Diese Lebensmittel können bei erneutem Aufwärmen giftig werden

Essen in der Mikrowelle
Essen in der Mikrowelle aufwärmen? So einfach - und unter Umständen giftig! © iStockphoto

Gifte können zu Magen-Darm-Problemen führen

Wenn vom Abendessen etwas übrig bleibt, wandert es meist in den Kühlschrank. Kann man ja schließlich am nächsten oder übernächsten Tag immer noch essen, oder? Ja, es ist aber Vorsicht geboten, insbesondere bei ein paar Lebensmitteln. Denn nicht alle eignen sich zum erneuten Aufwärmen im Kochtopf oder in der Mikrowelle, weil dadurch gewisse Giftstoffe freigesetzt werden können, die zu Magen-Darm-Problemen führen oder sogar krebserregend sein können. Wir erklären, bei welchen Lebensmitteln Sie vorsichtig sein sollten und wie sie richtig gelagert und erhitzt werden.

Hier können Sie nachlesen, welche Lebensmittel sich nicht einfrieren lassen. 

Spinat

Spinat enthält von Natur aus viel Nitrat, bei erhöhter Temperatur kann es sich in giftiges Nitrit umwandeln. Kombiniert mit bestimmten Eiweißabbauprodukten können krebserregende Nitrosamine entstehen, außerdem kann zu viel Nitrit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Deshalb gilt:

  • Verzehren Sie gekochten Spinat nach zwei bis drei Tagen - auch, wenn er im Kühlschrank aufbewahrt wurde. Auch gekühlt kann sich bei längerer Lagerung Nitrit bilden.
  • Wärmen Sie Spinat nur ein zweites Mal auf, wenn Sie die Reste vorher schnellstmöglich abgekühlt haben, da Kälte die Nitritbildung eindämmt.
  • Wenn Sie Spinat erhitzen, sollten Sie dies in einem Topf für mindestens zwei Minuten bei über 70 Grad Celsius tun.

Zwiebeln, Sellerie und Rote Beete

Für diese Gemüsesorten gilt wegen möglicher Nitratbildung das Gleiche wie bei Spinat. Werden Zwiebeln, Sellerie und Rote Beete erwärmt, können Gifte freigesetzt werden und krebserregende Stoffe entstehen.

Pilze

Wenn Sie Pilze über längere Zeit bei Raumtemperatur lagern, wird das Aufwärmen gefährlich. Durch den hohen Gehalt an Wasser und Proteinen können sich bei Pilzen gefährliche Giftstoffe bilden, die zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Lagern Sie Pilze nicht länger als einen Tag im Kühlschrank.
  • Kühlen Sie Pilzgerichte nach dem Kochen, Braten oder Backen schnell ab.
  • Wärmen Sie Pilzgerichte nur einmal bei mindestens 70 Grad wieder auf! Anschließend sollten Sie Pilze auf keinen Fall ein weiteres Mal erwärmen.

Reis und Kartoffeln

Wenn Sie Reis und Kartoffeln erst einige Stunden nach Zubereitung in den Kühlschrank stellen, können sich Bakterien bilden, die zu Verdauungsproblemen und im schlimmsten Fall zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. 

Das können Sie folgendermaßen vermeiden:

  • Zubereitete Kartoffeln und Reis nach der Zubereitung schnellstmöglich in den Kühlschrank stellen.
  • Nicht in der Mikrowelle, sondern im Topf aufwärmen.
  • Erhitzen Sie Reis und Kartoffeln - ebenso wie andere Lebensmittel - gleichmäßig und vollständig bei mindestens 70 Grad.

Hähnchen

Bei Hähnchen gibt es zwei Risikofaktoren. Zum einen verändert sich durch das Erwärmen von zubereitetem, kaltem Hähnchen die Proteinstruktur im Geflügel, wodurch Verdauungsprobleme auftreten können. Zum anderen vermehren sich Salmonellen, wenn gekochtes Hähnchen gelagert wird. Wärmen Sie das Fleisch auf, können die Salmonellen erhalten bleiben und im schlimmsten Falle für eine Salmonellenvergiftung sorgen.

  • Wärmen Sie Hähnchen nicht in der Mikrowelle auf.
  • Erhitzen Sie das Geflügel so, wie es ursprünglich zubereitet wurde - je nachdem also in Pfanne oder Ofen. Dabei sollte es so lange aufgewärmt werden, dass es vollständig und gleichmäßig heiß ist.

Eier

Wie bei Hähnchen können sich auch bei Eiern durch das Aufwärmen die Proteinstrukturen verändern und zu Magen-Darm-Beschweren führen. Durch eine Lagerung bei Raumtemperatur können sich Salmonellen vermehren. 

Folgen Sie deshalb folgenden Regeln:

  • Lagern Sie Eier nicht bei Raumtemperatur, sondern gekühlt.
  • Erhitzen Sie Speisen mit Ei bei mindestens 70 Grad.

Mindesthaltbarkeitsdatum wird oft falsch interpretiert

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen. Eine gigantische Menge – und viele davon sind Produkte, die noch einwandfrei und völlig genießbar sind. Oft liegt das auch am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), das von vielen falsch interpretiert wird. Wir erklären, wie lange welche Lebensmittel genießbar sind - auch, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten ist.

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