Backofen ausgeschaltet lassen und trotzdem Kuchen genießen

Energiesparen beim Raw Baking - drei leckere Kuchenrezepte ganz ohne Backen

Blaubeer-Cheesecake ohne Backen
Blaubeertorte ohne Backen © riva Verlag, Bianca Zapatka

von Mireilla Zirpins

Einmal Kuchen backen: 40 Cent, Fertigpizza erwärmen: 17 Cent. So berechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Stromkosten. Tendenz steigend. Und das nur fürs Backen – die Zutaten kommen natürlich noch obendrauf. Da überlegt man sich zweimal, ob man den Backofen anwirft. Wir haben ein paar tolle Rezepte für Sie, bei denen Sie ganz ohne Backen oder mit ganz niedrigen Temperaturen auskommen und die trotzdem super lecker schmecken. Und gar nicht nach Sparvariante aussehen.

Strom sparen beim Backen: So geht’s!

Raw Food liegt im Trend – und die Vorteile liegen auf der Hand: Die Zutaten werden nicht oder nur leicht erwärmt und behalten so die volle Kraft ihrer Vitamine, Enzyme und Spurenelemente. Dazu werden oft hochwertige Produkte verwendet. Oft sind die Raw Cakes oder No Bake Cakes vegan und glutenfrei, verzichten auf Eier, Kuhmilch oder raffinierten Zucker. Stattdessen gibt’s Teig aus zerkleinerten Nüssen, Trockenfrüchte und Kokosfett – obendrauf Cremes und Toppings aus Obst, Mandel- oder Nussmus, Soja- oder Haferdrink, Kakao und alternativen, aber natürlichen Süßungsmitteln. Insgesamt also eine gesunde Nummer.

Und gleichzeitig sparen Sie Energie, wenn Sie den Kuchen nicht eine Stunde lang im Ofen backen. Hier ein paar generelle Spar-Tipps fürs Backen:

  • Backofen auf Umluft betreiben – das spart etwa 20 % gegenüber Ober-/Unterhitze
  • Kurz bis gar nicht vorheizen und die Tür möglichst geschlossen halten – nur empfindliche Speisen wir Soufflé oder Biskuitteig kommen direkt in die Hitze
  • Backofen schon einige Minuten vor Ende der Backzeit ausschalten und die Restwärme nutzen
  • Backofentür nach dem Backen auflassen – das macht’s muckelig warm in der Küche
  • Brötchen statt im Backofen besser auf dem Toaster aufbacken – spart 70 % Strom
  • Fürs Aufwärmen von Gerichten ist die Mikrowelle die sparsame Alternative.
  • Wenn Sie Zutaten kochen oder blanchieren: Die Flüssigkeit immer mit Deckel auf dem Topf erwärmen – das spart bis zu 50 % Energie

Drei leckere Kuchen ohne Backen

Hier haben wir ein paar coole Rezepte für Sie, bei denen sie maximal ein warmes Wasserbad brauchen und der Ofen aus bleibt:

Cherry Cherry Lady - Kirschtorte wie im Schwarzwald

Cherry Cherry Lady - die Torte war nie im Backofen
Cherry Cherry Lady heißt diese Torte ohne Backen © Kampenwand Verlag, Petra und Vivien Belschner

Boden:

  • 1 Tasse Pekannüsse
  • 1 ½ Tasse entsteinte Datteln
  • 1 TL Kakaopulver
  • ½ TL Bourbon Vanille Paste
  • 1 Prise Fleur de Sel

Cremefüllung:

  • 1 ¾ Tasse Cashewkerne – 3-4 Stunden vorher in Wasser eingeweicht
  • ½ Tasse Kokosnussmilch
  • ¼ Tasse Kokosnussöl geschmolzen – bei 42 °C im Wasserbad
  • ¼ Tasse Agavendicksaft (oder flüssige Süße nach Wahl)
  • 300 g frische Kirschen entsteint (eine Handvoll davon für die Dekoration zur Seite stellen)

Zubereitung:

  1. Für den Boden die Pekannüsse in der Küchenmaschine fein mahlen, anschließend die restlichen Zutaten der Reihe nach beigeben, bis ein homogener Teig entsteht. Zwei gleich große Tortenformen mit Frischhaltefolie auslegen, den Teig halbieren und in jeweils eine Form drücken, in den Kühlschrank stellen.
  2. Für die Creme alle Zutaten bis auf das Kokosöl im Standmixer zu einer geschmeidigen Creme mixen. Am Ende das Kokosöl auf höchster Stufe einlaufen lassen. Die Crememenge teilen und eine Hälfte zur Seite stellen.
  3. Einen Boden aus dem Kühlschrank holen und mit 150 g frischen Kirschen belegen. Eine Cremehälfte gleichmäßig darauf verteilen und zum Festwerden in den Gefrierschrank stellen. Wenn die Masse fest ist, den vorbereiteten, zweiten Boden auf die Torte geben, die restlichen Kirschen auflegen und die verbliebene Creme darauf verteilen. Im Kühlschrank fest werden lassen.
  4. Die Torte am nächsten Tag behutsam aus der Form lösen, mit Kirschen und Schokoladeraspeln dekorieren.

