Die Zeit ist reif: Ran an die Kirschen!

Kirschen, Süßkirschen, Sauerkirschen
Rund um die Kirsche © dpa, Ralf Hirschberger

Kirschen, ein sommerleichter Snack

Kirschen sind nicht nur lecker, sondern auch gut für Schlaf, Sport und Spiel. Wir erklären, was sie können und wo sie herkommen.

Die Kirsche ist eine Steinfrucht und zählt zu der Familie der Rosengewächse. Das ist der Grund für ihre anmutend zarten Blüten. Die Herkunft des Kirschbaums ist das nordöstliche Asien. Sie ist allerdings nicht ganz genau bestimmbar, da die Kirsche bereits sehr früh verbreitet wurde: Schon die Steinzeitmenschen kannten die Frucht, wie archäologische Funde von versteinerten Kirschkernen belegen. Angeblich brachte der römische Feldherr Lucullus im Jahre 64 v. Chr. die gezüchtete Süßkirsche aus der Stadt Giresun in Kleinasien, der heutigen Türkei, nach Rom. Von dort aus wurde sie von römischen Legionären um 50 n. Chr. über die Alpen und nach Mittel- und Nordeuropa verbreitet.

Heute stammt 80 Prozent der Kirschernte aus Europa und es gibt bis zu 500 verschiedene Sorten: die in Süßkirschen, Sauerkirschen und Wildkirschen unterteilt werden. Die Glaskirsche ist eine Kreuzung aus Süß- und Sauerkirsche und hat ihren Namen von ihrem glasigen Fruchtfleisch. 

Das Fruchtfleisch der Süß- bzw. Sauerkirschen ist gelb, rot und braun bis hin zu fast schwarz. Hat man die Kirsche einmal geerntet, reift sie nicht mehr nach. Die Nachreifung bei Früchten wird Klimakterium genannt: Kirschen sind nichtklimakterische Früchte. Deswegen genießt man sie am besten in voller Reife, sofort nach der Ernte.

Kirschen: Süß oder sauer?

Süßkirschen eignen sich am besten zum rohen Verzehr. Ihre fruchtige Süße ist eine wahre Gaumenfreude. Möchte man Kirschen einkochen oder gekocht verputzen, zum Beispiel im berühmten Schwarzwälder Kirschkuchen oder zu Vanilleeis (mit heißen Kirschen), nimmt man am besten eine Sauerkirschart. Süßkirschen verlieren durch ihren niedrigen Säuregehalt beim Kochen nämlich ihren Geschmack.

Mit Sauerkirschen lassen sich so einige Küchenzaubereien anstellen. Diese passen beispielsweise sehr gut zu Gerichten mit Wild und Ente. Ansonsten werden Sauerkirschen zu gerne zu Kompott, Konfitüre oder Kirschjoghurt verarbeitet. Auch der pure Saft der roten Früchte schmeckt lecker, wird in Supermärkten aber eher selten angeboten. Meist findet man in den Regalen des Supermarkts Kirschnektar aus der Schattenmorelle, einer Sauerkirschart. Das berühmte Kirschwasser, der Obstbrand, wird ausschließlich aus den gegorenen Früchten einiger Süßkirscharten hergestellt. Diese Sorten der Süßkirsche sind kleiner als normale Kirschen und daher zuckerhaltiger und aromatischer. Kirschwasser trinkt man am besten pur. Es wird aber auch für Gebäck wie zum Beispiel der Schwarzwälder Kirschtorte verwendet.

Die Kerne der Früchte sind ein begehrter Rohstoff. Zur Wärmebehandlung bei Verspannungen werden sie in Leinenstoff zu Kissen verarbeitet, welche man im Backofen erhitzt und auf die verspannten Körperstellen legt.

Außerdem werden Kirschkerne zum Blindbacken bei Kuchen- und Tortenböden verwendet. Man verteilt sie auf dem rohen Teigboden und beim Backen geht der Teigboden außen auf; der Teil des Bodens auf dem die Kirschkerne liegen bleibt flach.

Gesund und sogar heilend

Kirschen haben einen Zuckeranteil von knapp 13 pro 100 Gramm. Bananen enthalten 20 Gramm, Datteln sogar 27. Aber es gibt auch Obst, das weniger Zucker enthält. Wie zum Beispiel Erdbeeren mit 5,5 oder Himbeeren mit 4,8 Gramm. Es lässt sich also sagen, dass Kirschen im Zucker-Mittelfeld liegen.

Außerdem enthalten Kirschen sogenannte Flavonoide. Das sind Pflanzenstoffe, die bei den Kirschen für die rote Farbe sorgen. Sie können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Die Gehalte sind von der Sorte und dem Reifezustand abhängig. Die höchsten Gehalte weisen reif geerntete Früchte auf. Da Flavonoide empfindlich gegen Sauerstoff sind, werden sie bei langer Lagerung abgebaut. Daher gilt: unbedingt Kirschen aus der Region kaufen. Diese werden reif geerntet und haben keine langen Transportwege hinter sich.

Kirschen enthalten außerdem Salicylsäure – ein sogenanntes natürliches Aspirin. Gemeinsam mit den enthaltenen Flavonoiden sollen sich schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen ergeben. Menschen, die auf Salicylsäure allergisch reagieren, sollten allerdings keine großen Mengen verzehren.

Die enthaltenen Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor sind besonders für Kinder wichtig, da sie den Knochen- und Zahnaufbau unterstützen.

Ungewünschte Bewohner

Doch was tun, wenn die schönen roten Früchtchen von Würmern bewohnt werden und damit nicht mehr genießbar sind? Würmer lassen sich vertreiben, indem man die Kirschen in lauwarmes Wasser legt. Die Würmchen kriechen dann aus der Frucht heraus und sie sind wieder genießbar.

Im Kühlschrank sind Kirschen bis zu zwei Tagen haltbar. Wer länger etwas von Kirschen haben möchte, der sollte sie einfrieren. Dazu die Kirschen am besten auf ein Tablett legen, sie anfrieren lassen und die leicht angefrorenen Kirschen dann in einen Beutel geben und in den Gefrierschrank legen.

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