Darum sollten Sie leere Honiggläser immer gründlich abwaschen

Organic Raw Golden Honey Comb on a Background
Honiggläser am besten immer abwaschen, bevor sie im Müll landen © Brent Hofacker

Honiggläser sind ungespült eine Gefahr für Bienen

Eigentlich sind Gläser voller Honig ein Garant für Genuss und Gesundheit. Schließlich liefert besonders Natur-Honig Vitamine und Energie ohne Ende. Sogar antibakterielle Eigenschaften hat Honig. Und wenn das Glas leer ist, kommt es – logisch – in den Glascontainer zum Recyclen. Aber hoffetlich wurde das Glas vorher gespült und von Honigresten gesäubert, denn sonst schadet es unter Umständen den heimischen Bienen. Warum das so ist, erfahren Sie hier. 

Verheerende Folgen: Faulbrut aus internationalem Honig

Wer das Altglas mit Honigresten in öffentlichen Glascontainern entsorgt, riskiert dass Bienen mit der Amerikanischen Faulbrut in Kontakt kommen. Denn die - für den Menschen ungefährlichen - Erreger der Bienenseuche sind in einer überwältigenden Anzahl aller Importhonige zu finden (bis zu 90 Prozent). Neben Imkern warnt auch die Bayrische Landesanstalt für Wein und Gartenbau vor den Gefahren der Krankheit. Doch was macht die Faulbrut so gefährlich?

  • Die Krankheit zerstört das Wabensystem: Sind Bienen infiziert, werden Brutwaben rissig, sie verfärben sich, Löcher entstehen. Auch Honigwaben sind betroffen. Insgesamt entsteht bei starkem Befall ein unangenehmer Geruch.
  • Bienenlarven haben keine Chance: Die Jungtiere gehen zugrunde. Auch die Waben werden zerstört. Oft ist das Todesurteil für den ganzen Bestand.

Das Problem mit den ungespülten Honiggläsern: Gerade im Frühjahr, wenn noch nicht so viele Pflanzen blühen, könne es vorkommen, dass Bienen ihre Nahrung auch in Containern suchen, so Imker Manfred Kraft im Interview mit der Zeitung "Südkurier". Dadurch können die Tiere den Krankheitserreger aufnehmen und weitertragen.

Faulbrut: Wie vermeiden wir eine Verbreitung der Bienenseuche?

16.04.2020, Brandenburg, Schöneiche bei Berlin: Mit einem Stockmeißel entfernt eine Imkerin in einer Bienenbeute Wildbau von Waben, damit ein Honigraum auf den Bienenstock aufgesetzt werden kann. Die Bienen können dann bei einsetzender Blüte den Nekt
Nicht nur Imker können die Bienen schützen, sondern auch wir Verbraucher © dpa, Wolfgang Kumm, wk kde

Der Hauptübertragungsweg sind die Bienen selbst: Wenn geschwächte Völker durch andere Bienen angegriffen werden, überträgt sich die Krankheit rasend schnell. Auch Imker müssen in Regionen mit Befall dringend Vorsicht walten lassen und penibel auf Desinfektion & Co. achten. Wir Verbraucher können vor allem so helfen: 

  1. Gläser immer abwaschen: Wenn Sie Honiggläser vor dem Wegwerfen immer gründlich reinigen, vermeiden Sie, dass gesunde Bienen die Faulbrut-Erreger mit Honigresten aufnehmen. 
  2. Auf regionalen Honig setzen: Wer im Supermarkt oder online regionalen Honig kauft, unterstützt nicht nur die hiesigen Imker, sondern trägt auch einen Teil zum Schutz gegen die Faulbrut bei: bei deutschem Honig* ist die Gefahr einer Belastung deutlich geringer. 

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Empfehlung