Das Rezept stammt aus dem Backbuch „Vegan backen - süße, verwöhnende Rohkost-Leckereien“* von Vivien und Petra Belschner.

Mohnküchlein mit Zitronen-Frosting (für 12 Stück)

Mohnküchlein mit Zitronenfrosting - die waren nie im Backofen!
Mohnküchlein mit Zitronenfrosting - die waren nie im Backofen! © Gräfe und Unzer, Wolfgang Schardt, Roland Geiselmann

Zubereiten: ca. 25 Min. Einweichen: mind. 4 Std. Kühlen: mind. 20 Std. Tiefkühlen: mind. 6 Std.

Für das Frosting:

  • 200 g Cashewnüsse
  • 125 g Kokosöl
  • 2 Zitronen (davon 1 Bio-Zitrone)
  • 150 g Agavendicksaft
  • Salz

Für die Cupcakes:

  • 100 g Kokosöl
  • 4 Äpfel (ca. 800 g) 125 g
  • Agavendicksft
  • Saft von 1 Zitrone
  • 40 g gemahlene Mohnsamen
  • 1 Msp. Vanillepulver
  • Salz
  • 250 g Kokosmehl

Außerdem:

  • Mohnsamen zum Bestreuen
  • 12 Heidelbeeren (Blaubeeren) zum Garnieren
  • Einwegspritzbeutel mit Sterntülle
  • 12 Silikon-Muffinförmchen (6 cm Ø)
  • 12 Papier-Muffinförmchen

Zubereitung:

  1. Für das Frosting die Cashewnüsse in einer Schüssel mit Wassser bedeckt mindestens 4 Std. einweichen. Danach in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen.
  2. Das Kokosöl in einem warmen Wasserbad schmelzen lassen. Die Bio-Zitrone heiß waschen, trocken tupfen und die Schale abreiben. Den Saft von beiden Zitronen auspressen. Die Cashewnüsse mit dem Agavendicksaft, 1 Prise Salz, Zitronenschale und -saft im Blender fein mixen. Das Kokosöl unter ständigem Mixen langsam einfließen lassen. Das Zitronen-Frosting in einen Einwegspritzbeutel füllen und im Kühlschrank mindestens 20 Std. fest werden lassen.
  3. Für die Cupcakes das Kokosöl in einem warmen Wasserbad schmelzen lassen. Die Äpfel waschen, vierteln und die Kerngehäuse entfernen, die Viertel in grobe Würfel schneiden. Die Äpfel, den Agavendicksaft, Zitronensaft, Mohn, das Vanillepulver und 1 Prise Salz im Blender fein mixen. Das Kokosöl unter ständigem Mixen langsam einfließen lassen. Die Masse mit dem Kokosmehl in einer Schüssel verkneten. Dann in die Silikonförmchen drücken und im Tiefühlgerät mindestens 6 Std. fest werden lassen.
  4. Die Cupcakes aus den Silikonförmchen drücken, in Papierförmchen setzen und etwa 1 Std. auftauen lassen. Das Frosting auf die Cupcakes spritzen. Jeden Cupcake mit etwas Mohn bestreuen und mit 1 Blaubeere garnieren. Im Kühlschrank sind die Cupcakes etwa 4 Tage haltbar

Das Rezept stammt aus dem Buch „Simply Raw Bakery“* von Gabriele Danek

Blaubeertorte

Blaubeer-Käsekuchen ohne Backen
Blaubeer-Käsekuchen ohne Backen © riva Verlag, Bianca Zapatka

Vorbereitungszeit: 20 Min. Zubereitungszeit: 15 Min. Kühlzeit: mind. 2 Std. (oder über Nacht)

Keksboden:

  • 16 Oreo-Kekse (180 g)
  • 50 g vegane Butter (geschmolzen)

Füllung:

