Gute Schulkantinen: So können Schüler frisch, lecker und günstig essen

Gesundes und frisches Schulessen: So lecker kann Kantine schmecken

Rund 14 Millionen Menschen essen täglich in Großküchen – darunter viele Schüler. Dabei hat Schulkantinen-Essen keinen besonders guten Ruf. Denn immer wieder machen Großküchen Negativ-Schlagzeilen mit abgelaufener Ware, verschimmelten Produkten oder unhygienischen Zuständen. Doch es gibt auch vorbildliche Schulkantinen, die ausschließlich mit frischen, gesunden Lebensmitteln kochen - und das zu einem guten Preis.

Eine Vorzeige-Schulkantine befindet sich in Braunschweig. Fertigprodukte, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe sucht man hier vergebens. Die Mensa-Betreiber Stefan und Marion Gerhardt kommen aus einer Sterneküche und haben an der Wilhelm Bracke Gesamtschule ein regelrechtes Schul-Mensa-Paradies geschaffen. Dafür sind sie jetzt sogar ausgezeichnet worden.

Frischer Spargel, buntes Gemüse – sogar der Fisch wird von Hand filetiert: Seit das Ehepaar Gerhardt die Braunschweiger Schulkantine übernommen hat, sind Tütenprodukte und Geschmacksverstärker komplett aus der Küche verschwunden. Der Koch setzt ausschließlich auf Produkte aus der Region - so ist es am günstigsten und auch besonders gesund. Für nur 3,20 Euro am Tag bekommen die Schüler ein gesundes und vollwertiges Essen.

Abo-System und Eltern als Küchenhelfer

Ein Vorzeigemodell, das aber leider nicht überall funktionieren kann. Denn so wie an der Münsterlandschule Tilbeck, haben viele Schulen keine eigene Küche. Die würde sich für 230 Schüler auch gar nicht rechnen. Hier sind die Schüler auf einen Groß-Caterer angewiesen, der das Essen anliefert. Immerhin wird die Schule von der modernsten Bio-Großküche Deutschlands aus Herdecke beliefert. In diesem Betrieb arbeiten überwiegend Profi-Köche, die über Tarif bezahlt werden. Trotz Massenproduktion kommen keine Geschmacksverstärker aus der Tüte in den Topf. Und ein Abo-System sorgt dafür, dass der Caterer vernünftig kalkulieren kann.

Dass gutes Essen nicht immer eine Geldfrage sein muss, beweisen Schulen in dem sozial schwachen Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg. Hier haben sich drei Schulen zusammengetan, damit sich eine eigene Küche rechnet. Für 3,50 Euro pro Schulessen gelingt es hier den Köchen, jeden Tag frisch zu kochen. Die Herausforderung ist jedoch eine ganz andere: 80 Prozent der Kinder kommen nicht aus Deutschland. Gemüse, Bio, täglich eine warme Mahlzeiten – das kennen viele Kinder von zu Hause nicht. Umso schwieriger ist es, die Kinderbäuche an Vollwertkost zu gewöhnen.

Küchenchefin Solveig Bartels setzt deshalb auf ein ganz besonderes Konzept. Ihre Küchenhelfer sind fast ausschließlich Mütter der Schüler. Sie zeigt ihnen, wie gesundes Essen funktioniert und die Mütter bringen dafür Rezepte aus der ganzen Welt in die Bioküche.

Drei Schulen, drei individuelle Konzepte, ein Ergebnis: Leckeres Schulessen. Selbst wenn der Erfolg auch am Engagement Einzelner hängt: Gutes Essen in der Schule ist machbar!

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