Gourmet-Öle im Test: Elf von 25 der teuren Öle sind mangelhaft

Sind teure Öle ihr Geld wert?

Oliven- und Sonnenblumenöl waren gestern. Immer mehr Hobbyköche greifen zu sogenannten Gourmet-Ölen. Dazu zählen beispielsweise Lein-, Walnuss- oder Sesamöl. Die Öle kosten mit bis zu 112 Euro pro Liter ein kleines Vermögen. Lein- und Walnussöle beispielsweise zeichnen sich durch einen besonders hohen Gehalt der gesunden Alpha-Linolensäure aus. Zudem werben die Gourmetöle mit ‚hervorragendem‘ oder ‚unvergleichlichem‘ Aroma. Ob die teuren Pflanzenöle ihr Geld wert sind, hat ‚Stiftung Warentest‘ untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Tester fanden viele Schadstoffe, die teils krebserregend sind.

Untersucht wurden insgesamt 25 Gourmetöle: Fünf Arganöle, sechs Leinöle, fünf Sesamöle, drei Traubenkern- und sechs Walnussöle. Darunter waren insgesamt 16 Bioprodukte. Die Preise der Öle lagen dabei zwischen 9,15 und 112 Euro pro Liter. Getestet wurden die Öle auf ihre sensorischen Merkmale wie Geruch, Geschmack, Farbe und Mundgefühl hin. Diese flossen zu 45 Prozent in die Gesamtnote ein. Zudem wurden die Öle auf ihren Gehalt an Schadstoffen wie polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK), Weichmacher, Arsen, Blei und Nickel hin untersucht. Diese Bewertung floss zu 20 Prozent in die Gesamtnote mit ein. Getestet wurden außerdem die chemische Qualität und die Deklaration, die zu je 15 Prozent in die Gesamtbewertung einflossen. Zudem prüften die Tester die Verpackung der Öle, indem sie beispielsweise deren Dichte, die Dosierbarkeit des Öls und den Lichtschutz bestimmten.

Elf von 25 Gourmet-Ölen sind mangelhaft

Das Ergebnis: Von den 25 getesteten Gourmet-Ölen sind elf mit der Note ‚Mangelhaft‘ durchgefallen. Dabei war auch das mit 112 Euro pro Liter teuerste Öl: das Arganöl ‚Argand’Or‘. In einigen Ölen wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe nachgewiesen, die als krebserregend gelten. Andere enthielten Weichmacher, Lösungsmittel, Transfettsäuren oder fielen durch ein käsiges Aroma negativ auf. Zwei davon sind nicht verkehrsfähig. Am schlechtesten abgeschnitten haben das Traubenkernöl ‚Mildes Öl‘ von ‚International Collection‘ sowie die Bio-Leinöle von ‚Kunella Feinkost‘ und ‚Neuco Linosan‘. Sie alle erhielten das Test-Urteil ‚mangelhaft‘ (5,5). Zu den Testsiegern mit der Note ‚Gut‘ zählen die Bio-Sesamöle von ‚Alnatura‘ (1,6) und ‚Rapunzel‘ (1,9) sowie das Bio-Walnussöl von ‚Rapunzel‘ (2,0).

Auch wenn viele Gourmetöle im Test enttäuscht haben: Die guten Lein-, Walnuss- oder Traubenkernöle überzeugen durch ihren speziellen, nussigen und aromatischen Geschmack. Die kaltgepressten Gourmetöle eignen sich vor allem für die Zubereitung von Salatsaucen und Dips. Zum Braten hingegen eignen sich eher Rapsöl und Olivenöl.

(Quelle: Stiftung Warentest, 09/2015)

Empfehlung

Rezept der Woche

Risotto Milanese - Originale

Risotto Milanese - Originale

Benutzerbild von Traditionalist
Rezept von Traditionalist
vom 03.10.2022
20 Min
mittel-schwer
günstig
(7)