Ernährungsreport 2017: Wie und was isst Deutschland?

Die Deutschen mögen es schnell und einfach, wenn es ums Essen geht. Das ist eines der Ergebnisse des Ernährungsreports 2017, den Bundesernährungsminister Christian Schmidt aktuell vorgestellt hat. Demnach werden Tiefkühlkost und Fertiggerichte immer beliebter. Doch vor allem soll das Essen schmecken und gesund sein.

Die Kochlust hat abgenommen

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für den Ernährungsreport im Auftrag des Ministeriums rund 1.000 Bürger ab 14 Jahren etwa zu Tierhaltungs-Siegeln und zur Lust am Kochen. Im Vergleich zum letzten Jahr fällt eine Veränderung besonders auf: Über die Hälfte der Bundesbürger will, dass es in der Küche zackig geht. Bei den 19- bis 29-Jährigen sind es sogar 72 Prozent. Schnell und einfach kochen wollen dabei weit mehr Frauen (63 Prozent) als Männer (46 Prozent).

Und nicht nur schneller soll es beim Kochen gehen. Es wird auch immer seltener gekocht. Täglich stehen am Herd nur noch 39 Prozent - zwei Prozent weniger als letztes Jahr. Vielleicht ändert sich das aber in den nächsten Jahren. Denn vor allem die 14- bis 18-Jährigen gaben an, gerne zu kochen.

Doch auch wenn es beim Kochen schnell gehen soll, ist den Deutschen das Thema Tierwohl und Umweltschutz ebenfalls sehr wichtig. So wünschen sich 87 Prozent der Menschen eine bessere Tierhaltung. Etwa genauso viele wären auch bereit, für solche Lebensmittel einen höheren Preis zu zahlen. Auch mit den Lebensmitteln gehen die meisten umsichtig um: Nur jeder Zwanzigste wirft ein abgelaufenes Produkt sofort weg. Drei Viertel prüfen, ob es nicht doch noch genießbar ist. 

Und was genau essen wir am liebsten? Die Lieblingsgerichte der Deutschen sind Fleisch, gefolgt von Nudel- und Pastavariationen und Gemüse. Auf Platz vier liegen Fischgerichte, dann folgen Suppen und erst dann die Kartoffeln. Pizza und Geflügel liegen mit jeweils 13 Prozent gleichauf auf Platz 7 unserer Lieblingsessen.


Mittags Kantine? Nein - Brotbox!

Und was essen wir in der Mittagspause? Über die Hälfte der Arbeitstätigen, Schüler und Studenten setzt dabei ganz klassisch auf die Brotbox. In der Kantine stärkt sich nur jeder Fünfte, 15 von 100 Befragten holen sich ihr Mittagessen beim Bäcker oder am Imbiss. Im Restaurant speist nur jeder Zwanzigste. Durchschnittlich geben die, die außer Haus essen, 6,20 Euro pro Mittagessen aus. Schüler zahlen für ihr Mittagessen sogar 7,80 Euro.

Und damit sie auch genau wissen, welches Essen gut für sie ist, wünschen sich rund neun von zehn die Befragten mehr Ernährungsbildung in Kitas und Schulen. Genausoviele würden außerdem verbindliche Qualitätsstandards für das Essen in Kitas und Schulen begrüßen. Denn auch wenn es schnell und einfach gehen soll - das Essen soll vor allem gesund sein und schmecken. Darin sind sich fast alle Befragten einig.

Weitere Informationen zu Themen rund um Ernährung, Kochen und Backen gibt es in unserem Videoplayer:

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