Radler im Öko-Test: 18 Biermischgetränke schneiden „gut“ ab

Junger Man trinkt sein Radler in der Abendsonne
Ein Radler im Sonnenschein - gerade im Sommer ist das Biermixgetränk beliebt. © imago/Westend61, Florian Küttler, imago stock&people

Radler - die natürliche Sommererfrischung?

Sommer, Sonne, Radler! Gerade jetzt, wenn man in der warmen Jahreszeit draußen unterwegs ist, darf gerne ein Schuss Zitronenlimo ins Bier. Erst seit 1993 gibt es Radler fertig gemischt in Flaschen, vorher durfte das beliebte Biermixgetränk ausschließlich frisch von Wirten zubereitet werden. Besonders im Trend sind gerade die sogenannten Naturradler. Doch halten sie auch, was sie versprechen? Öko-Test hat 50 Radler getestet und dabei darauf geachtet, wie viel Natur wirklich drin steckt.

Zuviel Zucker – deswegen ist kein Radler „sehr gut“

Flaschen mit Bio-Bier auf einem Förderband
Bier gemischt mit Limonade - eine Flasche Radler enthält dabei keine unwesentliche Menge an Zucker © deutsche presse agentur

Es könnte die perfekte Sommererfrischung für Erwachsene sein – nicht so süß wie eine Limo und nicht ganz so herb wie ein Bier. Doch leider bezeichnet Öko-Test das Radler nicht ohne Grund als Zuckerdrink. Denn in einer 0,5-Liter-Flasche Radler ist oft schon mehr Zucker enthalten, als für einen Erwachsenen pro Tag empfohlen wird. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Öko-Test-Redakteure kein Radler besser als „gut“ bewertet haben. 

Die Verwendung von künstlichen Süßstoffen führte dabei ebenso zu Punktabzug. Lag der Zuckergehalt bei über 5 Gramm pro Milliliter, haben die Tester keine bessere Bewertung als „befriedigend“ vergeben.

18 „gute“ Radler mit kleinen Mängeln

18 von 50 Radler schnitten im Test „gut“ ab – darunter das besonders in Großstädten populär gewordene „Gösser NaturRadler“ aus Österreich, das „Allgäuer Büble Radler naturtrüb“ oder bekannte Marken wie das „Bitburger Radler“ oder das „Krombacher Radler“

Abzüge in der Bewertung gab es hier vor allem, weil bei der Deklaration der Inhaltsstoffe oder der Nährwerte keine oder unzureichende Angaben gemacht worden sind. Keine Angaben zu machen ist übrigens erlaubt, wenn Getränke einen Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent haben. Sonderlich transparent ist das allerdings nicht. Wie immer bewertet das Magazin außerdem Produkte in Mehrwegflaschen besser als solche in Einwegflaschen oder Dosen.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis sticht das ebenfalls als „gut“ bewertete „Oettinger Radler“ hervor - für 55 Cent für den halben Liter bekommt der Kunde ein qualitativ einwandfreies Biermixgetränk, das bis auf den grundsätzlichen Zuckergehalt keine Mängel im Test vorzuweisen hatte.

Radler: Natürlich Natur - oder etwa nicht?

Ein Paar genießt ein gemeinsames Bier in der Sonne in einem Biergarten
Sehr erfrischend! Auf Rad- oder Wandertouren trinkt man sein Bier gerne mit einem Schuss Limonade. © deutsche presse agentur

„Naturtrüb“, „Naturradler“ oder „100% natürlich“ - so werden gerade viele Radler beworben. Der Begriff „Natur“ verspricht ein besonders gesundes, reines und ursprüngliches Geschmackserlebnis, doch es ist im Gegensatz zum Begriff „Bio“ kein geschützter Begriff und kann so ganz frei verwendet werden, um ein Produkt zu bewerben. Deswegen gab es von Öko-Test Punktabzüge, wenn trotz des Natur-Versprechens Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Antioxidations- oder Konservierungsmittel mit im Spiel sind. Naturtrübe Saftbestandteile oder unfiltriertes Bier sind im Trend und der Verzicht auf künstliche Aromen und Zusatzstoffe insgesamt eine gute Sache.

Öko-Test hat außerdem vier Bio-Radler getestet – etwa das „Lammsbräu Radler“ oder das „Strandräuber Natur Radler Zitrone“ von der Störtebeker Braumanufaktur. Diese wurden zwischen „gut“ und „befriedigend“ bewertet.

Fünf Radler weisen Glyphosat-Spuren auf

Bei den Tests im Labor wurde bei fünf Radlern Spuren von Glyphosat gefunden. Das ist immerhin deutlich seltener als im großen Pils-Test vom vergangenen Jahr. Das „Perlenbacher Radler“ von Lidl, das „Berliner Radler naturtrüb“ oder das „Tyskie Radler“ wiesen Spuren des umstrittenen Pestizids auf. Auch deswegen war keine bessere Bewertung als „ausreichend“ drin. Insgesamt wurden 12 Radler als „ausreichend“ bewertet. 

Als „mangelhaft oder „ungenügend“ wurde keines der 50 Biermixgetränke gesehen, denn auch wenn Radler wie so vieles im Leben Geschmackssache ist, lagen alle Radler laut Öko-Test geschmacklich „im grünen Bereich“, besonders wenn Süße und Säure richtig miteinander harmonieren.

Sämtliche Ergebnisse des Radler-Vergleichs finden Sie auf der Website von Öko-Test.

Ein Radler ist ein spritziges Vergnügen – aber nicht kalorienarm

Das Mischverhältnis eines Radlers beträgt normalerweise 50 Prozent Bier und 50 Prozent Limo. Das kann variieren, denn eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht. Doch aufgepasst: Ein Radler hat ähnlich viele Kalorien wie eine Flasche Limo – etwa 225 Kalorien stecken in einer 0,5-Liter-Flasche. Daher ist es gut, dass die Branche Besserung gelobt und die Nährwerte, Kalorien und Inhaltsstoffe in Zukunft transparenter deklarieren möchte. 

Trotz des geringen Alkoholgehalts zwischen 2,0 bis 3,0 Prozent gilt also auch beim Genuss des spritzigen Biermischgetränks: Die Menge macht’s!

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