Espresso im Öko-Test: Welche Kaffeebohnen sind die besten?

Kaffee mit gerösteten Kaffeebohnen
Öko-Test hat Espressobohnen geprüft. © iStockphoto

Kaffee ist ein Lifestyle-Getränk

Egal ob morgens zum Wachwerden, zwischendrin oder nach einem guten Essen - ein Espresso geht immer. Satte 164 Liter Kaffee und Espresso werden in Deutschland im Schnitt pro Kopf im Jahr getrunken. Kaffee ist längst nicht mehr nur Wachmacher, sondern Lifestyle, der in diversen Variationen genossen wird. Da sollte dann auch ein gutes Produkt in die Tasse. Öko-Test hat für das September-Heft 2019 Espresso geprüft - und kann fünf Sorten empfehlen.  

Kaffee oder Espresso? Das entscheidet die Röstdauer!

Der Rohstoff eines Kaffees ist dabei immer derselbe: die Kaffeebohne. Ob die als Kaffee oder eben Espresso über die Ladentheke geht, unterscheidet lediglich die Röstdauer. Die Kaffeebohne wird weniger lang geröstet als die Espressobohne, die am Ende dunkler ist.

Mit dem Boom von Kaffeevollautomaten und Siebträgermaschinen werden auch immer mehr Heißgetränke auf Espressobohnenbasis zu Hause gebrüht - neben dem klassischen Espresso etwa auch Cappuccino oder Latte Macchiato.

Öko-Test hat das einmal zum Anlass genommen und geschaut, was so in die Maschine kommt. Dazu wurden 22 Espressoröstungen aus ganzen Bohnen unter die Lupe genommen.

Ein Espresso schmeckt bitter, brandig und streng

Das Ergebnis: Nur fünf sind "sehr gut" oder "gut". Und die sind allesamt bio. Immerhin schmecken fast alle - bis auf den einer großen Kaffee-Kette. Der "Starbucks Espresso Dark Roast" schmeckte den Testern deutlich bitter, brandig und streng. Auch seine Crema war den Prüfern zu dünn. Testergebnis Sensorik: "mangelhaft".

Vom Geschmack abgesehen: Alle Kaffeebohnen im Test enthalten mindestens Spuren an krebsverdächtigem und erbgutschädigenden Acrylamid. Der Stoff entsteht bei der starken Erhitzung stärkehaltiger Lebensmittel und findet sich besonders in Backwaren, Kaffee und Kartoffelprodukten.

Im Test wurde er in den meisten Produkten aber nur in sehr geringen Mengen nachgewiesen. In acht Espressi waren die Gehalte allerdings so hoch, dass sie mehr als die Hälfte des EU-Richtwerts für Acrylamid ausschöpfen. Dies führte zu einer Abwertung.  

Bio und Fairtrade schneiden am besten ab

Eine Mitarbeiterin der Berliner Kaffeerösterei zeigt am Freitag (26.09.2008) in Berlin geröstete Kaffeebohnen einer nicht identifizierten Sorte. Seit dem 26. September bietet die Rösterei auch Kaffee der Sorte "Kopi-Luwak" an. Die seltene Arabica-Kaf
Bio- und Fairtrade-Bohnen schneiden im Öko-Test am besten ab. © picture-alliance/ dpa, Klaus-Dietmar Gabbert

Was die Transparenz und die Produktionsbedingungen in den Anbauländern betrifft, überzeugen nur zwei Bio-Kaffees im Test umfassend. Beide Anbieter haben die gesamte Lieferkette bis zu den Kaffeebauern hin offengelegt. Auch belegen sie durch unabhängige Zertifikate, dass für den gesamten Kaffee der Fair­trade-Mindestpreis gezahlt wurde, eine Vorfinanzierung möglich war, die sozialen Mindeststandards eingehalten wurden und hochgiftige Pestizide auf den Farmen verboten waren.

Fazit: Wer seinen Espresso guten Gewissens genießen will, fährt mit der Kombination aus Bio und Fairtrade am besten.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Testsieger: 

"Gepa Bio Espresso Ankole, ganze Bohne, Fair, Naturland" für 21,99 Euro das Kilo ("sehr gut").

"Gut" bewertet: 

"Café Intención Ecológico Espresso, Fairtrade" (16,99 Euro)  

"Dennree Kräftig-aromatischer Espresso ganze Bohne" (9,99 Euro)

 "Mount Hagen Espresso ganze Bohne, Fairtrade, Naturland" (21,16 Euro)

 "Rapunzel Gusto Espresso ganze Bohne, Hand in Hand" (17,96 Euro).

Vier Espresso-Sorten sind "mangelhaft"

Insgesamt viermal gab es ein "mangelhaft" in der Gesamtbewertung. Allesamt Produkte von bekannten Herstellern: 

"Käfer Caffè Espresso Forte" 

"Lavazza Espresso Cremoso"

 "Mövenpick Espresso"

 "Segafredo Zanetti Intermezzo".

Allen wurde ein erhöhtes Acrylamidvorkommen und eine ungenügende Bewertung bei Kaffeeproduktion und Transparenz attestiert.


Sämtliche Testergebnisse können Sie bei Öko-Test nachlesen.

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