  • 400 g frische oder TK-Blaubeeren
  • 1–2 EL Zitronensaft
  • 150 g Zucker (oder nach Geschmack)
  • 500 g veganer Frischkäse
  • 160ml Pflanzensahne oder Kokoscreme
  • 1TL Vanilleextrakt
  • 2TL Agar-Agar (100 %; ausreichend für 1 l Flüssigkeit)
  • 80ml kaltes Wasser oder Pflanzenmilch

Topping:

  • 200 g frische oder TK-Blaubeeren
  • ½TL Agar-Agar (100 %; ausreichend für 250ml Flüssigkeit)
  • 1 EL Zucker (oder nach Geschmack)
  • Blaubeeren und Brombeeren
  • Kokosraspeln

Zubereitung:

  1. Den Boden einer Springform (Ø 20 cm) mit Backpapier auslegen.
  2. Die Kekse in einer Küchenmaschine oder einem Mixer zu feinen Krümeln mahlen (alternativ: Kekse in Gefrierbeutel geben und mit Nudelholz darüberrollen). Die vegane Butter hinzugeben und alles gut vermischen.
  3. Die Mischung in die vorbereitete Springform geben und fest an den Boden der Form drücken. Wer mag, kann jetzt Tortenrandfolie um den Rand legen, damit man den Kuchen später besser von der Form lösen kann. Dann die Form in den Kühlschrank stellen, während die Füllung zubereitet wird
  4. Blaubeeren, Zitronensaft und Zucker in einem Kochtopf zum Kochen bringen. 5 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren weich sind und die Mischung eingedickt ist (sie sollte dann um ca. 1 /3 reduziert sein). Anschließend in einen Mixer geben oder mit einem Pürierstab glatt pürieren. Beiseitestellen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
  5. Den veganen Frischkäse in einer Rührschüssel mit einem elektrischen Handrührgerät glatt und cremig mixen. Pflanzensahne und Vanilleextrakt hinzufügen und weitermixen, bis sich leichte, fluffige Spitzen bilden. Beiseitestellen.
  6. In einem kleinen Topf das Agar-Agar in das Wasser rühren. Sobald es sich vollständig aufgelöst hat, die Mischung zum Kochen bringen und ca. 1–2 Minuten oder nach Packungsanweisung unter ständigem Rühren köcheln lassen.
  7. Anschließend vom Herd nehmen und das Blaubeerpüree schnell mit dem Schneebesen einrühren, bis alles soeben vermischt ist. Dann sofort unter die Frischkäsemischung heben. Die Füllung auf den gekühlten Keksboden geben, gleichmäßig glatt streichen und für mindestens 2 Stunden oder am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen, bis der Käsekuchen vollständig fest geworden ist
  8. Die Blaubeeren in einem Mixer oder mit einem Pürierstab pürieren oder einfach mit einer Gabel zerdrücken, wenn die Beeren weich genug sind. Dann in einen Topf geben.
  9. Nun das Agar-Agar und den Zucker dazugeben und verrühren, bis es sich komplett aufgelöst hat (darauf achten, dass die Mischung kalt ist). Dann die Mischung zum Kochen bringen und ca. 1–2 Minuten oder nach Packungsanweisung unter ständigem Rühren köcheln lassen.
  10. Die Soße über den gekühlten Käsekuchen gießen und nach Belieben mit Blaubeeren, Brombeeren und Kokosraspeln garnieren. In Stücke schneiden und genießen!

Das Rezept stammt aus dem Backbuch „Vegan Cakeporn“* von Bianca Zapatka.

Kleine Warenkunde fürs Raw Baking: Was mach ich noch mit Chiasamen oder Nussmus?

Tipp: Manchmal werden teurere Spezialzutaten eingesetzt in den Rezepten. Die können Sie zum Teil aber auch durch günstigere Alternativen ersetzen – und wer keinen veganen Joghurt oder keine vegane Margarine mag, verwendet einfach doch das Pendant aus Kuhmilch. Und bei manchen Produkten lohnt sich die Investition, etwa bei Quell- und Bindemitteln wie Agar Ager, Flohsamenschalen oder Chiasamen, denn man benötigt meist nur eine kleine Menge und die Packungen reichen gefühlt ewig.

Lesetipp: Glutenfrei Backen – so gelingt’s

Und man kann sie für andere leckere Snacks und Gerichte verwenden – Bowls oder Over-Night-Oats mit Chiasamen aufpeppen, Pudding mit Agar Agar oder Chiasamen binden beziehungsweise Flohsamenschalen als Bindemittel für glutenfreie Backwaren einsetzen. Und Mandel oder Nussmus schmeckt auch super lecker als Brotaufstrich.

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