Gut essen für wenig Geld - geht das?

Zu zweit glücklich und satt mit 1,70 Euro pro Tag

Wissen sie eigentlich, wie viel Geld sie am Tag allein für Essen ausgeben? Jack Monroe aus der Nähe von London weiß das ganz genau, denn sie lebt gemeinsam mit ihrem dreijährigen Sohn von gerade mal 1,70 Euro am Tag. Bekannt wurde die 25-jährige Arbeitslose, weil sie ihr Essen täglich auf einem Internetblog postet. Unsere Reporterin Alexandra Wahl hat Jacks Blog nicht nur genauer unter die Lupe genommen, sondern gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester getestet, ob man tatsächlich mit so wenig Geld leben kann.

Günstig Kochen: Satt mit 1,70 Euro pro Tag - geht das?
Können zwei Personen mit 1,70 Euro pro Tag satt werden? Und wie schmeckt das Billigessen? © dpa, David Ebener

Abwechslungsreich Kochen und Essen für gerade mal 1,70 Euro – pro Tag für zwei Personen? Ist das möglich und kann das tatsächlich schmecken? Jack Monroe, Internetstar in England, alleinerziehende Mutter und arbeitslos, behauptet: Das geht! Mit ihrem Billig-Koch-Blog aus der Not heraus ist sie in England berühmt geworden. Ihr Ernährungsplan für fünf Tage im Test.

Das Billig-Koch-Experiment

Schon das Einkaufen stellt uns vor eine große Herausforderung. Nur mit viel Zeit kann man die Preise vergleichen und wirklich die günstigsten Lebensmittel finden. Um die Mahlzeiten zuzubereiten benötigt man ebenfalls viel Zeit. Besonders weil auch das Brot selbst gebacken werden muss. Hat man dann einen Teenager im Haus, der früh zur Schule muss und sein Pausenbrot braucht, heißt das früh aufstehen. Und nicht nur das! Das Mittagessen muss ebenfalls früh vorgekocht werden, denn der Sprössling muss es ja mit in die Schule nehmen können. Blöd nur, wenn die Schülerin das mitgebrachte Essen dann kalt verzehren muss, weil es in Schulen keine Möglichkeiten gibt, Mahlzeiten zu erwärmen. Seltsame Gesichter der Mitschüler gibt es zum kalten Essen übrigens obendrauf.

Dafür fällt das Fazit nach fünf Tagen sehr erfreulich aus: Ein Experiment voller Überraschungen – für 1,70 Euro am Tag haben zwei Personen preiswert, durchaus abwechslungsreich und oft sogar lecker gegessen. Doch ohne genaue Planung, pedantische Einkaufsliste und viel Zeit geht das nicht. Und dass für Schulkinder eine harmlose Dose fast zum sozialen Problem werden kann, überrascht am meisten.

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