ganz spezielle Hefen, wie sie auch von Winzern benutzt werden, um ein sauberes, genießbares Ergebnis zu erzielen.

Coca Cola will am Markt mitmischen

Mittlerweile haben auch die großen Player schon Lunte gerochen: Carlos Brito, Geschäftsführer des Bier-Imperiums Anheuser-Busch InBev, urteilte gegenüber dem US-TV-Sender CNBC: „Das ist profitabel. Es ist gekommen, um zu bleiben.“ Das hat auch Coca Cola erkannt. Der Getränkehersteller hat eine neue Marke in den USA eintragen lassen. Die Tochterfirma "EH Canning Co" ist unter den Produzenten für alkoholische Getränke gelistet. In einer Pressemitteilung vom 30.7. kündigt Coca Cola den Test von Hard Seltzers in Lateinamerika an. Ob auch bald Tests in Deutschland im Raum stehen, wollte der Softdrink-Gigant auf Anfrage von RTL nicht verraten.

Zu nah an Alkopops für den deutschen Markt?

In Europa und Deutschland wird das Thema "Hard Seltzer" schon genau beobachtet. Denn auch hierzulande sinkt der Bierumsatz. Die Zurückhaltung ist aber sehr groß, sagen Marktbeobachter. Das könnte zum einen daran liegen, dass Hard Seltzers tatsächlich hart an der Grenze zu Alkopops liegen. Und da würde die 2004 zu Jugendschutzzwecken verabschiedete Alkopopsteuer greifen. Zum anderen sind deutsche Konsumenten in Sachen Brauerzeugnisse äußerst traditionsbewusst und tun sich schwer mit allem, was außerhalb des Reinheitsgebotes steht.

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